EVENTS & MESSEN16. November 2017

Fintech Week Hamburg: Gebündeltes FinTech-KnowHow in einer Woche – der kompakte Event-Rückblick

Baumgarten

Berlin mag die meisten FinTechs beheimaten, Frankfurt die Banken­zentralen und München die kapitalstarken Ver­sicher­ungs­konzerne. Um eines beneiden sie alle die Elbmetropole Hamburg: die Fintech Week Hamburg. Nach der gelungenen letztjährigen Premiere lautete die Devise dieses Jahr: länger, größer und noch besser. Vom 06. bis 12. November war die Hansestadt damit im Fokus der deutschen FinTech- und Banking-Szene.

von Tobias Baumgarten

Eine Woche. Eine Stadt. Das Beste zur Zukunft der Finanzen.“

Der diesjährige Slogan beschreibt das Konzept der FinTech-Week perfekt. Wo in anderen Städten die verschiedenen FinTech-Events versprengt über das Jahr stattfinden, haben es das Team der Fintech Week in Hamburg geschafft, die besten Veranstaltungen so zu bündeln, dass sich die Anreise auch für Teilnehmer aus Frankfurt, Berlin oder München lohnte.

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Die FinTech Week selbst tritt dabei allerdings vom Wesen her nicht (oder nur in Ausnahmenfällen) selbst als Veranstalter auf. Stattdessen organisiert das Team quasi eine Klammer aus Ort, Raum und Zeit für eine Reihe von existierenden und neuen Events anderer Veranstalter. Und so umfasst das Programm sowohl bekannte Konferenzen von Euroforum und Frankfurt School of Finance, das Finanz BarCamp der comdirect, aber auch regelmäßige Reihen wie das Fintech Meetup, 12min.fin, das LaborX oder die FuckUp Night.

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Bei der Zusammenstellung der Events wurde darauf geachtet, dass sich die Teilnehmer der Schlips & Kragen-Konferenzen immer auch mit denen Sneaker & Hoodie-Events treffen und austauschen konnten. Dieses Zusammentreffen von ‚Old Money‘ und ‚New Money‘ ist ein wesentlicher Teil dessen, was den Reiz der FinTech Week ausmacht. Und die traditionellen Banken waren auch wesentlich daran beteiligt, diese Woche möglich zu machen. Die Hamburger Sparkasse betätigte sich erneut als Hauptsponsor und mischte auch in verschiedenen Events personell mit. Die comdirect aus Quickborn bei Hamburg steuerte neben einem Sponsoring mit dem Finanzbarcamp und dem Finanzblog Award sogar zwei eigene Veranstaltungen bei.

Größer und reifer als beim Debüt

Im Vergleich zum Debüt wirkte die diesjährige FinTech Week Hamburg reifer und noch durchdachter. Das war auch bitter nötig, denn einerseits wurden aus ursprünglich fünf Tagen nun derer sieben. Gleichzeitig stieg die Zahl der Einzel-Events von zwölf auf nunmehr über 30.

Als Folge waren dieses Mal zahlreiche Slots doppelt belegt. Um die Übersichtlichkeit zu verbessern, wurde jeder Tag unter ein bestimmtes Motto (z.B. ‚FinTechnology‘ oder ‚FinKommunikation‘) gestellt und Botschafter benannt, die ihren jeweiligen Tag promoten sollten.

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Das Programm startete am Montag mit dem ‚FinTechnologies-Day‘ gleich mit viel Schwung. Parallel zur Euroforum-Konferenz „Digitalisierung der Prozesse 4.0“ konnten die Besucher bei der Robo-Advice-Veranstaltung von Deloitte den Ausführungen u.a. von Chris Bartz lauschen – oder sich im Charter-Bus auf Safari durch die Hamburger FinTech-Szene begeben.

Am Abend hatte die Teilnehmer die Qual der Wahl zwischen gleich drei spannenden Formaten: der ‚Fintech Exchange Night‘ bei Accenture, dem ’12min on tour‘ aka ‚CodeRouge‘ oder dem ‚Bots Hamburg Meetup‘, bei dem fleißig über Chats Bots und Voice Assistenten diskutiert wurde.

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Tobias Baumgarten
Tobias-Baumgarten-516Tobias Baumgar­ten ist gelern­ter Bank­kauf­mann und studier­ter BWLer. Er arbeitet derzeit als­ Spezia­list für Multi­kanal-Banking an Digi­talisierungs-Themen. Beruflich & privat lei­den­schaftlich in­ter­es­siert an FinTech-Themen, bloggt und twit­tert er ­privat über FinTech. Sie fin­den Tobi­as Baumgar­ten auf aboutfintech.de und Twitter.
Der Dienstag stand dann im Zeichen der großen Konferenzen: die ‚Finanzdienstleister der nächsten Generation‘ der Frankfurt School of Finance einerseits und ‚Finance 4.0 in Unternehmen‘ vom Euroforum andererseits richteten sich deutlich an die Banker unter den Besuchern. Ohne Anzug fiel man hier deutlich auf. Im Abendprogramm bei der ‚Fintech Lounge‘ konnte dann allerdings spätestens die Krawatte abgenommen und der Tag entspannt abgeschlossen werden. An keinem anderen Veranstaltungstag waren die Gegensätze zwischen Old Money und New Money so augenscheinlich wie hier.

