STUDIEN & UMFRAGEN17. November 2017

CIO-Umfrage von Logicalis: IT-Leiter wollen gestalten anstatt zu verwalten

Logicalis

Die mittlerweile fünfte Umfrage von Logicalis unter CIOs befragte in diesem Jahr 890 IT-Leiter in 23 Ländern zum Stand der digitalen Transformation in ihren Unternehmen, den Herausforderungen und Hindernissen sowie ihren Lösungskonzepten. Nur wenige sehen sich wirklich als Innovatoren, die meisten sehen für ihr Unternehmen eher einen mittleren Digitalisierungsgrad. Barrieren sind vor allem veraltete IT-Infrastrukturen (Legacy-Systeme) und Sicherheitsbedenken. 

Die CIOs weltweit wollen bei der Digitalisierung ihrer Unternehmen eine strategische Rolle einnehmen und wünschen sich mehr Freiheit vom operativen IT-Tagesgeschäft. Bislang bremsten vor allem das hohe Arbeitsvolumen für den laufenden IT-Betrieb sowie die immer weiter wachsenden Sicherheitsanforderungen die Möglichkeiten, den digitalen Wandel selber aktiv zu gestalten.

Lediglich 5 Prozent sehen sich laut der aktuellen Studie als „digitale Innovatoren“ und 20 Prozent als „Early Adopters“ beim digitalen Wandel. Das sind noch etwas weniger als im Vorjahr. Dahingegen steigt die Anzahl derjenigen, die ihrer Organisation einen mittleren Wert zuordnen, von 45 auf 48 Prozent. Auch deutsche IT-Leiter schreiben ihren Unternehmen dieses Jahr häufiger einen mittleren Digitalisierungsgrad zu als im Vorjahr. Es ist kaum Fortschritt zu sehen. Möglicherweise beruht diese Ansicht mit darauf, dass IT-Verantwortliche das Ausmaß der mit der Digitalisierung verbundenen Herausforderungen inzwischen klarer sehen.

Hemmnis Legacy-IT

Die vorhandene, komplexe und meist starre IT-Infrastruktur ist das größte Hindernis für die Transformation. Etablierte Unternehmen können mit ihrer „Legacy-IT“ nicht auf der grünen Wiese anfangen. Über viele Jahre wurde der IT lediglich eine operative, aber keine gestalterische Rolle zugeschrieben. 56 Prozent der CIOs sehen daher die Veränderung der Unternehmenskultur als große Herausforderung.

HemmnisseLogicalis

63 Prozent der befragten CIOs nennen außerdem Business Analytics als sehr wichtigen oder kritischen Faktor, um Innovationen im Unternehmen voranzutreiben. Für deutsche IT-Chefs beruhen die Probleme vor allem auf fehlenden oder unklaren Absprachen mit den Geschäftsbereichen (zwei Drittel von 104 Antworten). Weltweit sind Dateninseln (40 Prozent) und die Komplexität der IT-Struktur (55 Prozent) die Hauptfaktoren.

Störfaktor IT-Sicherheit

SicherheitsbedenkenLogicalis

Weiterer wesentlicher Störfaktor ist die sich zunehmend verschärfende Sicherheitslage. Die Angriffe werden immer aggressiver, ausgefeilter und umfassender. Damit machen sie den IT-Abteilungen das Leben schwer, binden verstärkt Ressourcen und bremsen IT-Innovationen. Ein Drittel der CIOs gaben an, dass Sicherheitsprobleme schon einmal IT-Projekte verhindert oder gestoppt haben. Für deutsche IT-Leiter gilt Ransomware als das kritischste Sicherheitsrisiko (81 Prozent).

Neben Cyber-Kriminalität hemmen auch lokale Datenschutzbestimmungen besonders in Europa die Bereitschaft, Cloud-Dienste stärker zu nutzen. Dies dürfte auch auf die bevorstehende Einführung der EU-Datenschutzgrundversorgung (DSGVO) zurückzuführen sein.

Logicalis

Security ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Ich bin froh, dass deutsche CIOs die Chancen und Risiken professionell abwägen und zu wichtigen Gesprächspartnern für strategische Unternehmensentscheidungen werden.“

Christian Werner, CEO der Inforsacom Logicalis GmbH.

IT-Outsourcing kaum ein Thema

Vor dem Hintergrund neuer strategischer Aufgaben für die internen IT-Abteilungen verstärkt sich der Wunsch, mehr IT-Tagesgeschäft an externe Partner auszulagern, jedoch nur leicht. Der Anteil derjenigen, die mehr als 50 Prozent outgesourct haben, ist nur geringfügig von 24 auf 25 Prozent gestiegen. In Deutschland sank der Anteil sogar von 15 Prozent im Vorjahr auf 12 Prozent. Der überwiegende Teil der Tätigkeiten rund um die IT-Infrastruktur wird weltweit nach wie vor im Unternehmen erledigt.

Optimistische Zukunftspläne

Die CIOs blicken optimistisch in die Zukunft. Sie wollen in die Modernisierung der IT-Infrastruktur und den Wandel der Unternehmenskultur investieren sowie mit zusätzlichen Schulungen und Trainings weiteres Know-how aufbauen. Die deutschen IT-Verantwortlichen setzen auf eine intensivere Zusammenarbeit der Geschäftsbereiche, auf Überzeugungsarbeit in Richtung Unternehmensführung und auf die Schulung von Mitarbeitern im Bereich Data Analytics.

Der Fünfjahrestrend der Logicalis CIO-Umfragen zeigt, dass die digitale Transformation weltweit noch sehr langsam voranschreitet. Veraltete IT-Infrastrukturen, traditionelle Unternehmenskulturen und Sicherheitsbedenken sind wesentliche Störfaktoren. Die IT-Leiter äußern immer stärker den Wunsch, digitale Mitgestalter zu werden.

Die gesamte Studie ist hier als kostenloser Download erhältlich.pp

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/60714 
 
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