ETHEREUM NEWS3. Juli 2017

Ethereum News: Hype, Blase oder weiterhin die relevanteste Plattform

Dirk Emminger

Skalierungsprobleme, Flash Crash, Fake News über den Tod von Vitalik Buterin, Daimler wickelt Schuld­schein­dar­lehen über Ethereum Technologie ab – seit dem Grundlagen-Artikel vom 19. Juni 2017 hat sich viel getan. Zeit für eine Zusammenfassung der Ereignisse und ein wenig Forschung nach den Gründen für die extremen Kursschwankungen in den letzten zwei Wochen.

von Dirk Emminger 

Skalierungsprobleme besonders während ICOs

Das die Ethereum-Plattform bei steigender Nutzung/Last Probleme mit der Skalierung bekommen könnte, wurde schon bei frühen ICOs Anfang Mai immer wieder diskutiert. Überraschend war wohl für viele, dass es bei den jüngsten Coin Offerings zu einem solch hohen Transaktionsrückstand kommen würde, dass das gesamte Netzwerk betroffen war. Während des Status ICOs war es kaum möglich, auch nicht mit dem ICO in Zusammenhang stehende Transaktionen über das Netzwerk zu senden. Auf der einen Seite waren die Ethereum-Enthusiasten glücklich über die zunehmenden Transaktionen, auf der anderen Seite trat die Besorgnis ein, da die absolute Höhe von 300.000 Transaktionen nicht ansatzweise ausreicht, um große Use Cases auf der Plattform in Zukunft zu ermöglichen.

Dirk Emminger

Skalierungsprobleme bei Blockchain-Plattformen sind nichts Neues, und man sollte die aufkommenden Probleme nicht als Scheitern der Idee an sich darstellen. Wichtig ist nun, dass bei Ethereum die aktuell geringe Anzahl der Developer erhöht wird und man fokussiert an Lösungen arbeitet.“

Dirk Emminger

Ideen und erste Ansätze wurden schon umgesetzt, so wurde auf Seiten der Miner bzw. der großen Mining Pools das sogenannte Gas Limit angepasst und auch über zentrale „off chain“ Lösungen wird zunehmend diskutiert. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Ethereum Community ziemlich geschlossen und schnell reagiert hat.

Unterschiedlichste Erklärungen über den Flash Crash

Am 21. Juni 2017 im frühen Abend passierte es. Während Bitcoin und andere Cryptocurrencys den Tag über relativ stabil waren, hatte Ethereum mit großen Volatilitäten zu kämpfen. Nach einem Rutsch von USD 360 auf USD 260 und anschließender Erholung auf USD 315 fiel der Kurs innerhalb weniger Sekunden auf USD 13, um sich Millisekunden später wieder bei rund USD 300 zu fangen.

Über die Gründe dieses Flash Crashs gibt es diverse Ausführungen/Vermutungen.

Auf der einen Seite werden die Gründe in den oben ausgeführten Skalierungsproblemen, problematischen Einstellungen bei Minern und in Zusammenhang mit dem Status ICO gebracht. Auf der anderen Seite gibt es Berichte, in denen von einem millionenschweren einzelnen Ether-Verkauf in Höhe von USD 12,5 Millionen die Rede ist, der den Preis in Kombination mit ausgelösten Stopp Loss Orders in den Keller schickte.

Fakt ist, dass egal welcher Grund diesen Flash Crash auslöste – das Vertrauen wurde auf eine weitere Bewährungsprobe gestellt.

Cryptonews

Kurios – Lebendbeweis über die eigene Blockchain

Noch kurioser als der Flash Crash und ebenfalls nicht zuträglich für das Vertrauen und den Kurs ist die Tatsache, dass eine Fake-News-Meldung über den Tod vom Miterfinder Vitalik Buterin den Ether-Kurs teilweise um zweistellige Prozentpunkte fallen ließ.

Ethereum MercedesPixabay

Vitalik Buterin sah sich genötigt, auf Twitter das Gerücht zu wiederlegen, dass er bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Nach dem Vorfall brauchte der Kurs lange, um sich wieder zu stabilisieren. Dieser Vorfall zeigt sehr deutlich, dass die Plattform aktuell noch sehr abhängig von einigen wenigen Entwicklern/Köpfen ist. Vielleicht ist es manchmal auch nicht sinnvoll, die Namen von Cryptocurrency-Entwicklern so in den Vordergrund zu stellen wie bei Ethereum.

Daimler und LBBW platzieren Schuldscheindarlehen mit Smart Contracts auf der Blockchain

Eine positive Nachricht der letzten zwei Wochen war die Pressemeldung der LBBW und Daimler über den erfolgreichen Piloten, eine Schuldscheintransaktion über Blockchain-Technologie und Smart Contracts abzubilden. Dabei platzieren die Technologie-Dienstleister der beiden Firmen ein Schuldscheindarlehen bei den Kreissparkassen Esslingen Nürtingen, Ludwigsburg, Ostalb sowie der LBBW. Das Volumen des Darlehens ist EUR 100 Millionen mit einer Laufzeit von einem Jahr. Die gesamte Transaktion wurde von der Initiierung über die Platzierung, die Zuteilung und den Vertragsabschluss auf einer privaten Blockchain nach dem Ethereum-Protokoll abgebildet und mit Hilfe eines Smart Contracts automatisiert.

Neben dem Weg der Platzierung über die Blockchain wurde natürlich mangels fehlender Regulierung auch der klassische Weg eingehalten.

Fazit : Keep clam and enjoy the ride

Dirk Emminger

Wir blicken zurück auf zwei bewegte Wochen mit extremen Ausschlägen (vor allem) nach unten. Wenn man die Nachrichten der letzten Wochen isoliert betrachtet, könnte man tatsächlich denken, dass die Plattform in extremen Schwierigkeiten steckt und ein Crash unweigerlich bevorsteht. Die spannende Frage ist allerdings auch, wie man im Bereich Cryptowährungen und Blockchain-Umfeld einen Crash definiert. Die oben gezeigten Beispiele zeigen, dass die Plattform selber und die Währung Ether aktuell extrem auf Neuigkeiten reagieren. Umgedreht bedarf es wahrscheinlich aber auch nur ein paar weniger positiver Meldungen und der Kurs erreicht wieder neue Höchststände.

Bei allen Schwankungen darf man nicht vergessen, dass die positiven Eigenschaften der Plattform / Use Cases aus dem vorherigen Artikel vom 19. Juni weiterhin Bestand haben.Dirk Emminger

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https://www.it-finanzmagazin.de/?p=52662
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