FUNDSTÜCK DER WOCHE25. September 2020

Reiner SCT: Online-Banking – Unterwegs im Auftrag des Herrn

Reiner SCT

Marketing ist manchmal eine der sieben Plagen der Endzeit. Wo wir schon beim Biblischen sind: Kennen Sie schon den heiligen Reiner? Der soll uns vor den Übeln des Online-Bankings schützen. Glauben Sie nicht? Dann fangen Sie mal schnell an zu beten. Denn wir haben Ihnen unser Fundstück der Woche mitgebracht.

Es gibt den heiligen Ambrosius, den Schutzpatron der Bienenzüchter, St. Appolonia, die uns vor Zahnschmerz bewahren soll und nicht zuletzt auch den 2001 erstmals vorgeschlagenen Schutzheiligen des Internets Isidor von Sevilla. Aber kennen sie schon Sankt Reiner, den Schutzheiligen des Online-Bankings? Den hat sich Reiner SCT, Hersteller von Chipkartenlesern fürs sichere Banking ausgedacht. Das Unternehmen versucht in einer Kampagne, den heiligen Reiner zum Schutzpatron zu machen und hat dafür eine bemerkenswerte (alle anderen Attribute haben wir dem Redakteur rausgekürzt – der Säzzer) Kampagne gestartet.

Zu lange am Weihrauch geschnüffelt

Eine Kampagne (https://www.reiner-muss-nach-rom.de/), wie man sie sich wohl nur ausdenken kann, wenn man etwas zu lange auf der Betriebsfeier war, etwas zu intensiv gekifft hat oder aber deutlich zu lange am Weihrauch geschnuppert hat. (Einschub: Dass diese beiden Dinge nichts miteinander zu tun haben, hat übrigens seinerzeit Christoph Drösser in der Zeit recherchiert – aber zurück zum Thema).

Pro Tag werden 12.000 Bankkonten gehackt. Ein Segen, dass es Reiner gibt. Denn keiner schützt wie Reiner. Deshalb: Wählen Sie Sanct Reiner zum Schutzpatron des Online-Bankings und gewinnen Sie eine himmlische Reise nach Rom.“

Reiner SCT

Haben Sie’s gemerkt? Sanct wie SCT… Wow! Da schlackern die Engel mit den Ohren und lassen vor Entzücken fast die Harfe fallen.

Ob der liebe Gott einem solchen Vorschlag seinen Schutz von ganz oben angedeihen lässt, eine große Bug-Plage über das Unternehmen schickt oder einfach nur das weise Haupt über so viel Unsinn schüttelt, bleibt abzuwarten. Dem Papst und den kirchlichen Würdenträgern könnt’s gefallen, die kennen sich mit Reichtümern ja bekanntermaßen gut aus. Und die Kirche an der Basis hat ja schließlich den bargeldlos-digitalen Klingelbeutel schon in einigen Varianten ausprobiert.

Aber was kann man einer solchen Idee noch hinzufügen? Wir sind ratlos… Sankt Blockchain, der seine Ketten sprengte, Sankt Marsalek, den Schutzpatron des flüchtenden Managements – oder vielleicht Sankt Spekulatius, den Heiligen der Daytrader? Wundern Sie sich also nicht, wenn bei der nächsten Messe (*hust* fünf Euro in die Wortspielkasse) ein Vertreter von Reiner SCT vor Ihnen steht und Sie fragt: „Dürfen wir mit Ihnen übers Online-Banking sprechen?“ tw

 
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