STRATEGIE9. Nov. 2016

„Es gibt nichts für lau – nirgendwo!“ – Interview mit easyCredit TeamBank Vorstand Christian Polenz

Christian Polenz, Vorstand der TeamBank TeamBank
Christian Polenz, Vorstand der TeamBank TeamBank

Die Nürnberger TeamBank ist der Raten­kredit­experte der genos­sen­schaft­lichen FinanzGruppe. Mittlerweile fokussiert sich die TeamBank auf ihr Kernprodukt „easyCredit“, das seit 2008 als „der faire Credit“ auch in Österreich angeboten wird. Getreu dem Motto: „Wir denken alles vom Kunden her“ soll das Produkt kontinuierlich weiterentwickelt werden. Dazu gehört der „friktionslose“ Ratenkauf im Internet und am Point of Sale. Wie das genau abläuft und welche strategischen Ziele sonst noch verfolgt werden, wollte Rudolf Linsenbarth von Christian Polenz, Vorstand der TeamBank erfahren.

Herr Polenz, „Wir denken alles vom Kunden her“ ist ja ein schönes Motto. Wo merkt der Kunde das denn bei Ihren Produkten?

TeamBank
TeamBank

Der Kunde ist online und offline unterwegs. Wir folgen dem Kunden, er kann uns dadurch sofort erreichen und wir begleiten ihn auch beim Kanalwechsel. Bei unserem klassischen Ratenkredit easyCredit ist es schon lange möglich, dass ein Kunde zwischen den Kanälen wechseln kann. Er hat also die Möglichkeit, online seine Daten einzugeben und vor Ort in einer Geschäftsstelle der Volksbanken und Raiffeisenbanken abzuschließen, ohne dass er seine Angaben ein zweites Mal machen muss.

Mit unserem neuen Produkt Ratenkauf by easyCredit bieten wir dem Kunden genau dort eine Finanzierung an, wo er sie nachfragt: beim Einkauf im Internet oder Laden.

Die Fragen wurden gestellt von Rudolf Linsenbarth
Linsenbarth-Rudolf-516Rudolf Linsenbarth ist Seni­or Consultant für den Be­reich Mobile Payment und NFC bei COCUS Con­sul­ting. Zuvor war er elf Jah­re im Bank­bereich als Seni­or Technical Specia­list bei der TARGO IT Consulting (Crédit Mutuel Banken­gruppe). Linsenbarth ist ei­ner der pro­fi­lier­tes­ten Blog­ger der Fi­nanz­szene und kommentiert bei Twit­ter un­ter @holimuk die aktuellen Entwicklungen. Alle Beiträge schreibt Rudolf Linsenbarth im eigenen Namen.

Der Online-Kredit ohne Medienbruch ist bisher immer die große Herausforderung für eine Bank. Wie bewerkstelligen Sie das?

Das hängt vom Kanal ab. Beim klassischen Ratenkredit erhalten die Kunden nicht nur die Kreditzusage online, sondern hier sind wir seit Mitte des Jahres in der Lage, den Kunden zu authentifizieren und eine Remote-Signatur zu bewerkstelligen.
Etwas anders sieht es beim Ratenkauf aus. Hier fragt der Kunde über unsere Web-Anwendung eine Ratenzahlung für das Produkt an. Nachdem wir zuvor die Bonität des Kunden geprüft haben, ist der Verkauf zwischen Händler und Kunde abgeschlossen. Danach kommt es zu einem Forderungsverkauf an die TeamBank. Es handelt sich beim Ratenkauf by easyCredit also nicht um einen klassischen Kredit, sondern um ein Factoring-Geschäft.

Dieser Forderungsverkauf ist ja nichts grundsätzlich Neues. Hier gibt es schon seit Jahren Dienstleister, die dem Handel einen derartigen Service anbieten und auch PayPal ist vor kurzem in dieses Geschäft eingestiegen. Fürchten Sie die Konkurrenz?

Die TeamBank ist der erste und bislang einzige Anbieter, der eine einfache und einheitlich gestaltete Lösung zur Verfügung stellt. Im Übrigen darf man sich vor Wettbewerb nicht scheuen. Der Kunde will ja nicht in erster Linie einen Kredit, sondern sich einen Wunsch erfüllen. Die Frage ist also, wer hat das beste Angebot aus Sicht der Kunden und Händler. Dass dieser Kundenwunsch zunehmend an Relevanz gewinnt, zeigt sich in den enormen zweistelligen Wachstumsraten im Online-Geschäft. Dieses Segment können und wollen wir bedienen.

Teambank
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Wie gestaltet sich dieser Wettbewerb? Pochen Sie bei den Vertragshändlern auf Exklusivität und bieten Sie auch 0%-Finanzierungen, wie sie bei einigen Elektronik-Händlern gängige Praxis sind?

Nein, wir benötigen keine Exklusivität und nein, 0%-Finanzierungen bieten wir nicht an. Es gibt nichts für lau – nirgendwo! Letztlich wird der Kunde nämlich in solchen Fällen immer auf irgendeine Art und Weise monetarisiert, wenn nicht direkt, dann eben im Nachgang, dann wenn er nicht damit rechnet. Wofür wir stehen, ist Transparenz und Qualität. Bei uns gibt es keine versteckten Kosten. Wenn ein Kunde einen Kredit wünscht, prüfen wir sehr genau, ob dieser Wunsch erfüllt werden kann, ob Sparfähigkeit und -willigkeit vorhanden sind. Das führt zu einer hohen Kundenzufriedenheit. Nur so entsteht ein nachhaltiges Geschäftsmodell!

Ok, wenn Sie sich jetzt entsprechend aufgestellt haben, wie generieren Sie das Neukundengeschäft?
Ist paydirekt auch ein möglicher Vertriebsweg?

TeamBank
Unter ihrem jetzigen Namen firmiert sie seit 2007. Die Geschichte der Bank, insbesondere im Kreditgeschäft, reicht aber zurück bis auf das Jahr 1950. Die Übernahme durch die DZ BANK erfolgte 2003 und drei Jahre später wurde das Filialnetz, damals noch norisbank, an die Deutsche Bank veräußert.
Un­ser Vertrieb ist sehr breit auf­ge­stellt. Zu­nächst einmal nut­zen 84% der Volks­ban­ken und Raiff­ei­sen­banken „easyCredit“ bei der Herausgabe ei­nes Ra­tenkredits. Online-Kredi­te vermit­teln wir im Direktvertrieb an den Kun­den. Beim Online-Ein­kauf arbei­ten wir mit Firmenkun­den der Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie mit PSPs wie CardProcess oder Hei­delpay zu­sammen. Über CardProcess als Zahlungs­dienst­leis­ter am physi­schen PoS errei­chen wir die Kun­den auch direkt an der La­denkasse. Selbstverständlich stellt auch paydirekt ei­ne gu­te Opti­on für den Ra­tenkauf by easyCredit dar.

Herr Polenz, vielen Dank für das Gespräch.Rudolf Linsenbarth

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