FINTECH29. Januar 2019

Roland Berger-Studie: Akzeleratoren & Inkubatoren haben sich in den letzten zehn Jahren verfünffacht

Roland Berger

Start-ups gelten als die Innovations­treiber der heutigen Ökonomie. Um Gründer in der Frühphase zu unterstützen, haben sich global tausende Akzeleratoren und Inkubatoren etabliert – Tendenz steigend. So hat sich die Zahl solcher Anbieter in den vergangenen zehn Jahren weltweit beinahe verfünffacht. Allerdings führt dieser rapide Anstieg mittlerweile zu einem intensiven Wettbewerb unter den Programmen. Das sind die Erkenntnisse der neuen Studie „Revisiting the market for innovation„, für die Roland Berger international rund 200 Akzeleratoren und Inkubatoren befragt hat.

Bisher konzentrieren sich Akzeleratoren und Inkubatoren überwiegend auf klassische Support-Funktionen wie Coaching (96%), Workshops (90%) oder die Vermittlung von Büroräumlichkeiten (86%). Nur rund die Hälfte gewährt Gründern Zugriff auf spezielle Technologien. 54 Prozent der befragten Einrichtungen sind auf bestimmte Branchen spezialisiert, nur 35 Prozent auf einen Technologiebereich wie Internet of Things, Big Data oder Künstliche Intelligenz.

Finanzthemen haben sich 44% der Inkubatoren angenommen
Roland Berger
Roland Berger

Im internationalen Vergleich fokussieren sich Institutionen in den USA (65%) bereits am stärksten auf einzelne Industrien – gefolgt von Europa (59%) und der Region Nahost und Nordafrika (57%).

Die Zei­ten sind vor­bei, in de­nen sich Ak­ze­le­ra­to­ren und In­ku­ba­to­ren al­lei­ne mit An­ge­bo­ten wie dem Be­reit­stel­len von Bü­ro­flä­chen oder Men­to­ring-Pro­gram­men be­haup­ten konn­ten. Sie kön­nen nur über­le­ben, wenn sie sich von der Mas­se ab­he­ben. Das ge­lingt ins­be­son­de­re, wenn sie sich kon­se­quent auf ei­ne Bran­che oder Tech­no­lo­gie spe­zia­li­sie­ren und ihr Ge­schäft internationalisieren.“

Jochen Ditsche, Partner von Roland Berger

Nachholbedarf zeigen solche Anbieter auch auf internationaler Ebene: Nur knapp die Hälfte der Befragten verfolgt bereits eine internationale Strategie, expandiert in weitere Märkte oder geht neue Partnerschaften ein. Doch Unternehmen, Risikokapitalfonds und staatliche Institutionen sind wiederum potenzielle Kunden für etablierte Anbieter: „Akzeleratoren und Inkubatoren können mit ihrer großen Expertise in einem sehr dynamischen und unübersichtlichen Markt bei Investitionsentscheidung maßgeblich unterstützen“, so Ditsche. So können sie sich immer stärker als Schnittstelle zwischen Start-ups, Unternehmen, Kapitalgebern und der Forschung verstehen und als Plattformen für den Technologietransfer etablieren.

Die Studie kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden.aj

 
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