STRATEGIE4. Oktober 2019

FinTech-Kollaboration: Warum Banken davon nur profitieren können – Teil 2

FinTechs machen Banking modern ... und Banken auch
krugli/bigstock.com

Die FinTech-Szene wächst in Europa und in den USA; die stetige Entwicklung neuer Technologien mit innovativem Charakter aus der Startup-Ecke verändern die Finanzbranche signifikant und in hohem Maße nachhaltig. Es wirkt wie ein Rundumschlag, der die alt-etablierte Finanzwelt samt traditioneller Geschäftsmodelle gehörig ins Wanken geraten lässt. Doch FinTechs lassen sich nutzen …

von Eric Funke, Journalist

FinTechs werden für Investoren stetig interessanter. Das Branchenwachstum eilt so schnell voran, dass etablierte Banken stellenweise die Sorge plagt, sie könnten mit der jungen Innovationswelle und den einhergehenden rasanten Entwicklungen nicht mehr mithalten. Besonders unter dem Augenmerk der derzeitig befindlichen wirtschaftlichen Ära: Digitalisierung und Automatisierung, in der ein jener möglicherweise Morgen gewinnt, der sich an die neu gegebenen Umstände schnell und flexibel (..und innovativ?) anpassen kann.

Wettbewerbsvorteile erschließen mithilfe von FinTech-Kooperationen?

Aus Sicht einer Bank wird der Wettbewerb aber nicht nur zugespitzt aufgrund der Vielzahl der in den Markt eintretenden jungen Startups, die mit ihren innovativen Lösungen aufwarten und den Markt aufrütteln – sondern besonders zusätzlich durch jene (Bank-)Konkurrenz, die die technologischen Errungenschaften der jungen FinTechs für sich schneller und besser vorteilhaft zu Nutzen weiß – und es zudem potenziell in die eigenen Angebote integriert. Einfach festgestellt: Wer im Wettrennen schneller ist, dem winkt der Wettbewerbsvorteil.

Für die Aufrechterhaltung der eigenen Wettbewerbsposition u. Umsätze werden traditionelle Bankhäuser mittlerweile dazu gedrängt, mit markt-konkurrierenden FinTechs in verschiedenen Dimensionen zusammenzuarbeiten, damit u. a. die von heutigen Kunden verlangten innovativen Mehrwertdienste angeboten werden können.

FinTechs haben den traditionellen Bankhäusern viel zu bieten

Das moderne Phänomen um die schnell wachsende und aufsteigende Branche der innovativen FinTechs beschäftigt sehr viele Bankhäuser – national wie international. Das Kredo: Den Freunden nahe sein – doch den FinTechs lieber noch näher (.immerhin potenzielle Wettbewerbsfeinde, die einem die Geschäftsfelder abluchsen wollen..).

FinTech-Errungenschaften in die eigenen Prozesse und Angebote zu integrieren, scheint angesagt. In Gedanken ja schön anzusehen: Lassen wir die Jungen, die Startups, doch ihre forschen Innovationen entwickeln – wir greifen auf diese später gerne zurück, von Innovationen in der Robotik bis zur künstlichen Intelligenz (KI) – für die effiziente und effektive Transformierung unseres eigenen Geschäftsgebahrens und Bankhauses. Noch besser aber, natürlich: so früh wie möglich mit den FinTechs kollaborieren – um auf die Innovation möglichst schnell selber zugreifen zu können um sich eigene Wettbewerbsvorteile auf dem Markt zu verschaffen.

Autor Eric Funke, Journalist
Eric Funke ist Texter und freier Autor für Betriebswirtschaft, Finanzen und IT. Leidenschaftlich widmet er sich tagtäglich der tollen Herausforderung, komplexe Sachverhalte verständlich und lebhaft darzulegen.
Die Integrierung von FinTech-Innovationen in das eigene Bankenökosystem erfolgt unter verschiedenen Motivationen. So ist ein interessanter Aspekt beispielsweise die generelle Reduzierung von Kosten oder ein verbesserter Kundenservice. In stürmischen Zeiten der Digitalisierung können moderne FinTech-Lösungen allgemein den Banken dabei helfen, ihren eigenen ROI (Return on Investment) zu stabilisieren.

Eine Kooperation kann für FinTechs ebenfalls lohnenswert sein

Ja, um die eigenen Lösungen und Leistungen an die Menschen zu bringen, benötigen FinTechs erst einmal Kunden; das bedeutet: kosten- und zeitintensive Akquise. Zuweilen haben mittlerweile immer mehr FinTechs erkannt: Banken können ihnen dabei helfen. Das ist ein wahrhafter Pluspunkt, für den es sich u. a. lohnt, eine Kollaboration mit einem eigentlich konkurrierenden Bankhaus einzugehen. Ebenfalls können Banken ihnen mit ihren wohl aufgebauten Strukturen unterstützend unter die Arme greifen, wenn es darum geht, Cross-Border-Geschäfte zu etablieren. Weiter können ebenso Vorzüge darin gesehen werden, zu einem Bestandteil eines etablierten Ökosystems einer großen Bank zu werden.

Wie obig formuliert ersichtlich wird: auf beiden Seiten – Bank und FinTech – kann von einer Kollaboration profitiert werden.

Einer Kooperation zwischen FinTech und Bank stehen jedoch oftmals einige praktische Hemmnisse im Wege. So ist sie doch ebenso abhängig von den individuellen Erwartungshaltungen und Motivationen der potenziellen Kooperationspartner.

Ein häufig vorhandenes Hemmnis auf Seiten der Banken jedenfalls liegt zunächst ganz praktisch bei der Integration der innovativen Technologien in alt-bewährte (..die Betonung liegt auf „alt“, IT meist sogar aus den 70er Jahren..) IT-Strukturen. Diese erschweren es grundsätzlich, das Potenzial der innovativen FinTech-Lösungen für die eigenen (Geschäfts-) und (Anpassungs-)vorhaben vollständig zu nutzen.Eric Funke, Journalist

Literaturverzeichnis:
I Dai Bedford, J. B. a. K. M.: How banks can unleash the potential of FinTech, s.I.: EY. 2018
IIBates, R: Banking on the Future: An Exploration of Fintech and Consumer Interest, s.I.: s.n. Juli 2017
III EY: Unleash the Potential of FinTech in Banking, S.I.: s.n. 2017.

 
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