IT-PRAXIS/ ANWENDERBERICHT29. Mai 2019

Anwenderbericht: Google Cloud-Technologie – FinTech Billie nutzt Cloud für flexible und schnelle Bezahlung

Igor Chtivelband, VP Data BillieBillie

Google BigQuery als serverloses Data Warehouse unter der Lupe – FinTech Billie will Unternehmen die vollständige Unabhängigkeit von festgelegten Zahlungszielen bei Finanztransaktionen bieten. Um eine effektive Kommunikation zwischen den Dienstleistungen und dem Data Warehouse zu gewährleisten, setzen die Billie auf Cloud-Services von Google. Der Anwenderbericht

von Igor Chtivelband, VP Data und Artem Demchenkov, CTO

Was im B2C-Geschäft schon längst üblich und durch multinationale Dienstleister angeboten wird, bringt Billie in die Welt der B2B-Fi­nanz­trans­ak­tio­nen, sagt das Un­ter­neh­men: Die voll­stän­di­ge Un­ab­hän­gig­keit von fest­ge­leg­ten Zah­lungs­zie­len. Über das Berliner Fin­Tech kön­nen Un­ter­neh­men frei ent­schei­den, wann sie zah­len möch­ten und wann sie Zah­lungs­ein­gän­ge er­hal­ten wol­len.

Artem Demchenkov, CTO BillieBillie

Aus­fäl­le, Kre­dit­ri­si­ken so­wie ma­nu­el­ler Auf­wand mit Mahn- und In­kas­so­pro­zes­sen sol­len da­mit der Ver­gan­gen­heit an­ge­hö­ren.

Um eine effektive Kommunikation zwischen beiden Dienstleistungen und dem Data Warehouse zu gewährleisten, nutzt Billie Cloud-Services von Google Cloud (Website). Die einzigartigen Services (z. B BigQuery) und die einfache Verwaltung der Dienste waren die ausschlaggebenden Punkte, weshalb wir uns für Google Cloud entschieden haben.

Das Geschäftsmodell von Billie ist datengetrieben. Aus diesem Grund war für uns vom ersten Tag an klar, dass wir ein leistungsfähiges Data Warehouse benötigen, das allen internen Nutzern jederzeit zur Verfügung steht. Auf diese Weise arbeiten alle Mitarbeiter bei Billie mit denselben Daten, die wir für unser Geschäft brauchen.“

Über das FinTech Billie, Berlin
Über das Berliner FinTech Billie kön­nen Un­ter­neh­men per „Ein­zel­fac­to­ring“ of­fe­ne For­de­run­gen ‚in Mi­nu­ten­schnel­le‘ ver­kau­fen und sich so neue Li­qui­di­tät schaf­fen. Der Vor­teil: Das Geld kom­me schnel­ler an und die ope­ra­ti­ve Ab­wick­lung des For­de­rungs­ver­kaufs lau­fe ein­fach und oh­ne viel Aufwand.

Für grö­ße­re Kun­den mit Hun­der­ten von Rech­nun­gen pro Mo­nat bie­te Bil­lie ei­ne voll­au­to­ma­ti­sche Ab­wick­lung an: Der Bil­lie Rech­nungs­kauf wird di­rekt als wei­te­re Zah­lungs­art in B2B-On­line-Shops in­te­griert. Ein­mal im­ple­men­tiert, kön­nen Kun­den di­rekt im Check-Out als Zah­lungs­art den Rech­nungs­kauf aus­wäh­len. In­ner­halb von Se­kun­den­bruch­tei­len iden­ti­fi­ziert Bil­lies bran­chen­füh­ren­der Al­go­rith­mus voll­au­to­ma­ti­siert das/die XYZ und nimmt das Scoring vor. Das Er­geb­nis die­ser Bo­ni­täts­prü­fung er­hält der On­line-Shop in Echt­zeit als Ant­wort zu­rück. Ent­spre­chend kann der Kun­de den Kauf nun abschließen.