Am Mittwoch drehte sich Vieles um ein Thema, bei dem FinTechs den Banken dann doch oft noch deutlich hinterher sind: die Kommunikation. Am ‚FinKom-Day‘ warteten Formate wie ‚Reden ist Gold‘, ‚Von Luft und Liebe – Kommunikation für Startups‘ oder ‚Let’s build a brand‘ auf die Teilnehmer.

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Die Unternehmensberatung zeb zeigte zudem in ihrem neuen Digital-Lab ‚Tabularaza‘ weitere spannende Formate rund um Trendscouting und Digitalisierung.

Den krönenden Abschluss des Tages machte mit dem LaborX ein echtes Mitmachformat.“

In zwei Sessions stellten mit ‚Wer hat meine Daten?‘ – einem Spin-Off von fino.digital – sowie FinGym zwei Startups kurz ihre Kommunikationskonzepte für ihr neues Produkt vor und holten sich dann jede Menge Peer-Feedback von den Teilnehmern ab.

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Mit neun verschiedenen Events bildete der Donnerstag ein ebenso buntes wie interessantes Programm. Beim Betabreakfast stellte sich das grüne FinTech Goodfolio in lockerer Frühstücksatmosphäre den Fragen der Teilnehmer.

Die ‚Fintech Ladies‘ gaben in zwei Events Frauen ein Netzwerk in der männerlastigen FinTech-Szene – was offenbar gut gelang.“

Auch zeb steuerte zu diesem Tag wieder zwei interessante Veranstaltungen bei. Exotisches Hightlight des Tages war die Abendveranstaltung mit dem Titel: „Der Milliarden-Steuerraub und die Kunst, komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln“. Im Mittelpunkt standen die Journalisten Christian Salewski (NDR) und Felix Rohrbeck (ZEIT). Sie gehörten zum Recherche-Team, das die Cum-Cum- bzw. Cum-Ex-Skandale aufdeckte.

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Für die meisten Besucher stellte der Freitag den Abschluss der FinTech Week dar. Der stand ganz im Zeichen des Finanzbarcamps der comdirect. Hier konnten die Teilnehmer Diskussionsthemen pitchen und zur Abstimmung bringen. Die beliebtesten Themen wurden in insgesamt vier Time-Slots à sechs Sessions ausgiebig diskutiert. Neben klassischen Themen rund um die Geldanlage ging es u.a. auch um ICOs, die Bedrohung der Banken und FinTechs durch die GAFAs dieser Welt sowie um Robo Advice oder Crowdinvesting.

Durch die Vielfalt an Themen und die bunte Mischung unter den Teilnehmern ein echter Networking-Schmelztiegel für Banker, FinTechs und Interessierte.“

Der Finanzblog Award – Finanzthemen ganz vorne

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Im Anschluss an das Barcamp folgte die Preisverleihung des Finanzblog Awards (mehr…), bei dem in diesem Jahr allerdings klassische Anlegerthemen auf der Gewinnerseite standen, nachdem im Vorjahr auch FinTech-Themen auf dem Treppchen standen. Den Abschluss des Tages macht dann die FuckUp Night, auf der Hartmut Giesen, Jannis Holthusen und Jonas Piela offen übers Scheitern berichteten.

Damit war die diesjährige FinTech Week aber noch nicht vorbei, denn erstmals gab es noch einen Nachschlag am Wochenende. Beim „Startup Weekend Hamburg #Fintech 2017“ gab interessierten Teilnehmern die Gelegenheit, den Schritt vom ‚Wantrepreneur‘ zum Entrepreneur zu meistern. Innerhalb von 54 Stunden (inkl. Freitagabend) finden sich Teams, die Geschäftsideen entwickeln, validieren und ein MVP entwickeln. Letztlich eine Art Hackathon für Geschäftsmodelle, unterstützt durch erfahrene Mentoren.

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Vorfreude auf 2018

In Summe ist den Veranstaltern eine spannende und vor allem vielfältige FinTech Week gelungen, die in dieser Form ein Leitformat für die deutsche FinTech-Szene ist. Man darf also gespannt sein, was sich das Team für das kommende Jahr einfallen lässt.

Save the date: die Fintech Week 2018 findet übrigens vom 15. – 19. Oktober 2018 wieder in Hamburg statt.Tobias Baumgarten

 
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