PRODUKTE24. Juni 2020

DTI ‚LSS Suite‘: Geldwäschegesetz erweitert KYC-Prinzip; neue Tools beschleunigen die Prüfung

Angesicht der Geldwäschegesetze der einzelnen Nationen, der internationalen Datenquellen und der verschärften Strafen, die bei der Begünstigung von Geldwäsche oder Terrorfinanzierung fällig werden, laufen verpflichtete Unternehmen schnell Gefahr, eine horrende Strafe zu zahlen, wenn sie ihre KYC-Prüfungen nicht auf dem aktuellen technischen Stand organisieren. Mit der LSS Suite der DTI (Website) soll sich diese Aufgabe in einem Bruchteil der Zeit bewältigen lassen – eine erstaunliche Anzahl an Umwandlungs- und Normalisierungs-Tools schaffe eine vergleichbare Datenbasis.

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[M]it dem neuen Geldwäschereigesetz in der Schweiz sind nun auch Notare, Makler sowie große Digitalplattformen mit Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, Kunstvermittler zu KYC-Risikoanalysen (KYC – Know Your Customer) verpflichtet, wenn sie Kaufverträge mit einem Volumen von über 10.000 Euro über Barzahlungen abwickeln. Inzwischen geht der Kreis der „Verpflichteten“ weit über den Finanzsektor hinaus. Dazu zählen Güterunternehmen, also künftig beispielsweise auch Autohäuser, Luxusartikel- und Edelmetallhändler, die zudem bei Gold ähnlich wie bei Glücksspielanbietern bereits ab 2.000 Euro Herkunft und Besitzverhältnisse der Barmittel prüfen müssen.

Kontrollen und Korrekturen für Text- und Spracherkennung mit LSS Suite
Bei der Text- und Spracherkennung von zu indexierenden Inhalten sind für die Sicherheit von KYC-Überprüfungen Kontrollen und Korrekturen notwendig. Die LSS Suite nutzt folgende Basisfunktionen und verstärkt ihre Einzeleffekte mit Matching-Algorithmen:
To­ke­ni­zer zer­le­gen den Text ei­ner Such­ein­ga­be in ei­ne Fol­ge von lo­gisch zu­sam­men­ge­hö­ri­gen Ein­hei­ten, in so­ge­nann­te To­kens, mit de­nen in ei­nem Text dann ver­fei­ner­te Su­chen mög­lich sind.
Spell­check über­prüft bei ei­ner Such­ein­ga­be die kor­rek­te Schreib­wei­se; bei ei­nem „fal­schen“ oder falsch ge­schrie­be­nen Be­griff lie­fert es mög­li­che Kor­rek­tur­vor­schlä­ge (Did-you-me­an).
Fuz­zy-Matching lie­fert Re­sul­ta­te auch bei fal­scher und al­ter­na­ti­ver Schreib­wei­se (Ver­tip­per, Buch­sta­ben­ver­dre­her, Tex­ter­ken­nungs­feh­ler).
Pho­ne­tic-Matching lie­fert Re­sul­ta­te mit ähn­lich klin­gen­den Be­grif­fen (z.B. Mey­er, Mai­er, Mei­er)
Phra­sing er­kennt ste­hen­de Be­grif­fe wie bei­spiels­wei­se „Ers­ter Au­gus­t“. Da­mit wird si­cher­ge­stellt, dass bei­de Be­grif­fe in un­mit­tel­ba­rer Nä­he vor­kom­men müs­sen und nicht ir­gend­wo ver­teilt im Text ste­hen.
An­ti-Phra­sing ent­fernt für die Su­che nicht oder we­ni­ger re­le­van­te Wör­ter. Bei ei­ner Su­che nach Un­ter­neh­men z.B. Zu­sät­ze wie AG, Ltd, GmbH, etc.
Nor­ma­li­ze nor­ma­li­siert und trans­for­miert Such­ein­ga­ben, um ver­schie­de­ne Dar­stel­lungs­for­men, wie z.B. bei ei­nem Da­tum oder Be­trag, zu un­ter­stüt­zen.
Lem­ma­ti­zing ist die Funk­ti­on, mit der ein Such­be­griff auf sei­ne Grund­form re­du­ziert bzw. auf die ver­schie­de­nen For­men er­wei­tert wird. So­mit fin­det der Be­griff „Haus“ z.B. auch Va­ri­an­ten wie „Häu­ser“ oder „Hau­ses“.
Syn­onyms er­wei­tert die Su­che auf ähn­li­che oder glei­che Na­men; bei­spiels­wei­se mit­tels Ali­as-Lis­ten. Da­mit lässt sich bei ei­ner Su­che nach Pe­ter auch Pe­trov oder Pe­tro­vic fin­den. Dies wird oft er­gän­zend zu ma­the­ma­ti­schen Al­go­rith­men wie Pho­ne­tic (ähn­lich klin­gend) oder Fuz­zy-Se­arch (ähn­lich ge­schrie­ben) ein­ge­setzt.
The­sau­rus sind oft auch bran­chen­spe­zi­fi­sche Wör­ter­bü­cher, um spe­zi­fi­sche Be­griff­lich­kei­ten bei der Su­che zu be­rück­sich­ti­gen; bei­spiels­wei­se bank­spe­zi­fi­sche Be­grif­fe wie Ak­ti­en, Wert­pa­pie­re, Fonds oder aber Organisationsstrukturen.

