STRATEGIE26. März 2018

Banken und Versicherer sollten die Public Cloud nutzen, um flexibler zu werden – Gerhard Otterbach, Teradata

Plädiert für mehr Public Cloud-Einsatz: Ottebach, Teradata
Teradata

Cloud-Technologie ist als Private Cloud schon lange Teil der IT-Strategie bei Banken und Versicherern – aber Public-Cloud-Dienste wie zum Beispiel AWZ oder Azure seien stark im Kommen – auch für die Finanzwirtschaft. Teradata will Banken und Versicherern den Weg in die Public Cloud ebnen. Gerhard Otterbach (Lead Strategic Key Accounts, Teradata) stellte sich unseren Nachfragen.

Herr Otterbach, wann und in welchen Bereichen macht die Verwendung der Public Cloud für Banken überhaupt Sinn?

Ein allgemeingültiges Ja oder Nein zur Public Cloud im Bankwesen gibt es nicht. Tatsächlich hängt die Antwort auf diese Frage stark von der unternehmenseigenen IT-Infrastruktur und der Geschäftsstrategie einer Bank ab – sprich, man muss jede Bank differenziert und individuell betrachten: Wie gut sind das eigene Rechenzentrum und die IT-Mannschaft aufgestellt? Wie ist es um mein IT-Budget bestellt? Wie sind die Anforderungen meiner Privat-und Unternehmenskunden beispielsweise an mobile Services? Und so weiter.

Von Infrastructure-as-a-Service (IaaS) bis zu Software-as-a-Service (SaaS) sind die Anwendungsszenarien für die Cloud natürlich sehr breit.“

Da Banken sehr hohen Anforderungen an die Datensicherheit erfüllen müssen, sollten kritische Daten und Anwendungen in der Private Cloud bleiben, während man bei der Entwicklung neuer Apps sehr gut von der Flexibilität der Public Cloud Gebrauch machen kann.

Ab welchem Punkt lohnt sich für ein Institut oder Versicherer eine Public Cloud?

Hier gilt dasselbe wie im Fall von Banken – beziehungsweise wie für jedes andere Unternehmen aus anderen Branchen.

Die Public Cloud überzeugt durch die Flexibilität, die sie bietet, und kann dadurch die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Kostenvorteile in der Cloud ergeben sich, wenn eine gewisse Dynamik vorhanden ist, etwa durch das An-und Abschalten von Anwendungen oder im DevOps-Bereich.“

Für Unternehmen, die noch keine Erfahrungen mit der Public Cloud gemacht haben und dem Outsourcing von Daten oder Anwendungen skeptisch gegenüberstehen, bietet sich an, zunächst beispielsweise unkritische Anwendungen in die Cloud zu verlegen. An dieser Stelle gilt es aber auch mit einem wichtigen Vorurteil aufzuräumen: Bei sogenannten „Always-On“-Anwendungen, die rund um die Uhr betrieben werden, gibt es keine automatischen signifikanten Kostenvorteile einer Public-Cloud-Lösung gegenüber einem gut organisierten Private-Cloud-Betrieb.

Gerhard Otterbach, Teradata
Gerhard Otterbach, Jahrgang 1960, schloss sein Stu­di­um an der Wirt­schafts­aka­de­mie Mainz als Di­plom-Be­triebs­wirt (VWA) ab. Seit April 2016 lei­tet Ger­hard Ot­ter­bach als Sa­les Team Lead Stra­te­gic Key Ac­counts ie Teams für Fi­nan­ce, Tra­vel & Trans­por­ta­ti­on und Ma­nu­fac­tu­ring. Ger­hard Ot­ter­bach kam im Ja­nu­ar 2013 zu Tera­da­ta und war zu­nächst als Glo­bal Ac­count Di­rec­tor für die welt­wei­te Be­treu­ung von Sie­mens zu­stän­dig, ei­nem Gro­ßkun­den und wich­ti­gen Ent­wick­lungs­part­ner von Tera­da­ta. Zu­vor hat­te er als Glo­bal Ac­count Di­rec­tor bei Mi­cro­soft mit sei­nem glo­ba­len Team ei­nen welt­weit ope­rie­ren­den In­dus­trie­kun­den be­treut. Von 2002 bis 2008 war Ger­hard Ot­ter­bach im IT-Ma­nage­ment und im Sa­les-Ma­nage­ment von Sie­mens tä­tig. Sei­ne Hob­bies sind Be­we­gungs­sport­ar­ten jeg­li­cher Art, IT-In­no­va­tio­nen und ame­ri­ka­ni­sche Ge­richts­pro­zess­li­te­ra­tur.

Lässt sich damit die Arbeit für die IT vereinfachen?

Ja, unbedingt. Große Teile des IT-Managements übernimmt der Cloud Provider und die Unternehmens-IT kann sich auf ihre Kernkompetenzen, nämlich das Applikations- und Datenmanagement, fokussieren.

Welche Technologien sollte die Bank-IT dazu nutzen?

Wir raten unseren Kunden dazu, auf Software- Anwendungen zu setzen, die sowohl in Cloud-Umgebungen unterschiedlicher Anbieter als auch On-Premise im eigenen Rechenzentrum auf eigener, ggf. virtualisierter Hardware betrieben werden können. Damit hat man die größtmögliche Flexibilität, Finanzsicherheit und vermeidet einen Cloud-Vendor-Lock-In.

Was kann Teradata da leisten?

Teradata bietet als einziger Anbieter im Bereich der Analyse-Datenbanken eine Data-Warehouse-Software an, die in jeder Bereitstellungs-Plattform exakt die gleiche ist. Damit haben unsere Kunden die Option, die Anwendung auf einer Plattform, beispielsweise in der Public Cloud, zu entwickeln und zu testen; und diese dann im operativen Betrieb auf einer anderen Plattform, etwa im eigenen Rechenzentrum, einzusetzen. Sie müssen keine zusätzlichen Tests oder Anpassungen durchführen und sparen sich Ressourcen sowohl in monetärer als auch organisatorischer Hinsicht. Mit dem Ansatz Teradata Everywhere bieten wir Unternehmen zudem die Freiheit und Flexibilität, die Software Teradata Analytics für eine große Bandbreite von Bereitstellungen zu nutzen. So können Unternehmen, insbesondere im Finanzwesen, ihre Daten überall und jederzeit analysieren, und zwar genau so wie sie es möchten.

Die Themen Big Data Analytics und BI sind zurzeit in aller Munde: Sollten diese zur DNA einer Bank gehören?

Ja, unbedingt. Weil viele Geschäftsprozesse, vom CRM bis hin zum Risikomanagement und zur Fraud-Analyse, gar nicht mehr wirksam ohne Analytics und BI betrieben werden können – und die Use Cases gehen weit über Datenmanagement hinaus. Big Data Analytics sind nicht die Zukunft des Bankings, sie sind schon längst Gegenwart.

Vielen Dank für das Interview, Herr Otterbach.aj

 
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