FINTECH6. Mai 2020

Modularbank: solarisBank-Konkurrent mit Angeboten für Banken und FinTechs kommt nach Deutschland

Modularbank

Modularbank ist ein 2018 gegründetes FinTech aus Tallinn (Estland), das nun mit einer Banking-Plattform nach Deutschland kommt. Von der Funktionalität scheint sich das neue FinTech ähnlich wie die SolarisBank aufzustellen – zielt aber zusätzlich zu FinTechs – auch auf transformationswillige Banken. 

Modularbank (Website) ist aus dem Unternehmen Icefire entstanden. CEO Vilve Vene entwickelt seit rund 17 Jahren (mit mittlerweile 110 Mitarbeiter) Finanztechnologie für Banken und FinTechs. So habe Modularbank bzw. Icefire über 15 Banken und Finanzinstitutionen mit aufgebaut und sei auch für die Infrastruktur des Steuersystems von Estland mit verantwortlich. Nun will das FinTech mit einer sofort einsatzbereiten Plattform, um mit ihrem Finanzprodukt schneller in den Markt einzusteigen, in Deutschland starten. Die Banking-Plattform soll besonders flexibel sein. Unternehmen (Banken, Händler, Telekommunikationsanbieter uvm.) könnten darüber in kürzester Zeit maßgeschneiderte Finanzdienstleistungen anbieten.

Modularbank: Aufgeräumtes Backend für modulare Prozesse
Aufgeräumtes Backend für modulare Prozesse.Modularbank

Zu den derzeitigen Kunden von Modularbank zählen bereits eine der größten Finanz­dienst­leistungs­gruppen Finnlands, ein führender baltischer Einzelhandelskonzern und ein an der Börse Frankfurt gelistetes FinTech, das in 23 Ländern tätig ist.

Gerade auf dem deutschen Markt sieht Modularbank viel Potenzial. Denn: hierzulande gibt es viele etablierte Unternehmen – egal ob Banken, Einzelhändler oder Automobilhersteller. Viele dieser Unternehmen befinden sich aktuell gerade noch am Start ihrer digitalen Transformation. Hier will Modularbank mit klaren Prozessen und leicht durchführbaren nächste Schritten helfen.

Modularbank

Modularbank ha­be ne­ben ei­nem Kern­bank­sys­tem u.a. Mo­du­le für Kre­dit­ver­ga­be, Ein­la­gen­kon­ten/Spar­kon­ten, Ver­mö­gens­wer­te und Si­cher­hei­ten, Fi­nanz­buch­hal­tung und Zah­lun­gen im Pro­gramm. Das CRM lie­ße sich voll­stän­dig in be­ste­hen­de CRM-Sys­tem in­te­grie­ren. Auch ei­ne fer­ti­ge PS­D2-Lö­sun­g sei ver­füg­bar. Wei­te­re Pro­duk­te: Be­richts­we­sen, AML und die In­te­gra­ti­on von Kartendiensten.

­Büro in Berlin

Im Januar hat Modularbank ein Büro in Berlin eröffnet und einen ehemaligen PayPal-Mitarbeiter als Director of Business Development für Deutschland eingestellt. Weitere Mitarbeiter für den deutschen Markt seien bereits in Planung. Die Zielgruppen des Plattform-Anbieters sind:
1. Etablierte Finanzinstitute, die ihr derzeitiges Angebot mit neuen digitalen Diensten ausbauen möchten.
2. FinTechs, die ihre Produkte auf Basis einer flexiblen und wartungsarmen Plattform entwickeln möchten.
3. Händler, Telekommunikationsanbieter und Versorgungsunternehmen, die auf eine sofort einsetzbare Lösung zurückgreifen möchten, um ihren Kunden maßgeschneiderte Finanzdienstleistungen (wie z.B. Finanzierungsmodelle) anzubieten.

Als Partner sei Modularbank besonders attraktiv, weil die Mitarbeiter bereits jahrzehntelange Erfahrung im Banking hätten, die direkt in das Produkt mit eingeflossen seien. Zudem wäre das Produktdesign der Plattform ‚extrem flexibel‘ und man biete offene Schnittstellen. So sei es möglich, die Module von Modularbank in jedes bestehende System und jede bestehende Technologie eines Unternehmens zu integrieren. Die Integration, so versprechen die Esten, könne selbst bei großen Organisationen üblicherweise innerhalb weniger Wochen erfolgen. Das Produkt ist zudem nicht nur als SaaS-Lösung verfügbar, sondern es werden auch weitere Preismodelle angeboten.

Vilve Vene ist CEO und Mitgründerin von Modularbank,
Modularbank

Gründerin Vilve Vene: Erst Icefire, dann Mitgründerin von Modularbank

Vilve Vene ist CEO und Mitgründerin von Modularbank, einem neuen FinTech-Unternehmen aus Estland, das eine flexible Banking-Plattform anbietet. Seit mehr als 25 Jahren bringt Vilve Vene Technologie in die Finanzwelt. Lange bevor „FinTech“ ein gängiger Begriff wurde, entwickelte sie bereits innovative Finanztechnologie.

Nach ihrem Abschluss in Angewandter Mathematik im Jahr 1985 arbeitete sie in den ersten Jahren ihrer Karriere in der Software-Entwicklung. 1992, nur ein Jahr nach der Unabhängigkeit Estlands, wechselte sie zur Hansabank. Mit dem Start-up wollten vier Wirtschaftsabsolventen das Bankwesen modernisieren: Ohne Startkapital und ohne Erfahrung im kommerziellen Bankgeschäft bauten sie aus der Not und mit viel Einfallsreichtum eine Bank auf, die von Anfang an digital war.

Bereits 1993 bot die Hansabank Geschäftskunden PC-Banking an. Während die Hansabank auf dem Weg war, die größte Bank in den baltischen Staaten zu werden, war Vilve Vene für die Leitung der IT-Entwicklungsabteilung mit 150 Mitarbeitern verantwortlich. Schließlich wurde die Hansabank von der Swedbank gekauft.

Im Jahr 2002 verließ Vilve Vene die Hansabank und nutzte ihren reichen Erfahrungsschatz, um das Unternehmen Icefire zu gründen – ein FinTech, das inzwischen mehr als 15 Banken und Finanzinstitute erfolgreich aufgebaut hat und für die digitale Infrastruktur des estnischen Steuersystems verantwortlich ist. 2018 gründete Vilve Vene das Start-Up Modularbank, das eine flexible Banking-Plattform anbietet, über die jedes Unternehmen seinen Kunden in kürzester Zeit nahtlose und maßgeschneiderte Finanzdienstleistungen anbieten kann.aj

 
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