STUDIEN & UMFRAGEN5. Juni 2020

Weiter starke Skepsis gegenüber Smartphone-Zahlungen

Auch wenn Bargeld an der Ladenkasse verliert – Mobile Payment per Smartphone profitiert kaum davon. <q>Eset
Auch wenn Bargeld an der Ladenkasse verliert – Mobile Payment per Smartphone profitiert kaum davon. Eset

Mobile Payment führt in Deutschland nach wie vor ein Schattendasein. Die Zahl der Anwender wächst zwar, aber nur langsam, und nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau. Daran hat auch die Corona-Pandemie kaum etwas geändert, so eine Studie im Auftrag von Eset.

Im stationären Handel wird immer häufiger bargeldlos bezahlt. Gerade in den vergangenen Monaten baten viele Geschäfte, aus hygienischen Gründen auf Scheine und Münzen zu verzichten. Tatsächlich stießen sie zumindest bei einem Teil der Kunden auf offene Ohren.

Elektronisches Bezahlen legt zu

Nach einer repräsentativen Umfrage, die Yougov im Auftrag des Security-Spezialisten Eset durchführte, zahlten 48 Prozent der erwachsenen Deutschen an der Kasse am liebsten mit Girocard, 12 Prozent nutzten vor allem eine Kreditkarte. Nur noch für 29 Prozent der Menschen in Deutschland sind Scheine und Münzen das bevorzugte Mittel zur Bezahlung an der Ladenkasse.

Lediglich 5 Prozent der Befragten gaben an, am häufigsten Smartphone-Zahlungen zu nutzen. Apple Pay, Google Pay und die diversen Banken-Apps haben also noch einen weiten Weg vor sich. Zum Vorjahr habe sich die Einstellung nur wenig verändert, so Eset, wobei sich die Fragestellungen unterscheiden. 2019 hatten auf die Frage, welches Zahlungsmittel abseits von Bargeld am häufigsten genutzt wird, 4,4 Prozent Google Pay genannt, 4,5 Prozent nannten Apple Pay und 4,7 Prozent eine App.

Betreiber müssen aufklären

Für Eset ist klar: Nach wie vor sorgen Sicherheitsbedenken dafür, dass sich Smartphone-Zahlungen via Bezahldiensten oder Banking-Apps hierzulande kaum durchsetzt. Das Vertrauen in Kartenzahlsysteme sei groß, bei Mobile Banking überwiege dagegen noch die Skepsis. Dabei seien die Bedenken der Verbraucher weitestgehend unnötig. Gängige mobile Bezahlsysteme seien sogar sicherer als klassische Methoden.

Der Security-Spezialist sieht deshalb die Anbieter in der Pflicht, in Sachen Smartphone-Zahlungen stärker aufzuklären und dazu beizutragen, das fehlende Vertrauen zu schaffen. Ein Baustein dazu sei es, den Anwendern aufzuzeigen, wie sie selbst zur Sicherheit beitragen können:

  • Immer aktuell bleiben: Das Betriebssystem und installierte Apps sollten regelmäßig aktualisiert werden.
  • Auf mobile Sicherheit setzen: Eine zuverlässige Security-App schützt unter anderem vor schädlichen Apps und Phishing.
  • Seriöse Quellen nutzen: Nutzer sollten Anwendungen ausschließlich aus offiziellen App-Stores herunterladen. Denn hier ist Gefahr weitaus geringer, sich gefährliche Apps einzufangen.
  • Auf Nummer sicher gehen: Zusätzlichen Schutz für Android-Smartphones erreichen Nutzer, wenn sie in den Einstellungen die Option „Installation aus unbekannten Quellen“ deaktivieren.
  • Genau hinschauen: Vor dem Download sollten Anwender Apps genau prüfen. Rezensionen, Nutzerkommentare, die Anzahl von Installationen und die während der Installation geforderten Zugriffsrechte helfen dabei herauszufinden, ob eine App seriös ist.
  • Sichere Bank: Banking- und Zahlungs-Apps sollten ausschließlich von der eigenen Bank oder vom Finanzdienstleister genutzt werden. Die offiziellen Webseiten der Institute sind dafür die richtige Anlaufstelle.
  • Auslesen blocken: Viele Kredit- und EC-Karten mit integriertem RFID-Chip lassen sich bis 50 Euro ohne PIN kontaktlos nutzen. Spezielle Hüllen verhindern, dass Diebe die Karten drahtlos manipulieren und belasten können.

Für die Eset-Studie „So bezahlt Deutschland“ führte Yougov Anfang April 2020 eine Online-Umfrage mit 2045 Teilnehmern durch. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. hj

 
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