Umfangreiche Sorgfalts- und Dokumentationspflichten

KYC erfordert eine eindeutige Identifizierung und Überprüfung von Neukunden sowie eine regelmäßige Folgeanalyse bei Bestandskunden und eine Dokumentation dieser Risikobewertungen. Die zur KYC-Analyse verpflichteten Unternehmen sind damit Teil der Präventionsstrategie ihrer Behörden, um Geldwäsche und Terrorfinanzierung frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Zu der Identifizierung eines Vertragspartners gehören auch die Feststellung der tatsächlichen Besitzverhältnisse sowie des oder der wirtschaftlich Berechtigten und die Überprüfung des wirtschaftlichen Hintergrundes. Für das Onboarding eines Neukunden sowie die regelmäßig zu erfolgenden Due-Diligence-Nachprüfung von Bestandskunden und ihren Zahlungsströmen bedeutet dies, dass jedes Mal Dutzende interne und externe Datenquellen auszuwerten sind, die jeweils aus mehreren Millionen Datensätzen bestehen. Eine Auswertung der internen Datenquellen mit den verfügbaren Suchfunktionen relationaler Datenbanken mag noch schnell gelingen; aber eine umfassende Prüfung auch externer Quellen geht zu einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand nur mit einer IT-Lösung.

Die Lösung: Namematching mit ListSearch Compliance Server

Im Zentrum des IT-basierten KYC-Analysetools der DTI Schweiz AG, dem ListSearch Compliance Server (LSS Suite), steht das Namematching.

Um bei einer Risikoanalyse die gesuchte Person oder das Unternehmen aus einer Vielzahl von Datenquellen zu finden, kommen wie bei einer Suchmaschine für den Such- und Identifikationsprozess komplexe Algorithmen für semantische, linguistische und phonetische Analysen zum Einsatz, um Datenbankinhalte zunächst zu erfassen und zu indexieren. Das Problem dabei ist, dass die Daten aus den verschiedenen Quellen nur teilweise strukturiert sind und sich unstrukturierte Daten wie Fließtexte, Video oder Audiodateien sowie verpackte oder geschützte Dateien wie ZIP oder PDF ohne Aufbereitung einer Indexierung für die anschließende automatische Auswertung entziehen. Häufig müssen zunächst Texterkennungsprogramme Dokumente auslesen, Audioaufzeichnungen in Text (Speech to Text) umgewandelt werden, bevor sie überhaupt für eine Auswertung bereitstehen. Und bei der Auswertung mittels OCR (Optical Character Recognition) oder Speech-to-Text-Umwandlung passieren Fehler.

