PAYMENT-STRATEGIE27. Juni 2017

Wie Technologie-Trends den Verbraucher beeinflussen – Panagiotis Karasavvoglou, SIX Payment im Interview

Panagiotis Karasavvoglou, Country Head Germany bei SIX Payment ServicesSIX Payment Services

Die Verbraucher nutzen Technologie und werden von ihr beeinflusst. Das setzt Maßstäbe. IT Finanzmagazin hat mit Panagiotis Karasavvoglou, Country Head Germany bei SIX Payment Services, darüber gesprochen, wie moderne Bezahl­me­thoden wie Mobile Payment das Verbraucher­verhalten beeinflussen und welche Bezahltrends bald auf Banken und Verbraucher zukommen.

Herr Karasavvoglou, Sie sitzen ja nun an der Quelle: Wie hat sich denn nun die Zahlungslandschaft in den letzten Jahren verändert?

Händler fokussieren sich verstärkt darauf, den technikaffinen Millenials und der Generation Z einen reibungslosen Check-out zu gewährleisten – sowohl im Laden als auch online – um keinen Umsatz durch abgebrochene Käufe zu verlieren und die Kunden­bindung zu stärken. Gleichzeitig ist Sicherheit ein Muss.

Händler stehen so vor der großen Herausforderung, eine Balance zwischen Kundenerlebnis und den damit verbundenen Kosten zu schaffen.“

Und wie hat Technologie das Verbraucherverhalten verändert?

Technologie verändert nicht nur die Konsumentenansprüche, sondern auch die Auswahl der Bezahloptionen, die Händler ihren Kunden online und im Geschäft anbieten können. Damit Händlern keine Umsätze aufgrund fehlender Bezahlmöglichkeiten entgehen, ist es besonders wichtig, die Zahlungstrends ihrer Kundensegmente im Blick zu behalten. Denn die Zahlungslandschaft wird sich immer weiterentwickeln.

Welche Bezahltrends werden Ihrer Meinung nach in der nahen Zukunft zur Realität?

Das Schlagwort heißt Omni-Channel und bedeutet ein nahtloses Shopping-Erlebnis über alle Kanäle hinweg. Als Vision existiert das Konzept schon eine Weile. Erfolgsentscheidend sind vollständig integrierte Bezahlsysteme, die Effizienz auf ganzer Linie sicherstellen. Die Synchronisierung aller Touchpoints und Zahlungspunkte auf einer Plattform könnte für viele Händler zur Herausforderung werden. SIX Payment Services bietet bereits integrierte Lösungen für POS und E-Commerce an, welche Optionen wie „Click and Collect“ und „Click and Return“ unterstützen. In beiden Fällen wird eine E-Commerce-Zahlung begonnen und vor Ort im Geschäft abgeschlossen.

Was die etwas fernere Zukunft betrifft, so arbeiten Zahlungsdienstleister derzeit an einer „Unique ID“ für jeden Kunden, die es ermöglicht, einen zahlenden Kunden über alle Kanäle hinweg zu identifizieren.“

Für Kunden würde die Zahlung vereinfacht und Händler erhielten die Möglichkeit, den Fluss neuer und bestehender Kunden zu verfolgen, um ihr Angebot zu optimieren.

Panagiotis Karasavvoglou
Panagiotis Karasavvoglou ist Executive Director, Country Head Germany bei SIX Payment Services. Das Unternehmen bietet Finanzinstituten und Händlern Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Karasavvoglou betreut den Bereich seit 2012. Zuvor war er seit 2008 Head of International Sales von SIX Pay/ SIX Multipay. Davor war er unter anderem bei Elavon Financial Services tätig.

Welche Herausforderungen gibt es im Bereich Bezahllösungen? Was sind die Kriterien für die Auswahl eines (neuen) Dienstleisters?

In erster Linie muss ein Händler seine eigenen Anforderungen genau kennen. Manchmal ist eine einfache POS-Lösung die kosteneffektivste Option, vorausgesetzt sie ist skalierbar und bietet eine Reihe weiterer Optionen. Andernfalls würde jede Geschäftserweiterung – neue Kanäle, Länder, Segmente – unweigerlich die Einführung neuer Bezahlsysteme erfordern. Gleiches gilt natürlich auch für größere Unternehmen mit besonderen Anforderungen. Wir haben für diesen Bereich cCredit entwickelt, ein in das Kundensystem integriertes Software-Terminal. Zusammen mit einem einfachen PINpad steuert cCredit Kartenzahlungen sicher, schnell und zuverlässig. Die Integration des Software-Terminals ist einfach, seine Architektur ist modular und flexibel. Die Lösung lässt sich lokal im Kassensystem integrieren oder über einen zentralen Server betreiben. Unsere größeren Kunden schätzen die Möglichkeit einer zentralen Steuerung und den Echtzeitzugriff auf alle Terminals bei Wartungsbedarf.

SIX ist europaweit aktiv. Wie unterstützen Sie internationale Unternehmen? Können Sie Beispiele nennen?

Wir arbeiten mit mehreren europäischen und internationalen Kunden zusammen, unter anderem dem deutschen Schuhhändler Deichmann, der Edelmarke Louis Vuitton und dem Luxusjuwelier Bucherer. Neben unserem Status als Multibrand-Acquirer verdanken wir unseren Erfolg einer weltweit einsetzbaren standardisierten Lösung, welche neben internationalen Kartenmarken die Abwicklung von landesspezifischen Bezahlformen und Mehrwertdiensten unterstützt.

Werden mobile Zahlungen bei Verbrauchern weiter an Boden gewinnen?

Mobile Zahlungen sind aus einigen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Unabhängig von ihrem Formfaktor (Karte, Sticker, Armband usw. sind bereits gang und gäbe) werden kontaktlose Zahlmethoden den Hochfrequenzbereich erobern.

Natürlich wird es immer die Anhänger von Bargeld geben, ebenso wie Menschen die nicht dazu bereit sind, ihre Daten zu teilen. Wir können getrost von der Koexistenz von Bargeld, Karten, Smartphones und vielen weiteren Bezahlformen auf etliche Jahrzehnte hinaus ausgehen.“

SIX macht es sich zur Aufgabe, die gesamte Zahlungslandschaft mit verlässlichen Diensten zu unterstützen.

Herr Karasavvoglou, vielen Dank für das Gespräch.fb

 
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