STUDIEN & UMFRAGEN23. März 2018

Studie zu Hybrid-Clouds: Akzeptanz in Unternehmen nimmt zu

AAW/bigstock.com

In immer mehr sicherheitsrelevanten IT-Umgebungen im Banking- und Versicherungswesen spielen Hybrid-Clouds eine wichtige Rolle. Selbst bei IT-Dienstleistern großer Bankenhäuser, die früher dieses Thema rigoros abgelehnt haben, ist die Hybrid-Cloud heutzutage ein Szenario, das gerade für Anwendungen, die nicht direkt mit Kundendaten zu tun haben, immer häufiger in Erwägung gezogen und umgesetzt wird. Doch wie genau geht das vor sich und was sind die Befindlichkeiten von Unternehmen im Bezug auf den Einsatz von Hybrid-Clouds? Das hat jetzt eine Studie von NTT Communications ermittelt.

NTT Communications Corporation (NTT Com), der Geschäftsbereich der NTT-Gruppe für ICT, Cloud und Kommunikationslösungen, hat anhand einer Studie ermittelt, wie Hybrid-Clouds wirklich in europäischen Unternehmen implementiert werden. Der Umfrage zufolge verfügen bereits zwei Drittel der Befragten über eine Strategie oder ein Pilotprogramm für die Hybrid-Cloud. Diese Unternehmen managen ihre Cloud-Umgebungen derzeit auf verschiedene Art und Weise, aber nur 16 Prozent planen, eine Single-Cloud für alle Anforderungen zu nutzen.

Multi-Cloud-Modell: Es geht nicht um ‚entweder – oder‘

Über 80 Prozent der Unternehmen setzen auf eine Kombination unterschiedlicher Cloud-Umgebungen, ohne dass die IT-Prozesse zwischen diesen vollständig integriert oder formalisiert sind. Dieses Multi-Cloud-Modell gilt als der Standard für ihre IT-Infrastruktur. Die Einführung von Hybrid-Clouds führt diesen Ansatz weiter und schafft eine Umgebung, die einen hohen Grad an Interoperabilität und integriertem Management bietet.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

1. Multi-Cloud-Umgebungen sind nun bei 84 Prozent der Unternehmen im Einsatz. Gründe hierfür sind die gefühlte schnellere Bereitstellung, niedrigere Kosten und höhere Agilität. Dabei überwiegt die Einführung von Hybrid-Clouds als bevorzugte Variante.

2. 63 Prozent der Befragten verfügen über eine formale Strategie oder eine Pilotanwendung für eine Hybrid-Cloud. Auch hier überzeugen Vorteile wie schnellere Bereitstellung, niedrigere Kosten und höhere Agilität.

3. Legacy-Workloads aus ihrer bisherigen IT-Umgebung unverändert oder nach einer Überarbeitung (Refactoring) in eine neue Umgebung zu verlegen, ist für rund 44 Prozent der Grund für die Einführung einer Private Cloud.

4. Datensicherheits-, Datenschutz- und gesetzliche Verpflichtungen – einschließlich der aktuell anstehenden Anpassung an die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) – geben den (Speicher)Ort für Daten in Hybrid-Clouds vor. 45 Prozent der Unternehmen bewerten Sicherheit und Compliance als kritische Aspekte bei ihren Hybrid-Cloud-Plänen.

5. Etwa 23 Prozent der Studienteilnehmer schätzen Migration, Onboarding und Management von Cloud-Workloads als Dienste mit zentraler Bedeutung für ein hybrides Vorgehen ein; hierfür würden sie die Unterstützung von Dritt-Service-Providern anstreben.

6. Managed-Security-, Netzwerk- und Mehrwertdienste sind die drei bevorzugten Arten, mit Hilfe derer Unternehmen Herausforderungen in den Bereichen Identity, Compliance und Connectivity bei hybriden Infrastrukturen bewältigen wollen.

7. 48 Prozent der großen und multinationalen Unternehmen wollen Hybrid-Clouds auf Basis von Azure-Stack nutzen, entweder um ihre bestehende Legacy-Umgebung zu ergänzen oder im Rahmen einer Strategie, um diese mit Hilfe ihrer Service-Provider auf einen ‚as-a-Service’- IT-Betrieb umzustellen.

Hybrid-Cloud für Leuchtturmprojekte bei Banken und Versicherungen

Andere Untersuchungen hatten in der Vergangenheit gezeigt, dass unabhängig von Unternehmensgröße und -kultur selbst in Branchen wie der Banken- und Versicherungs-IT die Bereitschaft zugenommen hat, einzelne Anwendungen in die Hybrid-Cloud zu migrieren. Gerade bei Anwendungen, bei denen Entwickler federführend entscheiden, ist die Bereitschaft zur Nutzung der Cloud tendenziell höher. Auch bei Applikationen, die neu geschaffen werden und bei denen folglich keine Reibungsverluste durch die Migration zu erwarten sind, landen tendenziell häufiger in der Cloud.

Laut Damian Skendrovic, CEO bei NTT Com Managed Services, gibt es viele Gründe für das gewachsene Interesse an der Hybrid Cloud:

Unter den wichtigsten Treibern findet sich der Wunsch, Applikationen und Services schneller bereitzustellen, um die Agilität im Unternehmen zu verbessern. Doch dies bringt zugleich Herausforderungen mit sich, darunter das Security-Management, mehr Komplexität im operativen Betrieb und die Migration von Legacy-Anwendungen.“

Damian Skendrovic, CEO bei NTT Com Managed Services

Während viele Unternehmen diese Ziele mit Hilfe eigener Mitarbeiter und IT-Ressourcen verwirklichen wollen, sind andere dazu gemäß der Studie nicht in der Lage. Service-Provider werden daher eine wichtige Rolle spielen. Ihren wachsenden Bedarf an Diensten in den Bereichen Workload-Migration, -Onboarding und Multi-Cloud-Management werden viele Unternehmen decken, indem sie diese an spezialisierte Infrastruktur- und Applikations-Service-Provider auslagern.

Multi-Cloud wird oftmals als Zwischenschritt hin zu einem vollständigen Hybrid-Cloud-Aufbau betrachtet. Über 80 Prozent der im Rahmen dieser Studie Befragten nutzen aktuell Multi-Cloud-Umgebungen. Dabei variiert der Anteil an Integration, Migration und Interaktionen zwischen ihnen. Außerdem fällt auf, dass rund ein Viertel der Unternehmen bereits auf die Hybrid Cloud umgestiegen ist – wenn man die Definition einer nahtlosen Bereitstellung einer einzelnen Geschäftsfunktion über verschiedene Umgebungen hinweg zugrunde legt.“

Liam Eagle, Research Manager bei 451 Research

Die paneuropäische Hybrid-Cloud-Studie wurde im Auftrag von NTT Com und Dell EMC von den Analysten von 451 Research in 14 europäischen Ländern durchgeführt. Zielgruppe waren 1.500 CIOs und IT-Leiter von Großunternehmen in den Schlüsselbranchen Finanz- und Versicherungswesen, Fertigung, Einzelhandel, Professional Services, Distribution sowie Logistik. – Details zum aktuellen Stand der Hybrid-Cloud-Einführung, zu den beliebtesten Varianten, zu den Präferenzen bei Service-Partnern und Service-Prioritäten sind der Studie zu entnehmen. tw

 
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https://itfm.link/68230
 
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