IT-TREND 202027. Dezember 2019

Entwickler-Trend 2020: Kubernetes, Kotlin, KI und was IT’ler für das kommende Jahr wissen müssen

Der IT-Trend für 2020
Sergeybitos/bigstock.com

2020 steht vor der Tür – während im vergangenen Jahr das Java-Comeback und Python (traf ein) erwartet wurden, sehen die Entwickler von ADAC bis Young Digitals heute Kubernetes, Kotlin, ML mit besseren Trainigsdaten für das kommende Jahr vorne. Wir haben sieben spannende Technikköpfe gefragt, was wohl 2020 der Trend wird.

Verlieb dich in das Problem: Die richtige Vernetzung von Product Discovery und Delivery

Michael Cyankiewicz, Senior Innovation Consultant Young DigitalsYoung Digitals

Digitale Produktentwicklung fokussiert sich leider immer noch vorwiegend auf die reine Umsetzung bauchgetriebener Ideen, ohne sicherzustellen, ob es überhaupt ein Problem löst.“

Ob es nun um eine Produkt Neu- oder Weiterentwicklung geht – der Trend ist: verstehe erst deine Nutzer und deren Probleme und entscheide dann, ob du mit der Umsetzung startest. Durch fundierte Product Discovery können hohe Fehlinvestitionen in Produkte vermieden werden. Es geht aus IT Sicht also um die richtige Verzahnung von UX Research, Product Development und Delivery. Des Kunden Rätsels Lösung muss also nicht immer eine App sein. Das DEV Team wird sich freuen, nicht nur schnell, sondern auch das Richtige geliefert zu haben.

Michael Cyankiewicz, Senior Innovation Consultant Young Digitals

Docker Swarm am Ende – Kubernetes im Aufschwung: Einstieg und Betrieb wird leichter

Martini, CTO bei PiNCAMP powered by ADAC
Urs Martini, CTO bei PiNCAMP powered by ADACADAC

„Dass Mirantis Docker Enterprise gekauft hat, zeigt wie sehr das Unternehmen an der erfolgreichen Zukunft bastelt. Mit dem Zukauf der Containertechnologie wird Mirantis weiter an Marktmacht gewinnen.“

Docker Swarm könn­te so­gar schon in ca. zwei Jah­ren die Luft aus­ge­hen. Luft, die auf der an­de­ren Sei­te ei­nen wei­te­ren Auf­schwung be­sche­ren wird: Al­le Cloud-Dienst­leis­ter (AWS, Goog­le, Azu­re) fo­kus­sie­ren be­reits Ku­ber­ne­tes und bie­ten zahl­rei­che Ma­na­ged und Too­ling-Ser­vices an. Trotz er­höh­ter Kom­ple­xi­tät von Ku­ber­ne­tes wird somit der Ein­stieg und der Be­trieb zu­künf­tig stark vereinfacht.

Urs Martini, CTO bei PiNCAMP powered by ADAC

Kotlin im Trend – Java und Python bleiben Dauerbrenner

Thomas Maas, CEO freelancermapfreelancermap

In der Entwickler-Branche lohnt sich die Selbstständigkeit immer mehr. Seit 2016 beobachten wir einen stetigen Aufwärtstrend im Einkommen von Freelancern.“

Unsere Markt­stu­die Fre­e­lan­cer-Kom­pass be­stä­tigt das: Der durch­schnitt­li­che Stun­den­satz von Ent­wick­lern liegt mitt­ler­wei­le bei 82,32 Eu­ro – bei lu­kra­ti­ven Aus­sich­ten für nächs­tes Jahr! Be­son­ders stark nach­ge­frag­te Skills bei frei­en Ent­wick­lern sind die Pro­gram­mier­spra­chen Ja­va­Script, Ja­va und Py­thon, laut un­se­ren in­ter­nen Da­ten­aus­wer­tun­gen ge­winnt vor al­lem Kot­lin ra­pi­de an Re­le­vanz. Als wei­te­re Trend-The­men se­hen Fre­e­lan­cer vor al­lem Künst­li­che In­tel­li­genz so­wie IT-Si­cher­heit, eben­so räu­men sie Cloud Ser­vices und In­ter­net of Things für das kom­men­de Jahr wach­sen­de Bedeutung ein.

