STRATEGIE9. September 2022

Open Banking Europe und Open Banking Exchange verschmelzen zu OBE

Die Open-Banking-Initiative ist nun wirklich global tätig …– mit allen Regionen in einer Hand.<Q>Konsentus
Die Open-Banking-Initiative ist nun wirklich global tätig – mit allen Regionen in einer Hand.Konsentus

Open Banking Europe, die Fach- und Beratungsinitiative für den europäischen Raum, wird mit ihrem Pendant für den Rest der Welt, Open Banking Exchange, unter dem neuen Namen OBE zusammengeführt. Konsentus, unter dessen Dach beide Organisationen angesiedelt sind, will damit die Schlagkraft der Open-Banking- und Open-Finance-Beratung verstärken.

Im Rahmen der PSD2-Einführung wurde 2017 die Initiative Open Banking Europe gegründet. Dahinter standen mehr als 40 Banken, die sich im EBA Clearing zusammengeschlossen hatten. Über die Tochtergesellschaft Preta wollten sie der Zerplitterung des Marktes entgegentreten. Denn die Umsetzung der Zahlungsrichtlinie führte zu 31 nationalen Datenregistern, die teils nicht einmal maschinenlesbar waren und damit einer europaweiten Entwicklung des angestrebten offenen Finanzmarktes entgegenstanden. Auch die Weiterentwicklung ließ Böses erwarten. So waren die zuständigen Behörden (NCAs) und qualifizierte Vertrauensdienste-Anbieter (QTSPs) nicht verpflichtet, sich gegenseitig über Änderungen oder Rücknahmen zu informieren.

Open Banking Europe (OBE) wurde daher gegründet, um ein einziges, standardisiertes, vertrauenswürdiges und maschinenlesbares Repository bereitzustellen, das alle benötigten Informationen über Marktteilnehmer, länderspezifische Regularien und Technologien, insbesondere Schnittstellen (APIs) im Umfeld von PSD2, enthält. Auf diese Weise sollten sowohl Zahlungsdienstleister (PSP) wie Drittanbieter (TPP) bei der Entwicklung grenzüberschreitender Finanzservices im Rahmen der Zahlungsrichtlinie unterstützt werden. Es bildete damit einen wichtigen Nukleus für die Open-Banking-Community.

Erfolgsmodell exportiert

Im Januar 2021 übernahm Konsentus, ein britischer Anbieter von Software für Open-Banking- und Open-Finance-Anwendungen, die OBE-Initiative (IT-Finanzmagazin berichtete). Kurz darauf begann der globale Rollout unter dem Namen Open Banking Exchange: Das Modell wurde für verschiedene Weltregionen adaptiert, beginnend mit Lateinamerika.

Nachdem die beiden Initiativen gut eineinhalb Jahre parallel existierten, hat die Muttergesellschaft nun entschieden, diese zusammenzuführen. Denn die Tätigkeiten waren inzwischen sehr viel breiter geworden. Inzwischen fungieren die Organisationen auch als Berater für Regulierungsbehörden, selbstregulierte Organisationen (SROs) und nationale Gemeinschaften zur Förderung von Open Banking und Open Finance.

<Q>Konsentus
Konsentus

Eine globale OBE zu haben, versetzt uns in eine konkurrenzlose Position, um Best Practices und Erkenntnisse aus verschiedenen Rechtsordnungen zu nutzen und sie auf ähnliche Ökosysteme anzuwenden. Auf diese Weise können wir dazu beitragen, die Entwicklung von Open-Banking- und Open-Finance-Communities auf der ganzen Welt zu leiten und zu gestalten.“

John Broxis , Managing Director OBE

Breites Aufgabengebiet

Laut OBE (Website) arbeitet das Consulting- und Beratungsteam mit Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmern in folgenden Bereichen zusammen:

  • Strategische Planung: OBE arbeitet mit Zentralbanken, Regulierungsbehörden und Marktteilnehmern zusammen, um nationale und lokale Verpflichtungen und Ziele festzulegen.
  • Nationale Methodologien: OBE stellt Branchenexperten zur Verfügung, die bei der praktischen und betrieblichen Gestaltung, der Umsetzung von Governance auf Branchenebene sowie bei technischen und betrieblichen Vorkehrungen behilflich sind.
  • Bereitstellung von Standards: OBE passt Standards an, damit sie in verschiedenen Jurisdiktionen anwendbar werden und die spezifischen Ziele der Kunden erreichen.
  • Best-Practice-Leitfäden und Regelwerke: Die funktionalen Standards und Best-Practice-Leitfäden von OBE ermöglichen es den Marktteilnehmern, die regulatorischen Ziele einzuhalten.
Beispiele für regionale Unterschiede bei der Open-Banking-Regulierung. <Q>Gartner
Beispiele für regionale Unterschiede bei der Open-Banking-Regulierung. Gartner

 

Umgesetzt werden die Pläne mit Hilfe regionaler Mitgliedsprogramme und -organisationen. Diese werden von vier OBE-Direktoren in Europa, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Asien geleitet. hj

 
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https://itfm.link/145473
 
 

 

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