STRATEGIE26. Oktober 2020

Zero Cost Software-Modernisierung bei Banken und Versicherern – geht das überhaupt?

Dr. Ulrich Meyer Experte für Zero Cost Software Transformation bei Banken
Dr. Ulrich Meyer, Direktor Geschäftsbereich Banken bei GFTGFT

Die Business-Software von Banken und anderen Unternehmen ist ein heiliger Gral, das Rückgrat der gesamten Organisation, ohne das ein geordnetes Geschäftsleben nicht möglich ist. Deshalb sollte die Software eigentlich so modern, schnell und leistungsfähig sein wie nur möglich. Gleichzeitig hängen jedoch so viele Abläufe und Abhängigkeiten daran, dass viele Firmen lieber an diversen Ecken an- und umbauen, als eine wirklich neue, zukunftsfähige Lösung zu etablieren. Ein möglicher Ausweg aus diesem Dilemma heißt „Zero Cost Transformation“.

von Dr. Ulrich Meyer,
Direktor Geschäftsbereich Banken bei GFT

Das Mo­dell Ze­ro Cost Trans­for­ma­ti­on klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Un­ter­neh­men las­sen ih­re Le­ga­cy-Soft­ware über ei­nen de­fi­nier­ten Zeit­raum hin­weg von ex­ter­nen Ex­per­ten mo­der­ni­sie­ren, oh­ne dass da­für zu­sätz­li­che Kos­ten ent­ste­hen. Doch der Rei­he nach: Le­ga­cy-Soft­ware ist in der Re­gel hoch­kom­plex. Lässt sich die Er­neue­rung der um­fang­rei­chen Tech­no­lo­gie­land­schaf­ten, die über Jahr­zehn­te ent­wi­ckelt, ver­än­dert und be­trie­ben wur­den, tat­säch­lich ein­fach und kos­ten­neu­tral aus­la­gern? Oh­ne, dass das Ta­ges­ge­schäft dar­un­ter leidet?

Ein Blick auf die aktuelle Lage in vielen Unternehmen zeigt die Dringlichkeit von Komplett-Modernisierungen: Die Weiterentwicklung der bestehenden Systeme ist meist teuer und langwierig, die Release-Prozesse gestalten sich schwierig, die Wartungskosten sind in der Regel hoch. Häufig sind die Systeme zudem in ihren Ursprüngen so betagt, dass Mitarbeiter, die sich gut damit auskennen, nach und nach in den Ruhestand treten und eine kaum zu schließende Knowhow-Lücke hinterlassen. Und nicht zuletzt ist es kaum möglich, die althergebrachten Legacy-Systeme in digitale Ökosysteme zu integrieren – was aber wichtig wäre, um mit der Digitalisierung Schritt zu halten.

Der Status quo erschwert also Innovationen und führt dazu, dass Marktanforderungen häufig nicht schnell genug umgesetzt werden können – ein Teufelskreis.“

Darüber hinaus sind beim Modernisieren gewachsener Systeme sehr viele Anwendungen und Abhängigkeiten zu betrachten, um unerwünschte Nebeneffekte zu vermeiden. Entsprechend aufwändig gestaltet sich die Planung und Abwicklung der eigentlich so dringenden Überarbeitung. Das macht neben externer Unterstützung meist auch erheblichen Kapitaleinsatz nötig. Oft fehlt es jedoch an verfügbaren Mitteln. Sei es, weil die hohen Betriebskosten für Altanwendungen das Budget bereits aufzehren oder weil der steigende Kostendruck größere Investitionen vereitelt.

Kostenneutrales Transformationsmodell

Die zentrale Frage lautet also: Wie können Firmen ihre Legacy-Software rasch und umfassend modernisieren, ohne dafür zusätzliches Geld in die Hand zu nehmen? Der IT- und Software-Dienstleister GFT Technologies, der seit mehr als 30 Jahren Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien unterstützt, hat eine mögliche Antwort gefunden, nämlich „Zero Cost Transformation“. Dabei handelt es sich um ein Transformationsmodell, mit dem Firmen jeder Branche und Größe ihre Business-Software planbar und kostenneutral modernisieren können.

Wie funk­tio­niert das Gan­ze? Für ei­ne zu­vor ver­ein­bar­te Lauf­zeit über­nimmt GFT die tech­ni­sche Be­treu­ung und Ver­ant­wor­tung für die Be­stands­soft­ware. Das be­auf­tra­gen­de Un­ter­neh­men be­zahlt per Jah­res­pau­scha­le nicht mehr als die plan­mä­ßi­gen Be­triebs- und War­tungs­kos­ten, er­hält aber ei­nen ent­schei­den­den Mehr­wert: GFT er­le­digt par­al­lel die ge­wünsch­ten Mo­der­ni­sie­rungs­ar­bei­ten. Ent­hal­ten sind Kon­zep­ti­on, Pro­jekt­ma­nage­ment, Ent­wick­lung, Im­ple­men­tie­rung und Roll­out so­wie War­tung, Pfle­ge und Sup­port. Die Be­treu­ung des Sys­tems kann bei Be­darf auch nach En­de der ver­ein­bar­ten Pro­jekt­lauf­zeit beim Dienst­leis­ter blei­ben.

