STUDIEN & UMFRAGEN25. November 2021

Das Ende der Ei­gen­ent­wick­lung? Versicherer setzen bei ihren Kernsystemen auf Standardsoftware

Kernsystem
Wrightstudio Bigstock

Nur rund jeder zehnte der im Rahmen einer EY-Umfrage befragten Kompositversicherer würde beim Kernsystem-Neubau noch auf eine reine Eigenentwicklung setzen. Eine Standardlösung wird dagegen von 44 % der Teilnehmer präferiert.

Im SHUR-Bereich würden heute nur noch 13 % der Versicherer im Falle eines Kernsystem-Neubaus auf Eigenentwicklung setzen. Neben den 44 %, die sich für eine Kernsystem-Standardlösung aussprechen, stünden zudem nochmal genauso viele, die für einen Mix aus beiden Varianten sind. Der deutliche Schwenk von der Eigenentwicklung hin zur Standardsoftware ist laut Adcubum (Website) auch bei den Kfz-Bestandsführungssystemen zu erkennen.

Adcubum

Noch nutzen 80 % der befragten Unternehmen in den Bereichen Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Rechtschutzversicherung eine Inhouse-Lösung als Kernsystem, im Kfz-Bereich sind es sogar mehr als 90 %. Doch in der Branche hat ein Umdenken eingesetzt.“

Franz Bergmüller, CCO bei Adcubum

Bergmüller zufolge können Unternehmen im Zuge einer Implementierung von Standardsoftware erhebliche Effizienzgewinne erzielen. Auch bei den Versicherern sei diese Botschaft angekommen: Neun von zehn Umfrageteilnehmern bewerten die Standardisierung der Kernprozesse als positiv. Auch die vom Anbieter vorgenommene kontinuierliche Verbesserung der Software und eine schnelle Implementierung würden das Standardmodell von der Eigenentwicklung abheben.

Updates und Systemanpassungen werden bei einer Standardlösung zentral gesteuert, überwacht und eingespielt. Für das Versicherungsunternehmen entfalle damit der kostspielige Aufbau interner IT-Expertise. Die Entscheidung für ein neues Kernsystem wirke sich laut Bergmüller damit auf alle Bereiche des Konzerns aus. Denn mit der neu gewonnenen Flexibilität würden die Unternehmen die Möglichkeit erhalten, sich stärker auf ihre eigentlichen Kernkompetenzen zu konzentrieren.

Die Umfrage-Ergebnisse (absolute Zahlen) sowie die Anzahl der Teilnehmer wurden leider nicht veröffentlicht.ft

 
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