Zudem existieren unterschiedliche Schreibkonventionen, werden Personen-, Orts- und Unternehmensnamen in unterschiedlichen Varianten geschrieben. Hinzu kommen Zahlendreher, in vielen Sprachen unbekannte Umlaute oder Zeichensätze.

Was selbst Suchmaschinen wie Google oder Bing bisweilen nicht befriedigend gelingt, ist bei Suchmaschinen in Unternehmensanwendungen erst recht bisher nicht selbstverständlich, für KYC ist es aber unentbehrlich.“

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Entgegen den Funktionen von Datenbanken, die weitgehend nur mit strukturierten Informationen umgehen können und meist lediglich bool’sche Operatoren (and, or, nor) zur Suche zur Verfügung stellen, sei die Suchlösung LSS Suite in der Lage, über standardisierte Schnittstellen sämtliche digital vorhandenen Informationen und Daten aufzubereiten und zu indexieren. Bei der LSS Suite liege der Fokus auf der Anbindung sämtlicher im Unternehmen vorhandener digitaler Datenquellen wie File-Systeme, Customer Relationship Management- und Enterprise Content Management-Systeme, gescannte und per OCR erkannte Dokumente, Sprach- und Videodateien.

Die LSS Suite wäre in der Lage, über Konnektoren unterschiedliche Typen von Datenquellen einzubinden, auszuwerten und zu indexieren. Damit Kunden ihre eigenen sensiblen Kundendaten nicht aus der Hand geben müssen, ist die LSS Suite eine On-Premise-Lösung, die also stationär auf eigenen Servern läuft. Externe Datenquellen werden dafür einmal eingelesen und Aktualisierungen je nach Bedarf täglich nachgeladen. Konnektoren haben die Aufgabe, Datenbanken, Filesystemquellen (World-Check, Thomson Reuters, SWIFT) aber auch Webinhalte (Presse, PEP- und Listen wie OFAC) zu erschließen. Für die Datenquellen beherrschen die LSS-Konnektoren zudem die inkrementelle Indexierung, also die automatische Indexierung von Datenänderungen. Für externe Quellen ist es zudem von entscheidendem Vorteil, dass die LSS Suite auf einer offenen Architektur wie XML oder ReST (Representational State Transfer) basiert.

Sanctions list on a desk. Government act for sanctioned countries concept.

Die über die Konnektoren gesammelten Daten bereite die LSS Suite vor ihrer Überführung in den Indexer auf. Über Filter (Conversion) werden die unterschiedlichen Dateiformate (Word, Excel, PowerPoint, PDF, HTML, RTF, TEXT, ZIP) in ein einheitliches, lesbares Format für den Indexer überführt.

Bei der Spracherkennung der zu indexierenden Inhalte sind darüber hinaus Kontrollen und Korrekturen notwendig. Hier stellt die LSS Suite nebst den üblichen Funktionen wie Tokenizierung, synonyme Darstellung, Spell Checking, Lemmatisierung, Entitäten-Extraktion, Phonetic, usw. für das Namematching zusätzliche hochgradig spezialisierte Funktionen bereit (siehe Kasten).

Schlüsselfunktionen im Indexer entscheiden über Erfolg und Sicherheit

Der Indexer in der LSS Suite bildet das Kernstück der Suchfunktionen und letztlich den Erfolg des Systems sowie dessen Fähigkeit, die richtigen Matches zu identifizieren und automatisch Alarm zu schlagen bei einem Treffer. Der Indexer hat die Aufgabe, die Daten bei der Indexierung intern so zu strukturieren, dass selbst in extrem großen Datenmengen und bei komplexen sowie sehr spezifischen Suchen, Resultate innerhalb Sekundenfrist zur Verfügung stehen. Basierend auf diesem Index ist es auch möglich, den Nutzer aktiv über neue Inhalte, die die vordefinierten Kriterien erfüllen, automatisch zu informieren. Deshalb stellt die LSS Suite neben einer einfachen Abfragesprache wie bei Google weitere Abfrageoptionen bereit.

