FINTECH5. Dezember 2019

„Wenn Banken überleben wollen, müssen Sie ein Erlebnis schaffen“

Sukhi Jutla sprach die Keynote in Litauen
Sukhi Jutla von MarketOrdersMarketOrders

Auf der FinTech Inn-Konferenz in Vilnius (Litauen) sprach Sukhi Jutla darüber, wie man Frauen motiviert, in die Blockchain- und FinTech-Welt einzusteigen. Sie ist dafür das beste Vorbild: Die Mitgründerin von MarketOrders, einer preisgekrönten Plattform für die Schmuckindustrie, hat über das Thema Blockchain geschrieben.

Frau Jutla, sie haben auf der Konferenz FinTech Inn in Vilnius eine Keynote gehalten, die besonders Frauen motivieren soll, in die Welt von Blockchain und Co. einzusteigen. Wie ist Ihr Eindruck von der litauischen FinTech-Szene?

Ich war sehr beeindruckt, wie Litauen die FinTech-Szene aufgenommen hat und wichtige Beiträge und Fortschritte in diesem Bereich leistet.

Es ist klar, dass Litauen eine Brutstätte für Tech-Talente ist, ausgerüstet mit Neugier und Kreativität, die dazu beigetragen haben, sich als einen der weltweit führenden Anbieter von FinTech zu positionieren.

Deshalb war ich nicht überrascht, als ich am zweiten Tag der Konferenz hörte, dass Vinted, ein in Litauen ansässiger FinTech, den Einhorn-Status erreicht hat (Bewertung über eine Milliarde Dollar). Was für eine unglaubliche Leistung! Und ein Beweis, dass Litauen bei den FinTech-Innovationen an der Spitze steht.

Was ist cool an FinTech, was mögen Sie am meisten?

Ich mag es, wie FinTech den Kunden in den Mittelpunkt des Geschäftsmodells stellt und Störungen und unnötige Zwischenhändler weglässt, die der Wertschöpfungskette Werte entziehen und Kosten verursachen.

Sukhi Jutla, CEO von MarketOrders
Sukhi Jutla ist Mit­grün­de­rin von Mar­ke­t­Or­ders (Website), ei­ner preis­ge­krön­ten, block­chain-ba­sier­ten Platt­form für die Gold- und Dia­mant­schmuck­in­dus­trie. Die Un­ter­neh­me­rin und Au­to­rin ist ei­ne in­ter­na­tio­na­le Red­ne­rin, Vor­den­ke­rin und qua­li­fi­zier­te IBM Block­chain-Ent­wick­le­rin. Sie hat zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen er­hal­ten, dar­un­ter Asi­an Wo­men of Achie­ve­ment und Fe­ma­le En­tre­pre­neur of the Ye­ar. Sie wur­de von der Fi­nan­ci­al Ti­mes und Goog­le zu den Top 100 Eu­ropean Di­gi­tal Pioneers ge­wählt. Jut­la ist Autorin des Block­chain-Papers “Aut­hors and The Block­chain” und des Buches “E­s­cape The Cu­bi­cle: Quit The Job You Ha­te Crea­te A Life You Love”. 2019 wur­de Sukhi zum Vor­stands­mit­glied der “Di­gi­tal Skills Part­nership” des Lon­do­ner Bür­ger­meis­ters er­nannt. Ih­re Fir­ma “Mar­ke­t­Or­ders” wurde nach eigenen Angaben für mehr als 26 Aus­zeich­nun­gen nominiert.

Bei FinTech geht es darum, den einzelnen Nutzer in die Lage zu versetzen, seinen finanziellen Angelegenheiten näher zu sein und sie so zu verwalten, dass er immer im Mittelpunkt des Entscheidungsprozesses steht.

Sie haben ein Buch über Blockchain geschrieben (“Authors and The Blockchain”). Warum? Weil das Thema niemand wirklich versteht?

Ich habe dieses Buch in erster Linie geschrieben, weil ich diese neue innovative Technologie lernen wollte, aber keine Bücher zu den Themen finden konnte. Also dachte ich, es wäre gut, eines zu schreiben, um sie zu lernen und gleichzeitig diejenigen anzuleiten, die sich für dieses Gebiet interessieren.

Glauben Sie, dass es in naher Zukunft noch Bankfilialen geben wird? Oder nur Smartphone-Apps und Geldautomaten?

Ich sehe eine Welt, in der wir alle unsere finanziellen Dinge mit der Nutzung unserer Telefone erledigen werden. Und die Anzahl der Bankfilialen wird weiter abnehmen, es sei denn, die Banken können das Banking wirklich zu einem echten Erlebnis für die Kunden machen. Aber ich bezweifle das.

Wenn sie überleben wollen, sollten Banken ihre Filialen dazu nutzen, um ein einzigartiges Bankerlebnis zu schaffen, das die Kunden dazu anregt, in die Filialen zu kommen.

Helge Denker
 
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