STUDIEN & UMFRAGEN7. Juni 2021

Virtuelle Firmenkarten fördern laut RBR Geschäftsausgaben über Karten

Ausgaben über physische und virtuelle Firmenkarten in Europa
Ausgaben über physische und virtuelle Firmenkarten in EuropaCommercial Cards in Europe 2021 (RBR)

Im Jahr 2019 wurden bereits 42,7 Milliarden Euro über virtuelle Firmenkarten ausgegeben, was 12% der Gesamtausgaben mit Firmenkarten ausmacht. Das besagt die 19-Länder-Studie „Firmenkarten in Europa 2021“ des Londoner Analyse- und Beratungsunternehmens RBR (Webseite). Die Ausgaben mittels virtueller Karten stiegen in der Region zwischen 2016 und 2019 um durchschnittlich 32% pro Jahr. Dank der zusätzlichen Sicherheit, Kontrolle und Effizienz wird der Anteil virtueller Firmenkarten weiter steigen.

Virtuelle Firmenkarten sind digitale Kartennummern, die zentral generiert oder sofort ausgegeben werden und sich von tokenisierten Versionen von Plastikkarten in mobilen Geldbörsen unterscheiden. Sie werden vor allem von Spezialisten angeboten, zunehmend aber auch von klassischen Bankemittenten.

Im Jahr 2019 entstanden 83 % der europäischen Ausgaben mit virtuellen Firmenkarten im Zusammenhang mit Reisen. Dazu gehören auch Lodge-Karten, die bei Reiseveranstaltern aufbewahrt werden, um Flüge und andere Reisekosten ihrer Kundenunternehmen zu bezahlen. Virtuelle Karten werden ebenfalls von Online-Reisebüros verwendet, um ihre Lieferkette zu bezahlen (z. B. Fluggesellschaften, Hotels und Autovermietungen).

Virtuelle Einkaufskarten, welche die Beschaffung erleichtern, gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Sie werden beispielsweise für Büromaterial in Polen, für die Verwaltung von Abonnements wie etwa Software in Spanien und für Social-Media-Werbung in Norwegen verwendet. Einkaufskarten machten 2019 17 % der Ausgaben über virtuelle Karten aus.

Virtuelle Firmenkarten sind für temporäre und Remote-Mitarbeiter vorteilhaft

Sicherheit und Kontrolle sind zwei wesentliche Vorteile virtueller Karten. Offensichtlich ist, dass virtuelle Karten nicht verlorengehen können. Zudem werden virtuelle Kartennummern häufig generiert, um eine bestimmte Rechnung zu begleichen und verfallen nach der Verwendung, wodurch eine betrügerische Verwendung verhindert wird. Bei virtuellen Karten zur Mehrfachnutzung können Unternehmens-Administratoren den maximalen Ausgabebetrag und die Händlersektoren festlegen, in denen die Nutzung zulässig ist.

Virtuelle Karten erhöhen die Effizienz, da sie schnell und einfach ausgestellt werden können, wenn die Ausstellung einer Plastikkarte teuer oder unpraktisch ist. Die wachsende Zahl von Zeitarbeitskräften und insbesondere seit Ausbruch der Corona-Pandemie auch Heimarbeitskräften hat virtuelle Karten für viele Unternehmen zu einer attraktiveren Option gemacht.

Virtuelle Karten werden eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Zukunft von Firmenkarten spielen, da die Pandemie die Umstellung auf Online-Zahlungen beschleunigt hat. In Zukunft wird die Ausweitung der NFC-Akzeptanz auch mehr Möglichkeiten bei Zahlungen von Angesicht zu Angesicht eröffnen, wobei in mobilen Geldbörsen eingebettete virtuelle Karten zunehmend Plastikkarten ersetzen werden.”

Chris Herbert, Studienleiter bei RBR

Die durch Corona auferlegten Reisebeschränkungen hemmen kurzfristig virtuelle Firmenkarten, da viele davon für Reisekosten verwendet werden. Da sich der Reisesektor wieder erholt, werden auch die Ausgaben mittels virtueller Karten wieder im hohen zweistelligen Bereich wachsen.pp

 
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