Autor Autor Dr. Ulrich Meyer, Direktor Geschäftsbereich Banken bei GFT
Nach seinem Studium der Physik, Mathematik und Philosophie arbeitete Dr. Ulrich Meyer in diversen Positionen innerhalb der Finanzbranche. Sein Know-how basiert auf über 20 Jahren Erfahrung in der Beratung von Finanzdienstleistern. So war er unter anderem für entory / NTT DATA und Steria Mummert Consulting tätig, davon vier Jahr als Bereichsvorstand Financial Services. Seit September 2017 verstärkt Meyer das Team der GFT Technologies SE in Deutschland und leitet als Direktor den Geschäftsbereich Banken.

Win-Win-Situation mit klarem Planungshorizont

Spannend ist nun zu klären, wie sich das Modell finanziert und warum Zero Cost Transformation eine Win-Win-Situation für beide Projektpartner sein kann. Ein simpler, aber wichtiger Grund besteht darin, dass GFT die technische Bestandsbetreuung dank eines großen, internationalen Expertenpools meist kostengünstiger umsetzen kann als der Kunde selbst. Darüber hinaus ist die Arbeitsweise von GFT so ausgelegt, dass sich durch agile, inkrementelle Modernisierungsschritte frühe, rasch aufeinander folgende Ergebnisse erreichen lassen. Viele davon führen direkt zu Senkungen bei den Betriebskosten – und amortisieren sich damit schnell. Um dem Kunden volle Planungssicherheit zu geben, geht GFT mit allen nötigen Investitionen in Vorleistung, während sich die Modernisierung nach und nach aus der zunehmenden Ersparnis finanziert.

Da­mit die Rech­nung auf­geht, wer­den Mo­der­ni­sie­rungs­ziel, Um­set­zungs­auf­wand, nö­ti­ge Be­triebs­kos­ten­ein­spa­rung und Lauf­zeit vor­ab in ei­nem Busi­ness Ca­se de­fi­niert. Der Dienst­leis­ter be­kommt da­durch ein rea­lis­ti­sches Zeit­fens­ter für die Än­de­run­gen und ei­ne kla­re Fi­nan­zie­rungs­pla­nung für die ent­ste­hen­den Pro­jekt­kos­ten. Das Kun­den­un­ter­neh­men legt in dem Busi­ness Ca­se fest, wie die neue, in der Re­gel mo­du­lar auf­ge­bau­te Soft­ware-Land­schaft aus­se­hen soll, da­mit sie auf die Ge­samt-Di­gi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie ein­zahlt und neue Mög­lich­kei­ten für die Zu­kunft er­öff­net.

Beschleunigte Release-Zyklen

Gibt es bereits Beispiele aus der Praxis? Zero Cost Transformation wird von Firmen vielfältig genutzt, häufig mit dem Ziel, Software-Monolithen zu modularisieren. So gelang es einem GFT-Kunden aus dem Bankenbereich, seine Release-Zyklen für Mobile-Banking-Features von sechs Monaten auf einen Monat zu verkürzen. In einer anderen Bank wird derzeit eine Cobol-basierte Host-Anwendung modularisiert und auf eine günstigere Betriebsplattform gehoben. Bei einem aktuell diskutierten Fall geht es um das Einziehen einer API-Schicht in einer älteren Anwendung mit dem Ziel, Sensordaten aus Produktionsmitteln im Backend zu verarbeiten. Und für ein Industrieunternehmen zerlegt GFT gerade eine 15 Jahre alte Anwendung, um sie cloudfähig zu machen. Bereits in die Cloud gebracht hat der IT-Dienstleister 28 Anwendungen einer US-Vermögensverwaltung. Unter anderem sind dadurch die Supportteam-Kosten (2nd Level) um 65 Prozent gesunken, während die Anwendungsperformance um 38 Prozent gestiegen ist.

Unter dem Strich bietet Zero Cost Transformation viele Vorteile – bei sehr geringem Risiko. Firmen erhalten investitionsfrei eine hochmoderne Software, die ihnen in Zeiten zunehmender Digitalisierung einen Wettbewerbsvorteil sichern kann.“

Dank agiler Methoden und Continuous Delivery können Kunden ihre digitale Transformation und Wertschöpfung deutlich schneller vorantreiben als in der Vergangenheit. Zudem gibt ihnen die Partnerschaft mit einem Dienstleister wie GFT im Rahmen eines Zero Cost Transformation-Projekts die notwendige Kapazität zurück, um sich auf strategische Initiativen zu konzentrieren, während die Modernisierung bestehender Applikationen und Funktionen anderweitig sichergestellt ist.

Mehrwerte durch Zero Cost Transformation:

  • Technologie-Transformation in eine moderne Service-Architektur
  • Verbesserte Produktstabilität
  • Reduzierte Wartungskosten
  • Deutlich geringere Komplexität
  • Höherer Automatisierungsgrad
  • Kürzere Time-to-Market durch Continuous Delivery
  • Keine Anfangsinvestitionen
  • Finanzierung aus den Einsparungen der Modernisierung
  • Iterativer Einstieg, der die Vorteile von Beginn an sichtbar macht
Dr. Ulrich Meyer, GFT
 
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