ANWENDUNG23. September 2019

TIPS-Pilotprojekt: Swift-GPI verbindet Banken mit nationalen Echtzeit-Zahlungssystemen

Echtzeit-Zahlungssysteme sollen per Swift verbunden werden
Sashkin/wwwebmeister/bigstock.com/ITFM

Swift führt einen neuen Dienst für globale Echtzeit-Zahlungen ein und integriert hierzu GPI, den grenz­über­schreitenden Zahlungsdienst von Swift mit Echtzeit-Funktionalitäten, in nationale Echtzeit-Zahlungssysteme weltweit.

Durch eine Kombination von GPI (Website) und nationalen Echtzeit-Zahlungsnetzwerken werde Swift zusammen mit den an Swift-GPI teilnehmenden Banken internationale Echtzeit-Zahlungen mit voller Gebühren- und Wechselkurstransparenz für Sender einer Zahlung ermöglichen und gleichzeitig die Verfügbarkeit grenzüberschreitender Echtzeit-Zahlungen weltweit herstellen.

Harry Newman, Head of Banking bei SWIFT
Swift

Wir werden mit den an den Pilotprojekten beteiligten Marktinfrastrukturen darüber diskutieren, wie man den Live-Betrieb vorantreiben kann und laden alle nationalen Echtzeit-Zahlungssysteme ein, an dieser spannenden Initiative teilzunehmen. Die Technologie ist vorhanden, hat sich bewährt und ermöglicht nun den nächsten Schritt: Grenzüberschreitende Zahlungen können ebenso schnell sein wie inländische. Das ist jetzt schon Realität.“

Harry Newman, Head of Banking bei Swift

Dieser technologische Fortschritt soll die Geschwindigkeit und Transparenz von GPI auf die Inlandsmärkte ausweiten und den Banken so die Möglichkeit bieten, ihre bestehenden Investitionen effizienter zu nutzen sowie gleichzeitig den Service für ihre Kunden weiter zu verbessern. Die Integration von GPI über die Banken in nationale Echtzeit-Zahlungssysteme erfolgt auf Basis der bestehenden Zahlungsverkehrsinfrastruktur. Das vermeide die Einführung neuer IT-Infrastrukturen und halte die Kosten niedrig.

Mehrere Pilotprojekte hätten bewiesen, dass Swift in der Lage ist, durch die Kombination von GPI mit nationalen Echtzeit-Zahlungssystemen internationale Zahlungen in wenigen Sekunden durchgängig (end-to-end) abzuwickeln:
1. Im Rahmen von erfolgreichen Tests mit der New Payments Plattform (NPP) in Australien betrug die Dauer der Zahlungsabwicklung zwischen Australien und China 18 Sekunden.
2. Bei einem Probelauf in Singapur mit dem Fast And Secure Transfers (FAST)-System, an dem 17 Banken aus sieben Ländern beteiligt waren, konnte die schnellste Zahlung in nur 13 Sekunden abgewickelt werden – und interkontinentale Zahlungen innerhalb von 25 Sekunden.
3. Erst jüngst wurde ein weiteres Pilotprojekt in Europa mit der Europäischen Zentralbank (EZB), Swift und einer Gruppe von 19 Banken, die Nutzer der TARGET Instant Payments Settlement-Plattform (TIPS) sind, abgeschlossen. In diesem Rahmen wurden Tests mit zwölf Banken durchgeführt, die grenzüberschreitende Zahlungen aus neun Ländern (Australien, China, Deutschland, Hongkong, Italien, Niederlande, Russland, Thailand und USA) über fünf Banken nach Europa schickten. Dabei hat eine Zahlung aus Singapur, die über Deutschland abgewickelt und dem Konto des Endbegünstigten gutgeschrieben wurde, bereits eine Geschwindigkeit von 41 Sekunden erreicht, wobei noch weitere Fortschritte im Rahmen des Rollout des globalen Sofortdienstes erwartet werden.

Das Pi­lot­pro­jekt zeigt, dass die durch TIPS er­mög­lich­te, je­der­zei­ti­ge Ver­füg­bar­keit von Zen­tral­bank­geld nicht nur für Echt­zeit-Zah­lun­gen in­ner­halb der EU, son­dern auch für grenz­über­schrei­ten­de Zah­lun­gen mit Emp­fän­ger­kon­ten au­ßer­halb der EU ge­nutzt wer­den kann. Die im Rah­men des Pro­jek­tes ge­mes­se­ne Ver­ar­bei­tungs­ge­schwin­dig­keit be­trug we­ni­ger als 60 Mil­li­se­kun­den. Wenn die TIPS-Teil­neh­mer die Ein­füh­rung von GPI un­ter­stüt­zen, wür­de das Eu­ro­sys­tem die not­wen­di­gen Än­de­run­gen an TIPS be­rück­sich­ti­gen, ge­ge­be­nen­falls über das SC­Tinst Sys­tem hinaus.“

Ignacio Terol, Deputy Head of Division Market Infrastructure Development EZBaj

 
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