FINTECH4. August 2021

Inyova: „Investiere in eine bessere Welt“ – CEO Dr. Lang im IT-Basics/Tech-Interview

Dr. Tillmann Lang, Mitgründer und Geschäftsführer Inyova <q> Inyova
Dr. Tillmann Lang, Mitgründer und Geschäftsführer Inyova Inyova

Inyova (2017 in Zürich gegründet) startete jüngst sein Impact-Investing-Angebot in Deutschland. Über die technischen Hintergründe, Entwicklung der digitalen Plattform und den Deutschland-Start haben wir mit Mitgründer und Geschäftsführer Dr. Tillmann Lang gesprochen.

Herr Dr. Lang, wer sind die Kunden von Inyova?

Inyova adressiert sämtliche Anleger – auch Klein(st)-Anleger – die Investitionen mit echter nachhaltiger Wirkung erzielen wollen. Von Generation Z bis Babyboomer – wir wollen Millionen Menschen zu Impact Investoren machen.

Aktuell erreichen wir eine Community von rund 50.000 Menschen.“

Das sind diejenigen, die Inyovas Plattform nutzen, um sich über Impact Investing zu informieren und die eine persönliche Anlagestrategie erstellt haben. Sie erhalten von Inyova regelmäßig Informationen und Impact News.

Unter unseren Kunden sind auch viele Technologie-affine Menschen. Diese schätzen unsere Technologie, die erstmals möglich macht, schon als Kleinanleger risikooptimiert und doch personalisiert in Einzelaktien zu investieren – und das noch mit hervorragender Nachhaltigkeitsanalyse.

Wie werden die Produkte entwickelt? Wie sieht der Prozess bei Entwicklung und Weiterentwicklung aus?

Über Inyova
Inyova
Inyova

Inyova wurde2017 in Zü­rich ge­grün­det, die ein­zig­ar­ti­ge Platt­form für di­gi­ta­les Im­pact In­ves­ting ging be­reits 2019 an den Start. Das Un­ter­neh­men wird von Till­mann Lang und Erik Glo­er­feld ge­lei­tet. Die bei­den Deut­schen sind ehe­ma­li­ge Um­welt­wis­sen­schaft­ler, Ma­the­ma­ti­ker und McK­in­sey-Be­ra­ter. Die Idee zu In­yo­va ent­stand auf der Su­che nach hoch­wirk­sa­men Lö­sun­gen, um mehr Nach­hal­tig­keit zu er­rei­chen – ei­ne der grö­ß­ten glo­ba­len Auf­ga­ben für un­se­re Zu­kunft. Durch sei­ne Per­so­nal Im­pact En­gi­ne, mo­derns­te di­gi­ta­le Ver­brau­cher­tech­no­lo­gie und den ab­so­lu­ten Fo­kus auf Nach­hal­tig­keit re­vo­lu­tio­niert In­yo­va die tra­di­tio­nel­le Ver­mö­gens­ver­wal­tung und In­vest­ment­an­ge­bo­te. Das Ziel: Die Dis­rup­ti­on des von Ver­mö­gens­ver­wal­tern und Ban­ken ge­setz­ten Sta­tus quo. Das Un­ter­neh­men hat kürz­lich ei­ne Se­rie-A-Fi­nan­zie­rungs­run­de über 11 Mio. CHF ab­ge­schlos­sen. In­yo­va hat Bü­ros in Zü­rich, Frank­furt, Ber­lin und Bra­tis­la­va. Mehr In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier.

Wir entwickeln unsere Technologie agil und kundenzentriert. Die ersten Prototypen haben wir Gründer selbst entwickelt – immer eng am Kunden, mit viel datenbasiertem Experimentieren. Bis heute schreibt unser eigenes Team jede Zeile des Codes eigenhändig. Eine unserer großen Stärken ist das Investment Management:

Wir können hunderttausende personalisierte Portfolios automatisiert in Echtzeit verwalten – dank unserer selbst entwickelten Personal Impact Engine (PIE).“

Wie ist der Prozess, wenn Sie die Engine oder App weiter entwickeln?

Wir sind in Scrum-Teams organisiert und arbeiten sprint-basiert.“

Dafür nutzen wir vielfältige Cloud-Tools, das Team arbeitet nämlich auch viel remote, d.h. nicht immer sitzen die Entwickler beieinander. Wir arbeiten und entscheiden sehr datenbasiert. Dafür haben wir fast ständig Design- und Produkt-Experimente am Markt und sammeln über AB-Tests Daten.

Welche Programmiersprachen und Tools verwenden Sie?

Wir kombinieren verschiedene Tech-Stacks für unsere verschiedenen Anwendungen, insbesondere Angular und Ruby on Rails.“

Daten managen wir mehrfach redundant und mit ständigen Backups, sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz. Natürlich nutzen wir sehr viele etablierte Tools wie Gitlab oder auch Jira, Trello und Miro Boards zur Organisation der Teamarbeit.

Wie stark setzen Sie auf Automatisierung?

Die Strategie- und Portfolio-Erstellung sowie das fortlaufende Portfoliomanagement geschieht hochgradig automatisiert. In die Auswahl der Unternehmen und deren ständige Überprüfung fließt aber natürlich viel menschliches Know-how ein. Und unser Expertenteam überwacht die Technologie und ihre Outputs auch ständig.

