STRATEGIE17. Juli 2017

Änderungen der Blockchain: Droht der Bitcoin-Währung die Spaltung?

Allexxandar / Bigstock

Umfassende Veränderungen stehen der Kryptowährung Bitcoin ins Haus. Das anstehende Software-Update könnte im schlimmsten Fall die Spaltung bedeuten. Auf jeden Fall sollten FinTechs und Finanzdienstleister, die mit der Kryptowährung handeln oder diese verwalten, einige Punkte beachten. 

Der Bitcoin-Währung, genauer gesagt der dahinter liegenden Blockchain-Technologie, stehen einige Veränderungen ins Haus. Grund hierfür ist die in den letzten Monaten stark steigende Nachfrage nach der Kryptowährung. Dabei soll die Blockgröße der Blockchain von einem auf zwei Megabyte erhöht werden, um eine schnellere Abwicklung der Transaktionen zu ermöglichen. Diese könnten sich, wie es heißt, derzeit auf mehrere Tage ausdehnen.

Die Implementierung des Updates unter dem Namen Segwit2x soll am 1. August erfolgen (ab dem 26. Juli bereits implementierbar sein) und dann auch Offchain-Buchungen ermöglichen. Dabei soll in Zukunft die zentrale Blockchain umgangen werden können, indem die Abwicklung zwischen zwei Handelspartnern dezentral erfolgt und lediglich das Ergebnis der Transaktion in die Blockchain übertragen wird – für Händler und Finanzdienstleister ein echter Gewinn, für die Schürfer und Puristen zum Teil ein rotes Tuch.

Für FinTechs, Banken und Finanzdienstleister, die sich mit dem Handel von Bitcoins beschäftigen, bringt diese Neuerung zum einen eine deutliche Beschleunigung des Handels, zum anderen auch erweiterte Möglichkeiten bei der Durchführung von Transaktionen. Doch diese Öffnung des Handels, die dem gestiegenen Handelsangebot Rechnung trägt, ist nicht bei allen Marktteilnehmern wohl gelitten. Viele sehen auch Nachteile, wie sich in Forendiskussionen zeigt: Befürchtet wird , dass hieraus Betrugsmöglichkeiten entstehen könnten.

Bitcoin: Wachsendes Misstrauen

Daher wächst offenbar das Misstrauen, was sich in sinkenden Kursen niederschlägt: Von zum Höchststand im Juni rund 2.500 Euro auf zeitweise unter 1.800 Euro ist der Kurs in den letzten Tagen gesunken und ob das Vertrauen in die Bitcoin-Währung erhalten bleibt oder nachhaltig leidet, wird sich erst noch erweisen müssen. Denkbar sind zwei Szenarien: Es findet sich eine Mehrheit, die das geplante Update Anfang August unterstützt und es bleibt bei der Reformierung der Blockchain. Oder aber es kommt zur Spaltung zwischen alter und neuer Teilwährung – eine Entwicklung, über die wohl die meisten Schürfer und Käufer nicht glücklich sein dürften. Die „Abstimmung“ wird auch mit Hilfe des Updates direkt erfolgen: Blöcke ohne Segwit-Support (Segwit steht für Segregated Witness) würden dann abgewiesen und nicht mehr akzeptiert.

Bitcoin-Handel: Schwierige Lage für Finanzdienstleister und Kunden

Für Finanzdienstleister, die mit Bitcoins zu tun haben, ist die Lage derzeit noch etwas unübersichtlich. Es sieht aber im Moment danach aus, dass die Mehrheit  den Segwit-Support und die damit einhergehenden Neuerungen supporten wird. Bereits ab dem 26. Juli müssen alle Blocks in der Blockchain die Akzeptanz für BIP141 (also das Segwit2x-Update) signalisieren. Für den jeweiligen Dienstleister bringt die Neuerung auch aufgrund der schnelleren Transaktionen niedrigere Kosten mit sich. Lediglich bei den Schürfern, die zu 95 Prozent zustimmen müssen, ist dieser Wert bislang noch nicht erreicht.

Insgesamt könnte auch zum 1. August zumindest für einige Zeit der Handel mit Bitcoin stark eingeschränkt sein, weil die Bitcoin-Entwickler den Kunden raten, 48 Stunden davor und einige Stunden danach keine Bitcoins zu akzeptieren und ihre privaten Schlüssel zu sichern, auch wenn die Bitcoins an fremde Dienste ausgelagert sind.tw

 
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