STUDIEN & UMFRAGEN28. März 2019

Banken setzen große Zuversicht in Künstliche Intelligenz

Banken weltweit setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI), um Prozesse zu optimieren und Kosten zu senken. Die bisherigen Bemühungen, mittels Big-Data-Analysen Fortschritte zu erzielen, waren dagegen bisher nur wenig erfolgreich. Das ergab die weltweit durchgeführte 22. CEO-Umfrage von PwC.

PwC
Die überwiegende Mehrheit der befragten Banken-CEOs (91 Prozent) rechnet damit, dass KI das Bankgeschäft in den kommenden fünf Jahren nachhaltig verändern wird. Knapp 60 Prozent erwarten sogar, dass Künstliche Intelligenz die Welt noch umfassender revolutionieren wird als das Internet. Bereits 32 Prozent haben KI-Projekte in ihren Häusern umgesetzt, weitere 42 Prozent der befragten Bankenchefs wollen dies in den kommenden drei Jahren tun, so die Segmentanalyse aus der 22. Global CEO Survey der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Künstliche Intelligenz basiert auf der Auswertung großer Datenbestände, um verborgene Muster und Zusammenhänge aufzuspüren und damit auch aus aktuellen Daten frühzeitig Trends ermitteln zu können. In der Vergangenheit hatte man die Datenspeicher mittels Big-Data-Analysen nach neuen Erkenntnisse durchforstet. Zwar hält die überwiegende Mehrheit der Befragten (96 Prozent) die Nutzung innovativer Datenanalysen zur Ermittlung von Kundenwünschen immer noch für sehr wichtig. Doch einen erfolgreichen Einsatz von Big Data bestätigen lediglich 8 Prozent.

Gut drei Viertel der befragten Topmanager der internationalen Bankenbranche erklären, die Digitalisierung sei bereits in den vergangenen fünf Jahren eine wesentliche Triebfeder für Veränderungen im Bankgeschäft gewesen. Innovative Technologien werden das Wachstum ihres Instituts auch in den kommenden fünf Jahren ankurbeln, sind sie überzeugt. Weitere 43 Prozent erwarten dies auch für Investitionen in Kernbereiche und Einsparmaßnahmen. KI gilt ihnen als interessantes Werkzeug, mit dem sich ihre Prozesse optimieren und ihre Kostenstruktur verbessern lassen.

Clemens Koch, PwC
PwC

„Die Banken in Deutschland haben das Potenzial von KI erkannt. Die Revolution wird sich aber erst dann vollends entfalten, wenn KI auch gesellschaftlich akzeptiert wird und Kunden dieser neuen Technologie vertrauen.“

Clemens Koch, Financial Services Leader und Mitglied der Geschäftsführung von PwC Deutschland

 

Schattenseiten der Digitalisierung

Als Hauptrisiko für das Branchenwachstum nennen die befragten Bankmanager wie bereits im Vorjahr die Gefahr von Cyber-Attacken. 76 Prozent der Banken-CEOs erkennen Cyber-Risiken für ihr Institut. Die Mehrheit (86 Prozent) erklärt aber auch gleichzeitig, ihre Bank könne unbefugte Zugriffe auf das eigene System wirksam abwehren und sich rasch von Cyber-Attacken erholen.

Ähnlich große Sorgen bereitet den Topmanagern die wachsende Geschwindigkeit des digitalen Wandels. Wesentliche Hemmschwellen bildeten häufig eine veraltete IT-Infrastruktur und ein Mangel an Big-Data-Talenten. Sechs von zehn Banken-CEOs berichten allerdings von wachsenden Schwierigkeiten, neue Talente zu gewinnen. Mehr als die Hälfte der Befragten erklärte, der wachsende Fachkräftemangel sei Grund dafür, dass die eigene Bank nicht in der Lage sei, sich effektiver und innovativer neu auszurichten – was sich negativ auf die eigenen Qualitätsstandards und das Kundenerlebnis auswirke.

In zahlreichen Instituten läuft die Sammlung, Aufbereitung und Analyse von Daten noch in Silos ab. Der Einsatz von KI könne erheblich dazu beitragen, die Qualität, Verlässlichkeit und Nutzbarkeit von Datenaggregation und -analyse zu verbessern. Die Technologie könne zum Innovations- und Wachstumstreiber für die gesamte Bankenbranche werden, indem sie deren Wandel hin zu digitalen Ökosystemen beschleunige, so die Analyse von Clemens Koch.

Politischer Gegenwind wächst

Weitere wesentliche Risiken für die Branche sehen die befragten Banken-Manager in Überregulierung (48 Prozent) und Populismus (28 Prozent). Verglichen zum Vorjahr neu hinzugekommen sind das Risiko politischer Unsicherheiten (36 Prozent) und von Handelskonflikten (25 Prozent). Gewachsen ist damit auch die Sorge der Entscheider über Protektionismus (27 Prozent).

Trotzdem werden die kurzfristigen Wachstumsaussichten für die eigenen Institute von 36 Prozent der CEOs mit „sehr zuversichtlich“ bewertet, weitere 48 Prozent sind „ziemlich zuversichtlich“. Die langfristigen Wachstumsaussichten werden ähnlich günstig beurteilt. Künftiges Ertragswachstum wollen die Entscheider vor allem durch eine Steigerung der Effizienz in den operativen Prozessen (78 Prozent) sowie durch organisches Wachstum (75 Prozent) erzielen. Auf neue Produkte oder Services setzen 66 Prozent.hj

 
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