SB & FILIALE30. Juni 2021

Filialen werden in 5 Jahren „tot“ sein, meinen zwei Drittel der Bankmanager

Temenos, EIU Report

Laut einer Studie der britischen Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag des Banken­software­anbieters Temenos glauben 65% der befragten Bankmanager weltweit, dass das Bankgeschäft in den Filialen innerhalb von fünf Jahren „tot“ sein wird. Der Bericht mit dem Titel “Branching out: can banks move from city centres to digital ecosystems?” basiert auf einer Anfang des Jahres 2021 durchgeführten Umfrage unter 305 leitenden Führungskräften des globalen Bankwesens. Die Studie zeigt, wie Schließungen der Filialen infolge der Corona-Pandemie, neue Technologien und der verschärfte Wettbewerb durch FinTechs, Super-App-Plattformen und Technologiegiganten die digitale Transformation beschleunigt und eine Verschiebung der Prioritäten und Geschäftsmodelle im Bankensektor ausgelöst haben.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Bankgeschäfte auch ohne Filialen online oder mobil abgewickelt werden können. Für die Verbraucher ist der Gang in die Filiale zumeist nicht mehr notwendig. Diese Erfahrung wird die Kundenanforderungen nachhaltig verändern und die Digitalisierung beschleunigen. Daher glauben 65 % der weltweiten Bankmanager, dass das Geschäft in Zweigniederlassungen innerhalb von fünf Jahren „tot“ sein wird, während vor vier Jahren lediglich 35 % dieser Ansicht waren. Den stärksten Stimmungswandel erlebten dabei die Regionen Europa und Nordamerika.

Antworten auf die Frage: "Werden Filialen in den nächsten 5 Jahren sterben?"
Antworten auf die Frage, ob Filialen innerhalb der nächsten 5 Jahre sterben werdenTemenos, EIU Report

65 Prozent der befragten Bankmanager weltweit sehen neue Technologien wie Cloud, Künstliche Intelligenz und APIs als den Trend, der in den nächsten vier Jahren die größten Auswirkungen auf den Sektor haben wird, noch weit vor der Regulierung mit 38 % und sich ändernden Kundenanforderungen mit 29 %. Darüber hinaus glauben sogar 81%, dass die Erschließung von Werten durch Künstliche Intelligenz das Unterscheidungsmerkmal zwischen gewinnenden und verlierenden Banken sein wird. Banken konzentrieren ihre Technologieinvestitionen auf Cybersicherheit, KI und Cloud-Computing, während sie zugleich Projekte der digitalen Transformation beschleunigen.

Temenos, EIU Report

Laut der Studie glauben 81 % der Banker, dass Banken versuchen werden, sich eher nach dem Kundenerlebnis als nach Produkten zu differenzieren. Damit wenden sich viele etablierte Banken strategischen Partnerschaften und Investitionen in Technologie zu, um vertrauenswürdige Bankpartner und Anbieter verbraucherfreundlicher Bankerlebnisse zu werden. Die Pandemie war ein Katalysator für Zusammenarbeit und Experimente. Fast die Hälfte (47 %) der Bankmanager erwartet, dass sich ihre Unternehmen in den nächsten zwei Jahren zu Ökosystemen entwickeln, in denen Banken ihren Kunden und anderen Finanzorganisationen Produkte und Dienstleistungen von Drittanbietern zusammen mit ihren eigenen anbieten.

Der große Wandel für uns war unsere Überzeugung, dass wir uns schnell ändern könnten, wenn wir es wirklich wollten. Vor der Pandemie hätten wie die Partnerschaften, die wir jetzt machen, nie gemacht.“

Aalishaan Zaidi, Global Head of Digital Banking bei Standard Chartered

Die Studie zeigt auch, wie die Pandemie die gesellschaftliche Rolle von Finanzdienstleistungen betont hat. Die Ergebnisse zeigen, dass Banker Mikrofinanzierung für Unternehmer (34%) und Konten für Personen ohne Bankkonto (33%) als die vielversprechendsten Geschäftsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der finanziellen Inklusion ansehen.

Open Banking und der zunehmende Wettbewerb durch Big Tech und neue Marktteilnehmer veranlassen Banken, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken. Viele streben nun danach, digitale Ökosysteme zu entwickeln, die ihren Kunden mithilfe der Leistungsfähigkeit von Cloud, SaaS und KI mehr menschliche, differenzierte Erfahrungen bieten. Dieser Bericht zeigt, dass Banker jetzt verstehen, dass Technologie diese neuen Geschäftsmodelle ermöglichen wird und entscheidend für ihre Wettbewerbsdifferenzierung ist. …“

Kanika Hope, Chief Strategy Officer bei Temenos

Über die Umfrage

Im Februar und März 2021 befragte die britische Economist Intelligence Unit im Auftrag von Temenos 305 Führungskräfte von Banken zu Themen rund um die Digitalisierung und die Zukunft von Filialen. Die Befragten kommen aus Banken in Europa (25%), Nordamerika (24%), Asien-Pazifik (18%), Afrika und dem Nahen Osten (16%) sowie Lateinamerika (17%). Sie üben verschiedene Funktionen in den Bereichen Kundenservice, IT, Finanzen sowie Marketing und Vertrieb aus. Die Hälfte sind Führungskräfte der C-Suite.pp

 
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