ANWENDUNG15. Dezember 2020

SRS Bank: Signieren mit dem Bankkonto

Immer strengere Auflagen zur Prüfung der Kundenlegitimation zwingen Banken dazu, sehr genau hinzuschauen, wer bei ihnen ein Konto eröffnet. Dementsprechend zuverlässig sind die etablierten Prozesse und deren Ergebnisse. Sie liefern nun die Grundlage für ein neues Ident-Verfahren der Swisscom, das schnell und ohne Medienbruch funktioniert.

Die eindeutig festgestellten und bestätigten Identitäten der kontoführenden Banken sind Grundlage des Dient-Verfahrens SRS Bank. <Q>Mohamed Hassan, Fernando Mendoza / Pixabay
Die eindeutig festgestellten und bestätigten Identitäten der kontoführenden Banken sind Grundlage des Ident-Verfahrens SRS Bank. Mohamed Hassan, Fernando Mendoza / Pixabay

 

Die Abgabenordnung zwingt Banken schon lange dazu, genau festzustellen, wer der Inhaber eines Kontos ist. Ergänzende Vorschriften, wie beispielsweise das Geldwäschegesetz, haben die Anforderungen an diesen Prozess in den vergangenen Jahren weiter verschärft. So kann man inzwischen davon ausgehen, dass die Basisdaten zu einer Person bei den kontoführenden Instituten sehr zuverlässig erhoben und gepflegt sind.

Warum also sollten nicht auch andere Stellen auf diese eindeutig festgestellten und bestätigten Identitäten vertrauen? Diese Frage stellte sich die Schweizer Swisscom, und sie hat daraus ein neues Produkt kreiert: den Smart Registration Service Bank, kurz SRS Bank. Das Verfahren beruht darauf, die Angaben des Kunden mit den Kontodaten bei einem deutschen Institut abzugleichen und im Erfolgsfall eine elektronische Signatur auszustellen.

Identifikation ohne Medienbruch

Swisscom und die zugehörigen Swisscom Trust Services haben SRS Bank zunächst innerhalb einer Banking-Applikation getestet und optimiert. Nun steht dieses Verfahren jedermann über den Smart Registration Service von Swisscom – neben anderen – zur Verfügung. Der Anbieter sieht darin eine attraktive Alternative gegenüber anderen Identifizierungsverfahren, wie PostIdent oder Video-Ident. Es ist bereits als gleichwertiges Verfahren nach Artikel 24 der eIDAS-Verordnung bestätigt. Mit ihrer in Österreich ansässigen Tochter ist Swisscom als Trusted Service Provider für die EU inklusive EWR-assoziierte Staaten zugelassen.

SRS Bank integriert das Identifikationsverfahren direkt in den Vertragsabschluss. Dabei bleibt der Kunde im gleichen digitalen Kanal und identifiziert sich anhand seiner Bankdaten eines deutschen e-Banking Kontos. Da sämtliche relevanten Informationen wie Klarname und Geburtsdatum vorliegen, sind Compliance-Vorschriften dadurch erfüllt.

Swisscom-Trust-Services

SRS Bank wird die Art und Weise verändern, wie künftig Geschäfte online getätigt werden. Die End-to-End-Abwicklung von Verträgen innerhalb weniger Sekunden setzt nicht nur neue Maßstäbe in der User Experience, sondern kann der Katalysator für die Geschäftsabwicklung der Zukunft sein.“

Benoit Strölin, Head of Swisscom Trust Services

Swisscom verweist auf eine hohe Conversion Rate, die darauf beruht, dass es keinen Medienbruch gibt und der Kunde keine lange Wartezeit befürchten muss. Der Anbieter gibt an, dass die Identifizierung innerhalb von nur zwei Minuten abgeschlossen werde, und dass das Verfahren problemlos in unterschiedliche Kanäle eingebettet werden kann, beispielsweise in Websites oder auch in Messenger-Kommunikation. So sei SRS Bank für Unternehmen günstiger, effizienter und einfach in verschiedene digitale Kanäle zu integrieren. „Geschäftsmodelle sind heute zunehmend darauf ausgerichtet, die Bedürfnisse von Kunden während eines Kaufprozesses am stärksten zu berücksichtigen. Daran schließt die Mission von Swisscom Trust Services wunderbar an, Unternehmen zu einfachen Vertragsabschlüssen zu befähigen“, so Strölin. Er sieht in dem neuen Ident-Verfahren ein wegweisendes Modell für Kundenfreundlichkeit und Effizienz im Online-Business.

Für mehr Anwendungen geeignet

Mit dem neuen Angebot erfülle man die heutigen Erwartungen von Verbrauchern, die reibungslose Abläufe über digitale Kanäle gewöhnt sind, so Swisscom Trust Services. Das Trustcenter verweist darauf, dass gewisse Vertragsabschlüsse bisher nur eingeschränkt digital abzuwickeln waren, da sie einer händischen Unterschrift oder der rechtlich gleichgestellten qualifizierten elektronischen Signatur bedürfen. Grundlage dafür ist wiederum eine zweifelsfreie Identifikation der signierenden Person. Zudem ermöglicht dieses Verfahren in Zukunft neben der Identitätsprüfung gleichzeitig andere Abläufe wie Bonitätsprüfungen oder Schufa-Abfragen, die durch VideoIdent nicht abgedeckt sind.

Zusammen mit der Registrierung mit SRS Bank (Website) erhält der Kunde ein Authentisierungsmittel, so dass für nachfolgende Signaturen keine eigene, erneute Identifizierung mehr nötig ist. Stattdessen kann die Legitimation per Zwei-Faktor-Authentisierungsverfahren beispielsweise mittels biometrischer Verfahren wie Fingerprint oder FaceID freigegeben werden.

Angepasst an Nutzungsszenarien

Eine mögliche Anwendung sieht der Anbieter in der Eröffnung eines Kontos über digitale Kanäle. SRS Bank wird in diesem Fall in den Identifikationsprozess der Bank integriert. Nach erfolgreicher Identifikation wird von Swisscom Trust Services eine qualifizierte elektronische Signatur ausgestellt. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden und erfolgt ohne Medienbruch über einen einzigen digitalen Kanal. So kann die Konto-Eröffnung schnell und einfach abgeschlossen werden.

Ein Beispiel abseits des Finanzwesens ist das Thema Mobilfunkverträge. Der Kunde, der sich über unterschiedliche Tarifmodelle und -Optionen informiert, kann nun direkt einen Vertrag abschließen, ohne eine Filiale betreten zu müssen oder auf die Zusendung schriftlicher Unterlagen warten zu müssen. Der Kunde wird anhand seines Bankkontos identifiziert und Swisscom Trust Services stellt daraufhin eine qualifizierte elektronische Signatur aus. Diese muss vom Kunden nur noch per Zwei-Faktor-Authentifizierung ausgelöst und bestätigt werden. hj

 
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