STUDIEN & UMFRAGEN26. Oktober 2018

SIBOS: Zentralbanken denken über digitale Währungen nach – 54% glauben, dass sie CBDCs werden könnten

OMFIF/IBM

50 % der Befragten Zentralbanken sind der Meinung, dass sie eine Strategie für die Einführung digitaler Währungen entwickeln sollten, so die Studie „Central bank digital currencies“ der OMFIF (Offizielles Forum der Währungs- und Finanzinstitute) und IBM, die während der SIBOS vorgestellt wurde. 

Das OMFIF (Offizielles Forum der Währungs- und Finanzinstitute) und IBM veröffentlichten die Ergebnisse eines neuen Berichts, der potenzielle Anwendungsfälle für Zentralbanken zur Unterstützung digitaler Währungen der Zentralbanken (Central Bank Digital Currencies, CBDCs) beschreibt. Eine CBDC ist eine digitale Form von Fiat-Geld, also eine Währung, die durch staatliche Vorschriften als Geld etabliert wurde. CBDCs unterscheiden sich von „digitalen Währungen“, die nicht vom Staat ausgegeben werden und nicht die Vorschriften von Regierungen einhalten.

Geschwindigkeit, Effizienz und Widerstandsfähigkeit

Die Umfrage unter 21 Zentralbanken, die von Juli bis September 2018 durchgeführt wurde, ergab, dass 54 % der Befragten glauben, dass CBDCs genutzt werden können, um die Geschwindigkeit, Effizienz und Widerstandsfähigkeit grenzüberschreitender Zahlungen zu verbessern. Rund 69 % fanden signifikante Probleme bei bestehenden grenzüberschreitenden Transaktionsprozessen.

Weitere wichtige Ergebnisse der Umfrage:

OMFIF/IBM
1.  Alle Befragten sind optimistisch, was den Einsatz von Smart Contracts angeht, da dies den Zentralbanken Flexibilität bei Zahlungs- und Abwicklungsprozessen bietet, z. B. welche Form ein Token annehmen und wer der Geldgeber sein würde.
2. 69 % der Befragten gaben an, dass die Ausfallsicherheit des Systems für die Zentralbanken immer wichtiger wird.

Der Bericht erläutert außerdem den Zweck der Vereinheitlichung von CBDCs sowie die Motivationen und Anwendungsfälle für Zentralbanken, digitale Währungen einzuführen. Er beschreibt die wichtigsten Merkmale eines solchen Systems, unter anderem wer der Entwickler und Emittent sein sollte, die technologischen Optionen und Anforderungen für ein erfolgreiches Zahlungssystem, die praktischen und regulatorischen Herausforderungen sowie die möglichen Risiken und politischen Auswirkungen.

Die Teilnehmer der Umfrage waren Mitglieder von Institutionen, die CBDCs für ihr Firmenkundengeschäft erforschen und testen (38 %), sowie aus solchen, die derzeit nicht in diesem Bereich tätig sind (62 %). Die Banco Central do Brasil, die South African Reserve Bank, die Norges Bank, die Deutsche Bundesbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of Finland gehörten zu den Institutionen, die an der Umfrage teilnahmen.

IBM

Die Zen­tral­ban­ken spie­len heut­zu­ta­ge ei­ne we­sent­li­che Rol­le bei der Steue­rung der Geld­po­li­tik, und sie wer­den dies auch wei­ter­hin als Grund­la­ge für sta­bi­le Volks­wirt­schaf­ten welt­weit tun. Wir be­ob­ach­ten die Wei­ter­ent­wick­lung der Block­chain und wie sie in ver­schie­de­nen In­stan­zen in ei­ner Rei­he von Bran­chen an­ge­wen­det wird, und die­se neu­en An­wen­dungs­fäl­le zei­gen, dass die Zen­tral­ban­ken nun be­reit sind, die Block­chain zu er­kun­den. Da­durch wer­den zu­sätz­li­che Ebe­nen von Ver­trau­en und Trans­pa­renz ge­schaf­fen und mög­li­cher­wei­se ei­ne neue Ban­ken­ära ein­ge­lei­tet, die von ei­ner Tech­no­lo­gie ge­steu­ert wird, die der Ban­ken­in­fra­struk­tur we­sent­li­che neue Ef­fi­zi­enz­stei­ge­run­gen bringt.“

Jesse Lund, Global Vizepräsident von IBM Blockchain

Philip Middleton
Stellvertretender Vorsitzender der OMFIFOMFIF

Viele Zen­tral­ban­ken ha­ben er­heb­li­che An­stren­gun­gen un­ter­nom­men, um die Ren­ta­bi­li­tät der Ein­füh­rung der di­gi­ta­len Pa­pier­wäh­rung als Er­gän­zung zum phy­si­schen Bar­geld zu un­ter­su­chen“, so Phi­lip Midd­le­ton. „Im Fir­men­kun­den­be­reich schei­nen die Aus­sich­ten auf di­gi­ta­le Zah­lung oder elek­tro­ni­schen To­ken-Aus­tausch in der La­ge zu sein, Vor­tei­le zu bie­ten und gleich­zei­tig ei­ni­ge der Schwie­rig­kei­ten zu ver­mei­den, die den CB­DCs im Pri­vat­kun­den­ge­schäft innewohnen.“

Philip Middleton, Stellvertretender Vorsitzender der OMFIF

Der Bericht bietet einen ganzheitlichen Überblick über die Ansätze zur Einrichtung einer CBDC für den Firmenkundenbereich und bietet Institutionen Leitlinien, wie sie Herausforderungen angehen und mit Hilfe der Blockchain-Technologie und digitalen Währung Erfolge erzielen können.

Der Bericht kann bei IBM hier nach Angabe der Kontaktdaten angefordert werden. Der Download-Link wird dann per E-Mail zugesendet.

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/79849
 
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