Unser eigenentwickelter Algorithmus wertet kontinuierlich neu hinzukommende Daten automatisiert aus. So werden auch aktuelle Kontroversen und Krisen sofort sichtbar – und können dazu führen, dass wir Unternehmen aus dem Portfolio ausschließen.“

Wir kombinieren viele Datenquellen, daher ist unsere Analyse viel tiefgehender und breiter gestützt als herkömmliche Analysen. Dafür nutzen wir auch viele Schnittstellen, zum Beispiel zum Datenaustausch mit Research-Firmen oder auch mit unseren Transaktionsbanken und Handelsplätzen.

Wie steht es etwa um die Verwendung von KI?

Wer, wie Inyova, große Datenmengen nutzt, um komplexe Fragen zu beantworten – bei uns ist das meistens die Frage nach der Nachhaltigkeitswirkung von Unternehmen – muss KI und die rasante Entwicklung dieses Feldes gut verstehen.

Wir setzen vielfältige Datenverarbeitungsframeworks ein und experimentieren mit Deep-Learning-Methoden, um unsere Analysen zu verbessern.“

Dr. Tillmann Lang
Dr. Tillmann Lang, Mitgründer und Geschäftsführer InyovaVor der Gründung von Inyova (Website) arbeitete Tillmann mehr als 6 Jahre bei der Strategieberatung McKinsey & Company. Zusätzlich war Tillmann CFO bei Benefiit, einem Netzwerk aus Impact Investoren und ist Gründungsdirektor des Sustainability-in-Business-Labs der ETH Zürich. Er hat an der ETH Zürich einen Doktortitel erlangt und an den Universitäten in Heidelberg und Santiago de Chile Mathematik und Informatik studiert. In seiner Freizeit genießt Tillmann Skifahren und Mountainbiken und andere Outdoor-Aktivitäten.

Setzen Sie auf Cloud-Lösungen (AWS, Azure & Co.) – und warum?

Selbstverständlich. Als internationales, agiles Team können wir ohne Cloud-Lösungen gar nicht arbeiten. Sie erlauben uns höhere Datensicherheit, Produktperformance und hocheffektive und effiziente Development Operations. Dabei ist natürlich wichtig, dass in allen Bereichen höchste Sicherheitsstandards umgesetzt werden und diese auch ständig aktualisiert werden.

Muss ich technisch versiert sein, um die App zu bedienen?

Nein, das war und ist uns sehr wichtig – und lässt sich durch unser Inhouse-Team auch gewährleisten. Die App bereitet die Nachhaltigkeitsdaten gut auf und hat eine intuitiv bedienbare, leicht verständliche Oberfläche.

Dafür haben wir von Beginn an alle Funktionen intensiv mit Kunden getestet – denn ihr Feedback ist ganz entscheidend.“

Sowohl in punkto Design als auch in punkto Technologie. Das gilt auch für die Zukunft. Wir testen sehr intensiv mit Kunden. Und der enge Austausch mit Kunden ist ein wesentlicher Inputfaktor für unsere Produkt-Roadmap.

Wie garantieren und testen Sie die Sicherheit Ihrer Systeme?

Sicherheit steht für uns an erster Stelle – nicht nur, aber vor allem auch bei den Daten. Wir verfügen über hervorragende Datensicherheits-Expertise im Team und entwickeln diese im Austausch mit externen Experten ständig weiter. Externe Anbieter prüfen unsere Systeme regelmäßig mit Stresstests. Wir setzen die modernsten Standards um und erfüllen natürlich alle regulatorischen Anforderungen wie etwa die der DSGVO.

Unsere Datenkommunikation erfolgt End-to-End verschlüsselt, sensible Daten sind strukturell getrennt.“

In unserem Netzwerk setzen wir clusterinterne Verschlüsselung und klare Role-based Access Control ein. Zudem fahren wir täglich Backups und setzen auf Datenbank-Redundanzen in Deutschland und der Schweiz, um die Ausfallsicherheit zu gewährleisten.

Wenn Sie ein wenig in die Zukunft sehen – welche Technologie wird sich in fünf Jahren am stärksten auf Ihre Geschäft auswirken – worin werden Sie investieren?

Alle Zukunftstechnologien sind für uns entscheidend. Unsere Aufgabe als Impact Investing Manager besteht unter anderem darin, Technologien mit großem Potenzial zu erkennen und richtig einzuschätzen – so dass wir gegebenenfalls in diese investieren und unsere Portfolio-Firmen zum richtigen Umgang mit diesen Technologien beeinflussen.

Wichtig sind dabei zum Beispiel Big-Data-Methoden, allen voran die Künstliche Intelligenz, sowie Blockchain-basierte Technologien. Bei diesen schauen wir übrigens nicht nur auf Kryptowährungen sondern vor allem auch auf Anwendungen im Energie- und Logistiksektor.“

Herr Dr. Lang, vielen Dank für das Interview.aj

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/123228 
 
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Stimmen, Durchschnitt: 3,20 von maximal 5)
Loading...

 

(Visited 328 times, 2 visits today)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.