ANWENDUNG14. Juni 2018

Wirecard launcht Supply-Chain-Payment-Plattform basierend auf Blockchain-Technologie

Sergeybitos\bigstock.com

Ein Angriff auf das B2B-Geschäft der Banken ist es für die einen, eine Vereinfachung im Zahlungsverkehr zwischen verschiedenen Unternehmen, die regelmäßig miteinander Waren und Dienstleistungen austauschen, ist es für die anderen: Die Rede ist von Supply-Chain-Plattformen, die durch die Blockchain-Technologie weitestgehend automatisch miteinander in Kontakt treten und Handel treiben können. Ein solches effizientes Handelsnetzwerk hat jetzt Wirecard vorgestellt.

Das im TecDax gelistete Finanztechnologie-Unternehmen Wirecard erweitert sein B2B-Portfolio um Services basierend auf Blockchain. Die Blockchain bildet hierbei die Grundlage für ein hocheffizientes, globales Netzwerk. So unter anderem auch zwischen Produzenten und Verarbeitern von Rohstoffen etwa für Kaffee, Rohöl oder Stahl – Märkte, in denen Vereinbarungen über Zahlungen künftig ohne Zwischenschritte getätigt werden können und in denen es erforderlich ist, dass große Beträge schnell und zuverlässig übertragen werden.

Supply-Chain-Payment: Erst mal nur ein Prototyp

Wirecard erweitert seine bestehende digitale Payment- und Banking-Plattform um die Supply-Chain-Payment-Lösung auf Basis der Blockchain-Technologie. Der Prototyp konzentriert sich auf die Verknüpfung von Händlern und Produzenten, sie erfasst alle Geschäftsprozesse fälschungssicher in sogenannten „Smart Contracts“ – digitalen Verträgen auf Basis von Blockchain-Technologie – und wickelt die Zahlungen ab. So sind alle Schritte der Handelskette, von der Vertragsgestaltung über die Sicherung der Qualität bis zur Garantie der Herkunft, in einer dezentralen Datenbank abgebildet. Damit erreicht die Digitalisierung die weltweiten Warenwirtschaftsströme, in denen heute viele Parteien involviert sind und noch viele Prozesse auf analogen Datenträgern wie Fax oder Schriftstücken aufbauen.

Wir sehen großes Potenzial in der Digitalisierung von Payment-Prozessen weltweit. Wir können heute unsere jahrelange Erfahrung zum Beispiel aus der Zahlungsabwicklung innerhalb der Travel- und Mobility-Branche nutzen, in der schnelle Transaktionen an verschiedene Stakeholder eine große Rolle spielen, um dieses Verfahren via Blockchain-Technologie in ganz neue Märkte zu bringen – die bereits heute einen großen Bedarf haben.“

Markus Braun, CEO Wirecard

Unsere Erfahrung im Bereich Finanz- und Internettechnologie versetzen uns in die Lage, auch weitere Services mit konkreten Anwendungsbeispielen in die Blockchain übertragen zu können. So kann die Technologie etwa genutzt werden, um ein umfassendes Loyalty-System, transparente und kosteneffiziente Banklösungen für Schwellenländer und eine sichere, dezentrale und effiziente Methode zur Erfassung, Validierung, Speicherung, Freigabe und Aktualisierung vertrauenswürdiger KYC-Daten zu etablieren.“

Jörn Leogrande, Chef des Wirecard Labs

Vor allem für Supply-Chain-Management in Schwellenländern

Insgesamt dürfte diese Anwendung, zu der Wirecard auch ein Erklärvideo produziert hat, erst der Anfang von effizienten Blockchain-Anwendungen sein, die insbesondere in den Schwellenländern, die über weniger ausgereifte Interaktionsprozesse im Umgang von Unternehmen untereinander verfügen. Eine Gefahr für Banken ist das erst in zweiter Linie – denn deren Geschäft wird lediglich um die zeit- und kostenaufwändigen Elemente entschlackt. Unternehmen profitieren dabei von schnelleren Transaktionen und zuverlässiger Verfügbarkeit der finanziellen Gegenleistungen, die für ihre Waren und Dienstleistungen gezahlt werden. tw

 
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