STUDIEN & UMFRAGEN17. Mai 2018

Bitkom: 18 Prozent zahlen ‚häufig oder manchmal‘ kontaktlos per Smartphone-NFC … in Deutschland!?

Mobile Payment: Erst stellte die Telekom ihre Wallet ein, nun folgte Vodafone.Vodafone

Umfragen kann man unterschiedlich interpretieren. Das trifft sicher auf die ak­tu­el­le Bitkom-Um­fra­ge mit der Über­schrift „An der Kas­se bleibt das Smart­pho­ne meist in der Ta­sche“ ­zu. Denn sie sagt: 18 Pro­zent der Be­frag­ten ge­ben an, sie wür­den „häu­fig oder manch­mal mit dem Smart­pho­ne kon­takt­los über die so­ge­nann­te NFC-Schnitt­stel­le“ be­zah­len. Wenn das so wä­re, wä­re es ei­ne hand­fes­te Sen­sa­ti­on. Für die re­prä­sen­ta­ti­ve Un­ter­su­chung wur­den im Auf­trag der Bit­kom 1.006 Bun­des­bür­ger te­le­fo­nisch be­fragt.

Google Pay, Apple Pay, Samsung Pay, AliPay und auch die girocard mobile haben eines gemeinsam: Man kann mit ihnen nicht bzw. nicht flächendeckend in Deutschland bezahlen. Noch nicht – auch wenn sich das zum Teil bald ändern wird. Verfügbar sind hingegen kleinere Lösungen wie glase (ehem. Seqr), Boon oder das gerade verstorbene Vodafone Wallet. Dementsprechend sind die Möglichkeiten der Deutschen, überhaupt kontaktlos per Smartphone-NFC am POS zu bezahlen – sagen wir – sehr übersichtlich.

Insofern stimmt die Überschrift der Pressemitteilung der Bitkom: „An der Kasse bleibt das Smartphone meist in der Tasche“ zwangsläufig. Nur: will die Bitkom in ihrer Umfrage herausgefunden haben, dass 18 Prozent der Smartphone-Besitzer manchmal kontaktlos im Laden zahlen würde. Das wäre grandios. Auf welche Anbieter sich das bezieht, stünde aber leider, laut einem Sprecher, nicht zur Verfügung. Das soll in der nächsten Studie abgefragt werden. Es sei auch nicht auszuschließen, dass Befragte, die bereits eingestellte Systeme wie das Vodafone Wallet genutzt haben, hier immer noch „manchmal“ oder „selten“ angeben hätten. Denn bei der Umfrage sei keine zeitliche Einschränkung (zum Beispiel auf 6 Monate) angegeben worden.

Apple Pay in Deutschland … kommt noch.Statista

Spannend ist auch, dass laut Bitkom-Umfrage 3 von 5 Smartphone-Nutzern (59 Prozent) ihren Einkauf im Laden nie mit dem Gerät bezahlen. Heißt im Umkehrschluss, dass es zumindest 41 Prozent schon mal versucht haben. Das wäre die zweite Sensation und ließe den bevorstehenden Marktstart eines Anbieters in einem besonderes erwartungsvollen Licht erscheinen.

Ebenfalls 18 Prozent nutzen häufig oder manchmal QR-Codes und eine entsprechende App zum Begleichen der Rechnung, 4 Prozent selten.

Achim Berg, Bitkom-Präsident
Bitkom

Das Smartphone ist dank der NFC-Technologie ideal geeignet, um bargeldlos zu bezahlen. Ebenso wie beim kontaktlosen Bezahlen mit Kreditkarte lässt sich der Rechnungsbetrag in Sekundenschnelle begleichen. Zugleich kann der Bezahlvorgang etwa dank des Fingerabdruckscanners des Smartphones noch sicherer und komfortabler gestaltet werden.“

Achim Berg, Bitkom-Präsident

In Nachbarländern wie Dänemark ist das Bezahlen mit dem Smartphone schon seit Jahren weit verbreitet. Noch bevor es richtig losgehen kann, sind die Deutschen skeptisch: Smartphone-Nutzer, die auf das Bezahlen mit dem Smartphone grundsätzlich verzichten bzw. verzichten wollen, nennen als Hauptgrund Sicherheitsbedenken. 6 von 10 (61 Prozent) sagen, dass Hacker auf diese Weise auf ihr Konto zugreifen könnten. 30 Prozent geben an, der Bezahlvorgang mit dem Smartphone sei ihnen zu kompliziert und 13 Prozent finden, das Bezahlen mit dem Smartphone dauere zu lange.

8 Prozent beklagen, dass sich die Mitarbeiter an den Kassen nicht mit dem Smartphone-Bezahlen auskennen.“

6 Prozent sagen, dass in den von ihnen besuchten Geschäften ein Bezahlen mit Smartphone nicht möglich ist. Wenn es um Geld geht, sind die Kunden in Deutschland traditionell sehr vorsichtig und eher konservativ eingestellt.

Wir erleben aber derzeit, wie sich die Finanz- und Bankenlandschaft grundlegend verändert. Das wird auch die Art und Weise verändern, wie wir im Geschäft bezahlen.“

Achim Berg, Bitkom-Präsident

38 Prozent offen für Bankgeschäfte via Google, Apple & Co.

So zeigen sich in einer aktuellen Bitkom-Befragung 4 von 10 Bundesbürgern (38 Prozent) offen dafür, ihre Bankgeschäfte über Internetunternehmen wie Apple, Google oder Amazon zu tätigen. 57 Prozent geben an, dass ihnen Digitalangebote wie Online-Banking, Banking-Apps oder auch Online-Beratung bei ihrer Bank wichtig sind, nur 47 Prozent sagen dies über die Bekanntheit der Marke ihrer Bank.

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research (Website) im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch befragt, darunter 811 Smartphone-Nutzer. Die Fragestellungen lauteten „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seine Einkäufe im Geschäft zu bezahlen. Wie häufig nutzen Sie die folgenden Möglichkeiten, um im Geschäft zu bezahlen?“ und „Aus welchen der folgenden Gründe bezahlen Sie Einkäufe im Geschäft bisher nicht mit dem Smartphone?“ Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

 
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