STRATEGIE26. Mai 2020

Feedback-Kultur: Technische und IT-Teams langfristig zum Erfolg coachen

Alex Bierhaus, CTO Compeon
Alex Bierhaus, CTO Compeon

Kein Bereich in einem Unternehmen entwickelt sich so schnell weiter wie die IT. Neue Technologien und Prozesse sind in der Vergangenheit insbesondere von der schnellen und agilen Arbeitsweise der Informationstechnologie geprägt, teilweise geschaffen worden und finden nun in allen Bereichen der Unternehmen Umsetzung – agiles Projektmanagement, Kan Ban oder Design Thinking sind die wohl gängigsten Entwicklungen, die heute in vielen Unternehmen zur Anwendung kommen. Gerade für IT-Teams ist eine offene und freie Feedback-Kultur wichtig.

von Alex Bierhaus, CTO Compeon

Die besondere Arbeitsweise und die damit verbundene Schnelligkeit im IT-Bereich haben direkte Auswirkungen auf Teams und damit auch auf die Führungskräfte. In diesem Beitrag gehe ich auf die Besonderheiten der Feedback-Kultur für IT-Teams ein und gebe jungen Führungskräften Tipps, wie sie eine kooperative und harmonische Struktur in ihren Teams schaffen. Ziel ist, die Motivation der Mitarbeiter nachhaltig zu fördern und so ein produktives Miteinander zu ermöglichen.

Starre Strukturen ade – Warum Feedback situativ sein muss

Halbjahresgespräche und Jahresendgespräche sind in vielen Unternehmen ein gängiges und erprobtes Führungsinstrument. Damit soll sichergestellt werden, dass Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen und einem klar strukturierten Rahmen Rückmeldung zu ihrer Leistung erhalten.

Das Problem bei dieser starren Art von Feedback:

Die vielen kleinen Momente und Projekte dazwischen gehen im Prozess unter und sind dann drei oder vier Monate nicht mehr so präsent in den Köpfen der Beteiligten.“

Insbesondere die Einzelleistung im Team ist dann teils schwierig zu rekapitulieren. Um hier einen regelmäßigen und zielgerichteten Austausch zu etablieren, ist es wichtig, auch spontan Feedback zu geben und damit die ausgetretenen Pfade der Jahresendgespräche zu verlassen. Der Vorteil: Situationen können direkt im Anschluss besprochen werden. Das Feedback wird dadurch viel genauer, aktueller und damit auch wertvoller für die Mitarbeiter. Zudem lassen sich so auch mittjährig Entwicklungen anstoßen.

Individuelle Ansprache anstatt Schema F

Zu Beginn der neuen Strukturen sollten sich Teamchefs grundsätzlich ein genaues Bild ihres Teams machen: Welche Ziele hat ein jeweilig Mitarbeitender extrinsisch, wie motiviert er sich, wo liegen Stärken und welche Entwicklungsfelder haben die Personen jeweils?

Regelmäßige Einzelgespräche, bspw. im Wochenturnus, helfen nicht nur bei der Bestandsaufnahme, sondern verbessern den Zusammenhalt im Team und zeigen, welche Herausforderungen die einzelnen Mitarbeiter gerade umtreiben. Um einen möglichst kooperativen und produktiven Führungsstil zu etablieren, können Führungskräfte hierbei Hilfestellung leisten. So finden Mitarbeiter selbst eine Lösung oder in dem Fall, das dies durch den jeweiligen Mitarbeiter nicht erfolgen kann, da zum Beispiel Hierarchien eine Rolle spielen, nehmen sich die Führungskräfte der Sache an. Leitlinien für eine gute Unterstützung bilden dabei Punkte wie die Kommunikationsfähigkeit, Problemlösungsstrategien und persönliche Fähigkeiten des jeweiligen Teammitglieds.

Autor Alex Bierhaus, CTO Compeon
IT braucht eine gute Feedback-Kultur - sagt Alex Bierhaus, CTO CompeonAlex Bierhaus ist CTO und geschäftsführender Gesellschafter bei Compeon (Website), dem Online-Portal für Mittelstandsfinanzierung. Er hat langjährige Erfahrung in der IT-Beratung mit Fokus auf Banken und Versicherungen. Nachdem er zuerst selbst ein Beratungsunternehmen gegründet und aufgebaut hat, ist er seit 2016 Teil von Compeon.
Auch ein täglicher kurzer Austausch am Morgen am Arbeitsplatz des Mitarbeiters als tägliche Begrüßungsroutine hilft den Mitarbeiter dabei, wichtige und dringende Themen zu platzieren und den Mitarbeiter besser kennenzulernen.

Folgende Schritte helfen dabei, eine kontinuierliche Feedback-Kultur bei sich und Mitarbeitern zu etablieren.

Mitarbeiter beachten

Teamchefs sollten ihre Mitarbeiter eingehend beachten, um ihnen entsprechendes Feedback geben zu können.“

Wichtig: Beachten bedeutet in diesem Fall nicht beobachten. Absolute No-Goes sind beispielsweise Mitarbeitern hinterherzuspionieren, Gespräche zu belauschen oder sich durch Arbeitsergebnisse wie Software-Codes zu arbeiten.

Sich Zeit nehmen

Nicht nur die Teammitglieder profitieren von regelmäßigem Feedback, sondern auch die Führungskräfte.“

Durch kleine Diskussionen lernen diese so nicht nur ihre Mitarbeiter besser kennen, sondern verbessern auch die eigene Art, Feedback zu geben.

Neben diesen agilen und kurzen Feedback-Sessions sollten die festen Jahresgespräche auch weiter genutzt werden, um so übergreifenden Themen Platz einzuräumen, beispielsweise zu Gehaltsthemen oder Beförderungen.

Fazit: Führungskräfte sind immer Teil eines Teams

Eine gute Führungskraft ist mit einem Ohr immer direkt am Team dran und nimmt kleine Veränderungen bewusst wahr. Durch regelmäßigen Austausch und einen festen Rahmen beim Feedback geben steigern Teamleiter das Vertrauen ihrer Mitarbeiter aber auch den Zusammenhalt im Team. So erhalten Teammitglieder mehr Raum, trauen sich schlussendlich auch mehr zu und haben mehr Spaß bei der Arbeit!Alex Bierhaus, CTO Compeon

 
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