Über die DTI Schweiz AG
Die DTI Schweiz AG ist seit über 25 Jah­ren un­ab­hän­gi­ger Sys­tem­in­te­gra­tor und Ex­per­te rund um die The­men Da­ten­ana­ly­se, Tex­ter­ken­nung und -ver­ar­bei­tung so­wie Da­ten­ma­nage­ment und Su­che. Sie in­te­griert in­di­vi­du­el­le, hoch­fle­xi­ble Lö­sun­gen ba­sie­rend auf mo­derns­ten Tech­no­lo­gi­en und Pro­duk­ten. Ein Ent­wick­lungs­team küm­mert sich um die in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­se des Kun­den. List­Se­arch Com­p­li­an­ce Ser­ver (LSS Sui­te) der DTI Schweiz AG bie­tet sämt­li­che Kom­po­nen­ten für ei­nen er­folg­rei­chen Na­mens­ab­gleich-Work­flow von in­ter­nen und ex­ter­nen Da­ten­quel­len. Die LSS Sui­te setzt sich aus ei­nem Web­in­ter­face für die Be­die­nung, ei­nem Such­dienst mit Ap­pli­ka­ti­ons­lo­gik so­wie ei­ner spe­zia­li­sier­ten Such­ma­schi­ne zu­sam­men. Die LSS Sui­te bie­tet die Mög­lich­kei­ten, Lis­ten mit Da­ten au­to­ma­tisch ab­zu­ar­bei­ten und über die Lö­sung su­chen zu las­sen. Dank kon­fi­gu­rier­ba­rer fle­xi­bler Such­vor­la­gen las­sen sich die viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten der LSS Sui­te bei­na­he un­ein­ge­schränkt für be­lie­bi­ge Ab­gleich- und Suchsze­na­ri­en ein­set­zen. Die Er­geb­nis­se wer­den vom Such­dienst auf­be­rei­tet, be­wer­tet und au­to­ma­tisch den ver­ant­wort­li­chen Be­ar­bei­tern zu­ge­ord­net so­wie die Such­ergeb­nis­se zu den Da­ten­sät­zen zur lü­cken­lo­sen Nach­voll­zieh­bar­keit dokumentiert.
Das Namematching Framework der LSS Suite beherrscht verschiedene Fragetechniken und stellt sie in einem gezielten Workflow zu sogenannten Suchkaskaden zusammen, um diverse Aspekte der Namenssuche abzudecken. Der Benutzer muss sich nicht mit der Formulierung von komplexen Fragen befassen, sondern kann lediglich die zu suchenden Kriterien eingeben. Den Rest arbeitet die LSS Suite vollautomatisch ab. Für den Nutzer ist die Ergebnisausgabe so aufbereitet, dass er sich nur noch um die Bewertung der als potenziell relevant erkannten Treffer kümmern muss. Auch das Ranking der Ergebnisausgabe ist ein Qualitätsfaktor der LSS Suite. Denn nur über ein gutes Ranking wird die „Spreu vom Weizen“, also relevante von unrelevanten Treffern, getrennt. Je nach Interessensgruppe im Unternehmen oder nach Art der Suchapplikation können die Anforderungen an das Ranking der Resultate unterschiedlich ausfallen. Deshalb bietet die LSS Suite auch die Möglichkeit, das Ranking an die verschiedenen Bedürfnisse der Nutzer gezielt anzupassen.

Return on Invest in kürzester Zeit und Dokumentation der KYC-Analysen

Schon für Nutzer mit wenigen Dutzend Überprüfungen am Tag rechne sich das Tool in kürzester Zeit, so der Hersteller. Selbst erfahrene Compliance-Mitarbeiter bräuchten für jeden Kunden im Schnitt mindestens fünf Minuten. Dieser Aufwand sei auch regelmäßig mit Bestandskunden fällig. Bereits bei Banken mittlerer Größe kommen mit bis zu 70.000 Neu- und Bestandskunden pro Jahr im Ergebnis schnell drei bis vier Vollzeitstellen zusammen, die sich über LSS Suite substituieren ließen. aj

 
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