FINTECH8. November 2017

Britisches FinTech Revolut will 2018 zur Bank und Zahlungsabwickler für Kartentransaktionen werden

Revolut

Revolut (mehr…) ist mutig und kommuniziert bereits, dass das FinTech 2018 zur europäischen Vollbank werden wird. Aktuell befinde sich das Londoner Startup in Abstimmung mit der EZB sowie Zentralbank von Litauen ‚inmitten der finalen Weichenstellung‘. Außerdem arbeite man an der technischen Unabhängigkeit und baue einen eigenen Zahlungsabwickler für Kartentransaktionen auf.

Normale Finanzdienstleister sind sehr schweigsam und vorsichtig, bis sie die entsprechenden Zulassungen der Aufsichtsbehörden erhalten – nicht so Revolut:

Zum Leistungsumfang der künftigen Bank gehören auch Versicherungsprodukte – hier der Klassiker ‚Handyversicherung‘.Revolut

Das Unternehmen verkündet schon vorab, dass man ‚die Erteilung der Banklizenz sowie Aufnahme des Bankbetriebes für das erste Halbjahr 2018‘ erwarte. Mit der litauischen Banklizenz werde man in Sachen Regulatorik direkter Ansprechpartner für die Kunden. Sobald die Rahmenbedingungen erfüllt sind, werde es erste Kredit- und Sparprodukte, darunter einen Dispokredit, einen Verbraucherkredit sowie ein Festgeldangebot geben.

Revolut will Wertschöpfung nicht abgeben

Man habe sich dazu entschlossen, so der Pressesprecher, künftig das Thema Zahlungsabwicklung selbst in die Hand zu nehmen, da unter den am Markt agierenden Anbietern keiner den Anforderungen des FinTechs hätte gerecht werden können. Mit bald mehr als 1 Million Nutzern und der externen Abhängigkeit (hier spielt Revolut offenbar auf deren bisherigen Abwicklungspartner, die Lloyds Bank, an) konnte man auch nicht dem selbst gestellten Ansprüchen gerecht werden.

Mit der eigenen Zahlungsabwicklung verleihe sich Revolut und der Technologieplattform an Wert und man reduziere die Wertschöpfungskette auf die wesentlichen Teilnehmer im Kartengeschäft  (Issuer, Kartenscheme, Acquirer, Händler und Endkunde). Das erlaubt es, Kostenvorteile an Kunden weiterzureichen. Zudem verfüge das FinTech seit kurzem auch über eigene Lizenzen als Issuer von Mastercard und Visa. Gemeinsam mit der Banklizenz seien dies wichtige Bausteine, um nachhaltig und erfolgreich bestehen zu können.

Das TeamRevolut

In den letzten Monaten habe das Londoner Unternehmen – vermutlich in Vorbereitung auf den Brexit – eine starke Beziehung zur Zentralbank von Litauen aufgebaut, um sich die europäische Banklizenz zu sichern. Zudem hat sich die künftige Bank mit drei ehemaligen Bankvorständen verstärkt (mit zusammen 85 Jahre Bankerfahrung).

Revolut

Mit der eigenen Banklizenz bieten wir unseren Kunden schon bald die gewohnte Sicherheit von klassischen Bankverbindungen und gleichzeitig neue Finanzprodukte, darunter einen Dispokredit, einen Verbraucherkredit sowie ein Festgeldangebot. Mit Revolut bauen wir eine globale, mobile-first Finanzplattform, um dem Lifestyle unserer internationalen Kunden im 21. Jahrhundert gerecht zu werden.”

Nikolay Storonsky, Gründer & CEO

Datenblatt zu Revolut (Unternehmensangaben):

Gründer: Nikolay Storonsky und Vlad Yatsenko
Markteinführung: Juli 2015
Branche: FinTech, Privatkundengeschäft
Anzahl der Angestellten: 250 (wächst um 20 Personen pro Monat)
Bürostandorte: London, Krakau, Moskau, St. Petersburg, Vilnius, Berlin, Paris, Barcelona und Mailand
Banklizenz: Geplant für 2018/ Litauen
Verordnung: Europäische E-Geld-Lizenz und reguliert von der Financial Conduct Authority (FCA)
Investition: Etwa 90 Millionen US-Dollar
Key-Investoren: Index-Ventures, Ribbit Capital und Balderton Capital
Anzahl der Kunden: 950.000+
Täglich aktive Benutzer: 180.000
Monatlich aktive Benutzer: 600.000
Nutzer pro Tag: 3.000 – 3.500 pro Tag
Gesamttransaktionen: 42 Millionen
Gesamtwert der Transaktionen: 6 Milliarden US-Dollar
Geographie: Europäischer Wirtschaftsraum
Expansionspläne: Nordamerika, Mittlerer Osten, Asien, ‚Australasien‘

 

 
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