STRATEGIE10. August 2020

Bitkom fordert Gleich­berechtigung … von Bargeld, Karte und Smartphone

Bitkom Positionspapier
Bitkom

Schilder wie „Keine Kartenzahlung“ oder „Cash only“ sollen nach Vorstellungen des Bitkom in Deutschland möglichst schnell der Vergangenheit angehören. Überall wo Kunden bezahlen können, soll demnach mindestens eine europaweit nutzbare digitale Bezahlmöglichkeit verpflichtend angeboten werden müssen, fordert der Digitalverband.

Heute veröffentlichte der Verband das Positionspapier „Bitkom-Thesen zur Wahlfreiheit beim Bezahlen 2.0“. Dies betreffe die Kasse beim Bäcker oder im Kiosk ebenso wie Restaurants und Kneipen oder die Theater- und Museumskasse und Ticketautomaten.

Die Forderung nach mehr Wahlfreiheit beim Bezahlen wird von einer großen Mehrheit der Bundesbürger geteilt. Während des Corona-Lockdowns gaben in einer repräsentativen Befragung unter 1.006 Bundesbürgern ab 16 Jahren im Auftrag des Bitkom drei Viertel (75 Prozent) an, Zahlungen mit Bargeld so oft es geht zu vermeiden. 7 von 10 (71 Prozent) wünschten sich mehr Möglichkeiten, um kontaktlos bezahlen zu können (Bitkom Research).

Achim Berg, Bitkom-Präsident 
Bitkom

Ein wirklich digitaler Zahlungsverkehr ist die Grundlage der Digitalisierung. Dabei wird das Bargeld nicht abgeschafft, sondern es wird um weitere Bezahlmöglichkeiten ergänzt. Digitale Alternativen beim Bezahlen geben Kunden mehr Freiheit. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass uns digitale Technologien weniger verwundbar machen. Es ist höchste Zeit, diese Erkenntnis auch politisch umzusetzen.“

Achim Berg, Bitkom-Präsident 

Um echte Wahlfreiheit zwischen Bargeld, Kartenzahlung und der Nutzung von Smartphone oder Smartwatch zu ermöglichen, sollen nach dem Bitkom-Vorschlag bestehende Wertgrenzen beim digitalen Bezahlen gesetzlich abgeschafft werden. Bislang akzeptieren vor allem kleinere Händler oder Gastronomen digitale Zahlungen erst ab einem bestimmten Betrag, wodurch Kunden wiederum gezwungen sind, auf Bargeld zurückzugreifen. Um den Handel oder die Gastronomie bei der Bereitstellung von neuen Bezahlmöglichkeiten für ihre Kunden zu unterstützen, fordert Bitkom zugleich finanzielle Hilfen bei der Erstanschaffung von Terminals für das elektronische Bezahlen. Damit die Entwicklung eines digitalen Zahlungsverkehrs in Deutschland konsequent vorangebracht wird, regt der Verband darüber hinaus die Etablierung eines Zahlungsverkehrs-Rats beim Bundesfinanzministerium an, wie es ihn vergleichbar in anderen Ländern bereits gibt. Eine zentrale Aufgabe des Rates soll dabei sein, bei Digitalisierungsprojekten für eine stärkere Berücksichtigung des digitalen Zahlungsverkehrs zu sorgen.

Das Bitkom-Positionspapier können Sie hier herunterladen.aj

 
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