Aufgrund einzigartiger Merkmale und der Möglichkeiten war Google Cloud BigQuery die beste technologische Entscheidung für den Aufbau unseres Data Warehouse:
1. Keine Vorabkosten
2. Nahtlose Integration mit Google Analytics und Segment
3. Browser-basierte Benutzeroberfläche – es ist keine Client-Installation erforderlich
4. Einfache Aufnahme von Ereignissen von Stackdriver und Cloud Pub / Sub
5. Nutzung von Google Cloud IAM zur Autorisierung der Nutzer

Derzeit verwenden wir BigQuery hauptsächlich für ELT-Operationen (Extract Load Transform), wobei „Extract“ und „Load“ entweder von Drittanbieter-Software (wie Segment oder Google Analytics) oder mithilfe einer Middleware (Stitch) durchgeführt wird. Der Teil „Transform“ wird durch die Nutzung von SQL-Skripts in BigQuery ausgeführt. Diese SQL-Scripts entfernen Verdopplungen, aggregieren Daten und kalkulieren erforderliche Metriken.

Entkoppelte Microservices

Damit Billie sei­ne Dienst­leis­tun­gen ef­fek­tiv an­bie­ten kann, ist an vie­len Stel­len ei­ne tief­grei­fen­de tech­ni­sche In­te­gra­ti­on in al­le Sys­te­me des Kun­den un­er­läss­lich: Kun­den-On­boar­ding, Ri­si­ko­be­wer­tung, die Er­leich­te­rung des Zah­lungs­ver­kehrs, Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ex­ter­nen Da­ten­an­bie­tern oder die In­te­gra­ti­on von E-Com­mer­ce-Platt­for­men sind nur ei­ni­ge Punk­te, die wir hier­bei an­spre­chen. Die­se Viel­falt fast iso­lier­ter Funk­tio­nen brach­te uns auf die Idee ei­ner ent­kop­pel­ten Komponentenarchitektur.

Die Entkopplung von Komponenten als Konzept bietet mehrere Vorteile:
1. Flexibilität bei der Technologiewahl für die Komponenten
2. Einfache und schnelle Erweiterbarkeit
3. Weniger komplexe und intuitiver zu verstehende Systemarchitektur

Bei Billie haben wir uns dazu entschlossen, die Prinzipien der Entkopplung von Komponenten mithilfe eines Echtzeit-Messaging-Dienstes zu implementieren. Google Cloud Pub/Sub war aufgrund seiner Zuverlässigkeit, seines geringen Wartungsaufwands und der einfachen Integration mit anderen Google Cloud-Diensten die ideale Lösung.

Einbindung der Google Cloud
Billie

Das Diagramm rechts veranschaulicht, wie Cloud Pub/Sub uns dabei hilft, neu registrierte Kunden in Echtzeit mit unserem CRM-System Salesforce zu synchronisieren.

Der Event Producer ist ein PHP-Code, der in einem Docker-Container ausgeführt wird. Diesen PHP-Code schickt JSON Event mit den notwendigen Kundendetails zum geeigneten Topic in Pub/Sub. Event Consumer ist in Python geschrieben und wird auf der Google App Engine-Plattform bereitgestellt. Dieser Consumer kann dann die Kundendetails in das für Salesforce gängige Format konvertieren und direkt in die Salesforce-Software schicken.

Effizientes und schnelles Monitoring mit Stackdriver

Da das gesamte Geschäftsmodell von Billie eine sehr schnelle Interaktion mit Kunden erfordert, muss eine Störung sofort bei uns als Hinweis auftauchen. Natürlich ist es viel besser, wenn wir durch smarte Technologielösungen benachrichtigt werden und nicht unsere Kunden dies tun müssen.

Stackdriver und Google Cloud
StackdriverBillie

Deshalb verwenden wir ein effektives Logging-System, das von Google Stackdriver bereitgestellt wird. Mit Stackdriver werden Messwerte, Logs und Ereignisse zusammengeführt, welche die Infrastruktur betreffen. So stehen uns zahlreiche aussagekräftige Signale zur Verfügung, die wir überwachen und mit denen wir Fehlerursachen schneller ermitteln können. Anhand umfassender Visualisierungen und Benachrichtigungen lassen sich Probleme schnell identifizieren.

