STRATEGIE31. Dezember 2019

Software zur Automatisierung von Finanzprozessen: Sieben Zukunftsprognosen für 2020

2020 - 7 Prognosen
Jackie Niam/bigstock.com

Der Einsatz neuer Technologien im B2B-Bereich erfolgt oft zögerlich. Allerdings verspricht das Jahr 2020 einen Aufholprozess. Das B2B-FinTech Serrala prognostiziert sieben Trends, die die Finanzwirtschaft 2020 prägen könnten.

1. KI und Machine Learning für Finanz- und Treasury-Prozesse

Im Jahr 2020 werden Unternehmen verstärkt die realen Vorteile von Künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen (Machine Learning, ML) sowie Roboter-gestützter Prozessautomatisierung (RPA) erkennen und nutzen. Mit Softwarelösungen und flexiblen Cloud-basierten Mikroservices werden diese Technologien in Zukunft fester Bestandteil unternehmerischer Strategien sein.

Im Treasury- und Finanzbereich wird zum einen eine höhere Effizienz bei deutlich niedrigeren Kosten erzielt, zum anderen werden Prozesse beschleunigt und verbessert. Konkret wird sich dieser Trend im Einsatz intelligenter, sogenannter Chat-Bots bemerkbar machen.“

Diese digitalen Assistenten beantworten beispielsweise Kunden- und Lieferantenanfragen. Darüber hinaus wird Software Einzug in die Finanz- und Treasury-Abteilungen halten und Finanzprozesse noch mehr als bisher automatisieren. Angefangen bei eingehenden und ausgehenden Zahlungen über Klärungsfälle und Streitbeilegungen bis hin zur Berechnung von Bonitäts- und Betrugsrisiken.

2. Mindestens eine Komponente in der Cloud

Möchten Unternehmen die technologischen Vorteile der Digitalisierung optimal nutzen, werden sie um das Thema Cloud als wichtigen Bestandteil ihrer IT-Strategie kaum herumkommen. Cloud-Technologie bildet die Basis für hochskalierbare Lösungen mit starker Rechenleistung und den Zugriff auf große Datensätze. Sie ebnet den Weg für den Einsatz kognitiver Technologien wie KI oder ML. Derzeit nutzen viele Unternehmen einen hybriden Cloud-Ansatz, um bestehende ERP- mit neueren Cloud-Systemen zu vernetzen. Auf diese Weise profitieren sie von der neuen Technologie und schöpfen gleichzeitig noch so viel Wert wie möglich aus ihren bestehenden ERP-Systemen. Gleichwohl ist der Trend eindeutig:

Selbst wenn Unternehmen nicht ihr gesamtes System in die Cloud verlagern – bis Ende 2020 wird ein Großteil der Firmen mindestens eine Komponente ihrer IT-Infrastruktur in der Cloud betreiben.“

3. Digitale Assistenten suchen die richtigen Erkenntnisse

2020 wird das Jahr der virtuellen Assistenten im Finanzbereich.“

Sie führen den Benutzer durch die Anwendungen und machen FinTech-Lösungen so einfach zu bedienen wie ein Smartphone. Chat-Bots beispielsweise erleichtern Analysen und das Reporting. Sie können unter anderem Umsatzberichte automatisiert erstellen und machen Informationen in Echtzeit über ein zentrales Dashboard verfügbar. Digitale Assistenten schließen so die Lücke zwischen Conversational und Visual Analytics. Sie schaffen eine neue Benutzerfreundlichkeit, die bisher vor allem im B2C-Umfeld weit verbreitet war. Das Potenzial dieser neuen User Experience für den B2B-Bereich ist enorm. Mit der Zeit werden intelligente und vollautomatisierte Lösungen Analysen optimieren und auf diese Weise valide Daten für bessere Geschäftsentscheidungen zur Verfügung stellen – und das auf Knopfdruck.

4. Instant Payments revolutionieren den Zahlungsverkehr

Unternehmen geraten nicht zuletzt auch wegen steigender Kundenerwartungen weiter unter Druck: Niemand möchte stunden- oder tagelang warten, bis eine Überweisung abgeschlossen ist. Das muss heutzutage binnen Sekunden passieren.

Technologietreiber wie Instant Payments liegen im Trend hin zu einer deutlich stärkeren Automatisierung von Finanzprozessen. In diesem Kontext werden Echtzeit-Zahlungen in den kommenden Monaten zum Wendepunkt für Unternehmenssysteme und -prozesse.“

Anstatt Zahlungen etwa in Batches zu verarbeiten, kann jeder einzelne Zahlungsvorgang zu jeder Zeit sofort ausgeführt werden. Anstatt Transaktionen zu sammeln und Zahlungsbündel zu initiieren, führen Treasurer mit Instant Payment Zahlungen aus, sobald diese genehmigt sind.

