KARRIERE30. August 2018

1.500 Blockchain-Experten gesucht – FinTechs saugen den Markt leer; Banken und Versicherer zurückhaltend

Nicht nur Versicherer, Banken und Sparkassen suchen nach Blockchain-Experten – auch Konzerne und vor allem Start-Ups fegen den Markt leer. Das mediale Interesse an der Blockchain-Technologie hat zu einem massiven Anstieg der Nachfrage nach Blockchain-Experten in deutschen Unternehmen geführt. Das fand die Jobplattform Joblift in einer Analyse aller 15 Millionen Stellenanzeigen der letzten 24 Monate heraus. Zusammen inserierten etablierte Unternehmen und Start-ups in dieser Zeit über 1.500 Jobangebote mit Bezug zur Blockchain.

kasto/bigstock.com
In den letzten 24 Monaten entstanden in den 131 deutschen Blockchain Start-ups insgesamt 737 neue Jobs. In derselben Zeit stieg die Nachfrage nach Expertise im Bereich Blockchain in anderen Unternehmen auf noch einmal 790 offene Stellen.

Sergeybitos\bigstock.com

Bemerkenswerterweise schrieben die Start-ups in den letzten 12 Monaten 78 % mehr Stel­len aus als im ver­gleich­ba­ren Vor­jah­res­zeit­raum, die Jobs für Fach­kräf­te in an­de­ren Fir­men ha­ben sich in der­sel­ben Zeit je­doch ver­vier­facht – die deut­sche Un­ter­neh­mens­land­schaft scheint zu­neh­mend In­ter­es­se an der in­no­va­ti­ven Tech­no­lo­gie – und dem­entspre­chend auch an Block­chain-Ex­per­ten – zu zei­gen. Mehr als je­de zwei­te Stel­le ent­stand da­bei in Gro­ß­kon­zer­nen mit mehr als 1.000 An­ge­stell­ten, ob­wohl die­se nur rund ein Fünf­tel der ge­sam­ten Stel­len deutsch­land­weit aus­schrei­ben.

Gerade große Unternehmen suchen also momentan verstärkt nach Unterstützung beim Thema Blockchain.

Start-ups entwickeln vor allem Blockchain Lösungen für die Finanzbranche, die Industrie für den Logistiksektor.“

Ein Blick auf die Verteilung nach Branchen gibt Aufschluss über den Einsatz der Blockchain-Technologie:

FinTechs aktiv – Banken und Versicherer eher zurückhaltend

Start-ups (FinTechs und InsurTechs) entwickeln damit bisher vorrangig Lösungen im Finanzsektor, um beispielsweise Banking- oder Versicherungsprozesse zu verbessern – 37 % der Jobs entstanden in diesem Bereich. Weiterhin beschäftigen sich Blockchain Start-ups häufig mit Logistik und Handel sowie der Gesundheitsbranche (15 und 7 % der Stellen).

In anderen Unternehmen der Finanzbranche (Banken, Sparkassen und Versicherer) scheint die neue Technologie jedoch als weniger bedeutend bewertet zu werden: Mit 24 % der Stellen landen Banken und Versicherungen nur auf Platz zwei. Eine Fehleinschätzung? Führend ist derzeit die Transport- und Logistikbranche mit 25 % der Jobs außerhalb der Start-up-Szene. Auf Platz drei folgt der Energiesektor, in dem zwar weniger Blockchain Start-ups aktiv sind, dafür jedoch 10 % der Jobs in sonstigen Unternehmen entstehen.

Berlin bündelt ein Drittel aller Jobs für Blockchain-Experten

Als deutsche Blockchain-Hauptstadt entpuppt sich insgesamt wenig überraschend Berlin. Dort haben sich nicht nur 67 der 131 Blockchain Start-ups niedergelassen und inserieren fast die Hälfte aller Start-up Jobs, auch 12 % der sonstigen Blockchain-Stellen entstehen in der Spreemetropole. Daneben bildet sich in Frankfurt am Main ein weiteres Zentrum für Blockchain-Technologie, vermutlich zurückzuführen auf die dort ansässige Finanzbranche – jeder zehnte Blockchain-Job in Start-ups und anderen Unternehmen entsteht dort. Auf Platz drei finden sich bei den Blockchain Start-ups München mit 5 % der Stellen und in sonstigen Unternehmen Dresden mit 8 % aller Inserate.

Fast jede fünfte Blockchain-Stelle entsteht in den Bereichen Beratung oder Forschung

Während die konventionellen Unternehmen Blockchain-Experten vor allem für die Bereiche Software-Entwicklung (35 % der Stellen), Consulting (12 %) sowie Forschung und Entwicklung (5 %) suchen, sind Blockchain Start-ups bereits einen Schritt weiter. Mit 13 % der Start-up Jobs spielen Software Developer zwar immer noch eine große Rolle, auf Platz zwei und drei der meistgefragten Jobs findet sich allerdings zu besetzende Business Development (8 % der Inserate) und Marketing-Positionen (5 %). Größere Unternehmen beginnen folglich gerade erst damit, interne Expertise zur Blockchain-Technologie aufzubauen und greifen momentan häufig auch noch auf externe Hilfe durch Beratungen zurück.

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/76644
 
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Stimmen, Durchschnitt: 4,33 von maximal 5)
Loading...

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiter gedacht: Banken sollten den Mittelstand bei der Blockchain-Transformation unterstützen

Noch vor einem halben Jahr waren Kryptowährungen und Blockchain die...

Schließen