STRATEGIE5. Aug. 2014

VISA, V.me, Checkout und Apple – im Herbst gehts los?

Joachim Jürschick IT Finanzmagazin
Joachim Jürschick
IT Finanzmagazin
Es wird ernst: VISA kooperiert mit Apple, Apple greift PayPal an, VISA steigt derweil auf Checkout um – und – ach ja: „Google wird zur Bank“? Fehlt eigentlich nur noch: „Google kauft VISA Checkout um das Apple-Wallet auf PayPal-Basis zu verhindern“. Die Gerüchteküche brodelt heftig. Wie dem auch sei – eines zeigen die Gerüchte: Die Kunden erwarten nichts Geringeres als DIE Revolution im Payment – noch in diesem Jahr.

ABER: Google, Apple, Visa, PayPal & co sehen das alles wesentlich nüchterner. Visa Europe setzt weiter auf „V.me by Visa“ – der bankgebrandeten Visa-Lösung, denn man wolle weiter erfolgreich mit Banken zusammenarbeiten. Das Modell funktioniert. Und Visa Europe wird die digitale Wallet in diesem Jahr in Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern einführen. Das Unternehmen wird dazu zusätzliche 200 Millionen Euro in die Weiterentwicklung des europäischen Bezahlservices investieren. Punkt. Aber hat Visa nicht am 17. Juli verlautbart, man wolle „V.me by Visa“ durch „Visa Checkout“ ersetzen?

Visa Europe Ltd. ist nicht Visa Inc.

Nein – das sagte Visa so nicht. Zu verstehen ist die Verwirrung um Visa, wenn man die Firmenstruktur betrachtet: Visa Europe Ltd. ist ein eingetragenes Unternehmen mit Sitz in Großbritannien. In Kooperation mit Visa Inc. ermöglicht das Unternehmen weltweit Visa-Zahlungen, besteht und operiert aber als ein vollkommen eigenständiges Unternehmen. Visa Inc. ist für alle Märkte außerhalb Europas zuständig und wird dort eben „V.me by Visa“ durch Visa Checkout ersetzen.
In Europa bleibt „V.me by Visa“ duch Visa Europe Ltd. und die Kooperationen mit den Banken bestehen. Und es ist höchst unwahrscheinlich, dass Visa Europe sich die mühsam über Jahre aufgebaute Banken-Kooperationen mit einem Payment-Vorstoß zusammen mit Apple zerstören würde. Freilich fördert Apple mit seiner „Wir sagen nichts zu Gerüchten“-Politik genau das Entstehen von Gerüchten. Das ist gepflegte Firmentaktik.

So und so ähnlich ist es mit vielen Gerüchten, die gerade im Sommerloch durch digitale Dorf getrieben werden. Natürlich wird sich die Finanzbranche ändern – das tut sie seit Jahrzehnten. Durchdacht, schrittweise und im Rahmen der Regulierung.  Klar: Mobile Payment wird zunehmen und selbstverständlich werden StartUps weiter tolle Lösungen vorstellen. Die Cleveren werden sich mit Banken zusammentun. Doch bei aller FinTech-Euphorie gehe ich gerne mal einen Schritt zurück und lasse Fakten wirken: bei 54,4 Prozent aller Einkäufe in Deutschland wird Bargeld bewegt. Das ist dann doch beruhigend „Old school“.

Ihr
Joachim Jürschick
IT FINANZMAGAZIN

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