Thomas Maas, CEO freelancermap

.NET 5.0 ist Microsofts neue Chance – .NET 4 vor dem K.O.?

Dani Mohr, Leiter Software-Entwicklung kicker<q>kicker</q>
Dani Mohr, Leiter Software-Entwicklung kickerkicker

.NET Core war bereits ein erfolgreicher Schritt von der Windows-Welt hin zu weiteren Betriebssystemen, um künftige sowohl auf Microsoft-Systemen als auch anderen entwickeln zu können.

Mit der Ankündigung .NET Core und Mono zu .NET 5.0 im kommenden Jahr verschmelzen zu lassen, geht das Unternehmen einen strategisch nachvollziehbaren Schritt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Vorgängerversion .NET 4 in einigen Jahren stark an Bedeutung verlieren wird.“

Daraus wiederum leiten sich künftig teils umfangreiche Migrationsprojekte von .NET 4 auf .NET 5 ab. Für Entwickler bedeutet das, dass sie weiter „am Ball“ bleiben müssen, um die Chancen der neuen Microsoft-Plattform auszureizen.“ Dani Mohr, Leiter Software-Entwicklung kicker

Totgesagte leben länger: PHP bleibt dominierende Serversprache

Stefan Pöhner, Teamleiter Entwicklung speisekarte.de speisekarte.de

Totgesagte leben länger: PHP ist nach wie vor die dominierende Serversprache im Web. Vor allem ist mit der nächsten Version (PHP 8 mit JIT-Compiler) noch mal ein deutlicher Performance-Gewinn garantiert.“

Als Frontend-Entwickler sollte man neue Projekte direkt als Progressive Web App (PWA) andenken, da der Website Traffic zum überwiegenden Teil von mobilen Geräten kommt und das nur weiter zunehmen wird. Hier werden Frameworks wie React.js von Facebook immer wichtiger. Für die eigene Entwicklungsumgebung empfiehlt sich Docker. Es ist in den letzten Jahren zu einer vollständigen und gut unterstützten Lösung gewachsen und erleichtert das Tagesgeschäft insbesondere mit mehreren Projekten deutlich.

Stefan Pöhner, Teamleiter Entwicklung speisekarte.de

Wann kommt der nächste Schritt: PWAs für Banken und Kommunikationsdienste

Adithya Venkatraman, Market Insights Manager App AnnieApp Annie

Progressive Web Apps (PWAs) sind längst kein Trend mehr und bilden kontinuierlich die Brücke zwischen schneller nativer App und den umfassenden Funktionen einer Webseite. Doch hier sehnen sich Unternehmen und Entwickler nach der nächsten Stufe, denn für Anwendungen mit verschlüsseltem Login wie Banken- und Kommunikationsdienste sind sie bis zum heutigen Tage unbrauchbar.

Der zukünftige Schritt muss lauten, PWAs auch technologisch so weiterzuentwickeln, sodass sie umfassend für alle Branchen und Anforderungen ausgelegt sind und somit sowohl technologisch als auch mit den wachsenden Sicherheitsbedürfnissen konform gehen.“

Adithya Venkatraman, Market Insights Manager App Annie

Nachhaltige Evaluationsprozesse für Machine-Learning-Algorithmen

Andreas Gerauer, CTO Tickaroo<q>Tickaroo</q>
Andreas Gerauer, CTO TickarooTickaroo

Der Machine-Learning-Hype geht weiter – doch die Frage stellt sich, inwiefern die Modelle auch halten, was sie versprechen.“

Im Trainingsszenario liefern sie oft die gewünschten Resultate, in der Praxis zeigen sich aber immer wieder Schwächen. Oft werden diese erst spät erkannt, da eine Evaluation der getroffenen Vorhersagen nicht stattfindet. Schon die Trainingsdaten müssen daher besser auf den realen Einsatz abgestimmt werden und die Ergebnisse im Live-Betrieb überwacht werden. Hier nachhaltige Evaluationsprozesse zu entwickeln, wird künftig eine noch größere Herausforderung für die Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche.

Andreas Gerauer, CTO Tickaroo

 
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