5. Neue Dienstleistungen setzen Innovationskraft und Agilität frei

2020 kommt es zum grundlegenden Wandel in der Prozessoptimierung: Unternehmen erwarten zunehmend schnellere Implementierungszyklen.“

Über Serrala
Serrala (Website) ist ein B2B-Payment-FinTech. Das Unternehmen will Cash-Transparenz und sichere Finanzprozesse ermöglichen. Serrala unterstütze derzeit (nach eigenen Angaben) mehr als 2.500 Kunden mit Technologie, Automatisierungslösungen und Beratung. Das schließe die Automatisierung aller Prozesse und ausgehenden Zahlungen sowie das Management der damit verbundenen Daten und Dokumente ein.
Das Unternehmen beschäftigt über 600 Mitarbeiter und habe Niederlassungen in Europa, Nordamerika, Asien und dem Nahen Osten.
Auch On-Demand-Services und Pay-As-You-Go-Optionen werden gefordert. In Zukunft sind Managed Automation Services ein Schlüsselfaktor für Flexibilität und Skalierbarkeit. Sie sind Voraussetzung, um neue Technologiestandards nutzen zu können. Das Prinzip: Mit Managed Automation delegieren Unternehmen komplexe und repetitive Aufgaben an einen kompetenten Anbieter ab. Ein Beispiel ist der Formatabgleich, der sich so weitaus schneller und ressourcensparender abwickeln lässt. Oder die Datenerfassung. Hier lassen sich außerdem nachgelagerte Prozesse verbessern, indem Fehler, Betrug oder Ausnahmefälle automatisch erkannt und vermieden werden. 

6. Betrugsprävention wird Top-Thema für Treasury und Finance

Mehr als 80 Prozent der Unternehmen waren bereits Opfer von Betrugsversuchen und Cyber-Angriffen. Das zeigen Ergebnisse des 2019 Global Treasury Benchmarking Survey von PwC – Phishing-Angriffe, Cyber-Kriminalität und interne Betrugsversuche werden auch 2020 weiter zunehmen. Daher bleibt der Schutz vor Betrugsversuchen im Jahr 2020 einer der Schwerpunkte für Treasurer. Unternehmen suchen zunehmend nach digitalen Werkzeugen, um manuelle Fehler zu reduzieren und Zahlungsprozesse proaktiv vor Betrugsrisiken zu schützen.

Ein automatisierter Betrugsmonitor ist eine Lösung, die Unternehmen 2020 zunehmend einsetzen werden.“

Damit lassen sich sämtliche Zahlungen nach einem definierbaren Kriterienkatalog auf Anzeichen von Betrug überprüfen und einzelne Zahlungen blockieren. Hilfreich ist für Treasurer zudem eine zentrale Übersicht über alle relevanten Cashflow-Informationen in einem zentralen Dashboard. Aus diesem Grund werden Lösungen für mehr Transparenz über alle Zahlungsprozesse immer beliebter.

7. User Experience bleibt Mittelpunkt der Kundenbindung

In Zukunft sind Nutzer nicht nur auf der Suche nach hochwertigen Waren und Dienstleistungen. Sie erwarten darüber hinaus auch ein einzigartiges Kundenerlebnis und wählen Marken, die diese Erwartungen erfüllen.

Moderne Technologie bietet in Bezug auf die Auswertung von Marken, Waren und Dienstleistungen enorme Möglichkeiten. Mit ihnen lassen sich beispielsweise Kundenstimmungen messen und analysieren.“

Heute schon können Unternehmen operative Daten (O-Daten) zum Konsumverhalten sammeln, zum Beispiel welches Produkt wie oft gekauft wird, oder ob Zahlungen pünktlich erfolgen. Allerdings bleiben Firmen in Bezug auf Information zu Erfahrungen und Meinungen ihrer Kundschaft – sogenannte X-Daten – oft im Unklaren. Wie bewerten Kunden ein Produkt? Oder das Unternehmen? Sind sie mit der Produktqualität, dem Lieferprozess und der Kommunikation mit dem Unternehmen im Allgemeinen zufrieden? Es sind die schlechten Erfahrungen, die zum Anbieterwechsel veranlassen. Mit der Kombination von X- und O-Daten können sich Unternehmen künftig eine ganz neue Welt des Experience-Managements erschließen. Das wiederum hilft dabei, tiefere und profitablere Kundenbeziehungen aufzubauen.

 
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