Hier sind einige Beispiele der Daten, die wir protokollieren:
1. Anforderungs- / Antwortzeit von 3rd-parties
2. Verfolgung von Ereignissen
3. Geldbewegungen und ihre Leistung

Stackdriver und Google Cloud
StackdriverBillie
Autoren Igor Chtivelband und Artem Demchenkov, Billie
Igor Chtivelband ist VP Data und Mit­be­grün­der von Billie (Ber­lin). Er hat sei­nen “Ba­che­lor of Sci­ence”-Ab­schluss des Stu­di­ums In­for­ma­ti­on Sys­tems En­gi­nee­ring in Is­ra­el er­wor­ben. In Schwe­den und Deutsch­land schloss er zu­dem sein Stu­di­um in Soft­ware En­gi­nee­ring mit ei­nem dop­pel­ten Mas­ter of Sci­ence ab. Be­vor er Bil­lie ge­grün­det hat, ar­bei­te­te Igor in meh­re­ren Fin­Techs in Ber­lin (Su­mUp, Funding Circle).

Artem Demchenkov ist CTO und Mit­be­grün­der von Billie. Sein Elek­tro­nik-Stu­di­um schloss er mit ei­nem Mas­ter of Sci­ence ab. Im An­schluss war er als tech­ni­scher Lei­ter in ver­schie­de­nen Bran­chen ak­tiv, ein­schlie­ß­lich So­ci­al Net­works und Me­dia. Seit 2014 hat er sich be­ruf­lich auf die Fin­Tech-Bran­che fo­kus­siert und hat da­her 2016 ge­mein­sam mit Igor, Mat­thi­as Knecht, Chris­ti­an Gro­be, Ai­ga Senft­le­ben, Mi­cha­el Hart­mann und Ju­li­an Kos­ter Bil­lie gegründet.

Die so generierten Daten nutzen wir als Ausgangsbasis für die Erstellung von individuellen Dashboards. Dafür bedienen wir uns leistungsfähiger Visualisierungstools, sodass Nutzer auf einen Blick alle relevanten Informationen erhalten.

Effiziente Benutzerverwaltung

Jeder Billie-Mitarbeiter erhält an seinem ersten Tag im Unternehmen Zugriff auf sein persönliches G Suite-Konto. Die Tatsache, dass diese G Suite-Berechtigungsnachweise dazu verwendet werden können, den Zugriff der Nutzer auf Google-Cloud-Ressourcen zu autorisieren, ist eine große Hilfe für unser DevOps-Team.

Mit we­ni­gen Klicks kann der De­v­Ops-Ad­mi­nis­tra­tor un­se­ren Ent­wick­lern Zu­griff auf Big­Que­ry-Da­ten­sät­ze ge­wäh­ren, ei­nem Ope­ra­ti­ons-Team­mit­glied Kun­den­do­ku­men­te in Cloud-Sto­r­a­ge-Bu­ckets frei­ge­ben oder ei­nem Ent­wick­ler den Zu­griff auf ein Sand­box-Goog­le-Cloud-Pro­jekt er­mög­li­chen. Auf die­se Wei­se sind wir fle­xi­bler und kön­nen deut­lich schnel­ler neue und ef­fek­ti­ve Team­struk­tu­ren aufbauen.“

Fazit

Dank des hoch skalierbaren und stabilen Data Warehouse, das auf verwalteten Diensten von Google Cloud Platform basiert, sind wir in den vergangenen Jahren sowohl bei der Kundenanzahl als auch im Umsatz stark gewachsen. Unser nächstes Ziel: neue Produkte, die unsere Dienstleistungen erweitern. Das flexible und effiziente Setup wird der Hauptschlüssel dieser Wachstumsstrategie sein.aj

 
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