STUDIEN & UMFRAGEN17. September 2019

Mobile Banking: Jeder zweite Deutsche verzichtet aufgrund von Sicherheitsbedenken

Yuliya_P / Bigstock

Sicherheitsbedenken vieler Deutscher bremsen das mobile Banking aus. Das zumindest zeigt eine repräsentative Umfrage zum Thema „Mobile Banking und Mobile Payment in Deutschland“, die im Auftrag des FinTech-Lösungsanbieters Entersekt durchgeführt wurde. Deutlich wird, wie wichtig sichere Authentifizierung den Nutzern ist: 94 Prozent der im Online-Panel Befragten wollen weiterhin alle oder zumindest einige wichtige Transaktionen vorher genehmigen. Und jeder zweite Befragte verzichtet wegen Sicherheitsbedenken sogar ganz auf Bankgeschäfte via Smartphone und Tablet.

Wie verbreitet ist Mobile Banking und Mobile Payment in Deutschland? Was sind die Gründe für den Verzicht auf mobile Transaktionen? Welche Rolle spielen Mobile-Banking- und Mobile-Payment-Angebote bei der Auswahl einer neuen Bank? Sicherheit oder Nutzerfreundlichkeit – was ist entscheidend? Welche Authentifizierungsmethode wird bevorzugt? – Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der Report „Mobile Banking und Mobile Payment in Deutschland“, der die Ergebnisse einer aktuellen, im Auftrag von Entersekt durchgeführten repräsentativen Online-Konsumentenbefragung vorstellt (Zeitraum vom 2. bis 7. Mai 2019, 1.000 Internetnutzer im Alter ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ nach Geschlecht, Alter und Bundesland).

Der weltweit tätige Spezialist für mobile App-Sicherheit und Starke Kundenauthentifizierung (SCA) untersucht in verschiedenen Märkten die Einstellung der Konsumenten zu mobilen Services. Nach der repräsentativen Untersuchung des US-Marktes Anfang des Jahres liegt jetzt das Ergebnis der deutschen Untersuchung vor.

Sicherheitsbedenken bremsen den mobilen Kanal

Immer mehr Kunden nutzen der Untersuchung zufolge zwar die Apps ihrer Banken, vertrauen dem mobilen Kanal aber noch nicht in vollem Umfang. Dabei sind Sicherheitsbedenken für jeden zweiten Befragten (52 %) der Hauptgrund für die Zurückhaltung, Finanz- und Bankgeschäfte über das Smartphone abzuwickeln. Nur 5 % der Befragten nannte die komplizierte Nutzung als wichtigstes Kriterium. Viele Kunden nutzen ihr Smartphone deshalb nur für Aktionen, die sie als risikoarm empfinden, wie zum Beispiel Kontostandsabfragen und interne Umbuchungen.

Das Potenzial des mobilen Kanals ist noch nicht erschlossen. Wenn das Thema Sicherheit adäquat adressiert wird, bieten sich Banken unzählige Möglichkeiten, ihre Kunden über anwenderfreundliche Apps anzusprechen. Vereint man Kommunikation, Banking und Payment für Kunden in einer sicheren App, reduziert das Kosten und Komplexität sowohl auf Seiten der Bank als auch auf Seiten des Kunden.“

Uwe Härtel, Country Manager Central Europe bei Entersekt

Entersekt

Authentifizierung als springender Punkt

Gerade im Kontext der Kunden-Authentifizierung können Finanzinstitute das Vertrauen in mobile Services stärken. Mit einer starken, nutzerfreundlichen Authentifizierung erleben Anwender hier unmittelbar, dass sie als Kontoinhaber geschützt sind und mit einem als seriös empfundenen Gegenüber kommunizieren. Dies kann entweder die Bank selber sein oder aber ein Drittanbieter, der Zugriff auf Kontodaten oder Geldmittel erhalten soll. Ein nachweislich sicheres und gleichzeitig nutzerfreundliches Verfahren kann Mobile-Banking-Skeptiker überzeugen und gleichzeitig die Nutzungshäufigkeit unter bestehenden Kunden steigern. So wollen 68 % der Befragten alle Transaktionen vorher genehmigen, rechnet man diejenigen dazu, die zumindest einige Transaktionen (beispielsweise bei über 100 Euro) vorher genehmigen wollen, sind es sogar 94 %. „Kunden möchten in den Schutz ihrer Konten aktiv mit einbezogen werden. Das belegt unsere Studie ganz eindeutig“, so Härtel.

Authentifizierungslösungen unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Kosten, Anwenderfreundlichkeit und effektiver Abwehr von illegalen Kontozugriffen und anderen Betrugsversuchen. Einige weit verbreitete Methoden wie mTANs werden immer wieder von Angreifern kompromittiert. Deshalb untersuchte die Befragung auch, welche Verfahren von den Kunden bevorzugt werden.

Kunden favorisieren biometrische Authentifizierung

Neue Android- und Apple-Mobilgeräte unterstützen fast durchgängig Fingerabdruck-Scanning, daher ist es naheliegend, dass diese inzwischen auch für den Massenmarkt verfügbare nutzerfreundliche biometrische Technologie von den meisten Befragten (30 %) für die Genehmigung von Transaktionen auf Mobilgeräten bevorzugt wird. Normale Passwörter – sowohl statische als auch Einmalpasswörter – sind zwar weniger anwenderfreundlich als biometrische Verfahren, bleiben aber trotzdem populär: 23 % bevorzugen die Eingabe eines persönlichen Passworts oder einer PIN, 20 % präferieren mTANs. Obwohl das photoTAN-Verfahren fast so weit verbreitet ist wie mTAN, wurde dieses Verfahren lediglich von 9 % der Befragten favorisiert.

Fast die Hälfte der deutschen Konsumenten beurteilt All-in-One-Apps für Banking und Zahlungen als attraktiv: 45 % der Befragten geben an, dass sie sich eine einzige App wünschen, die beide Bereiche abdeckt. Wäre eine solche App verfügbar, würden 46 % nach eigener Aussage seltener Bargeld und 45 % seltener Bank- und Zahlkarten verwenden. Für die Altersgruppe 18 bis 40 steigen diese Anteile auf über 60 %.

Entersekt

Banking-Apps bilden einen exzellenten Startpunkt für mobile Zahlungsfunktionalitäten. Neben der zunehmenden Popularität haben sie den Vorteil, von einem bereits als vertrauenswürdig eingestuften Anbieter ausgegeben zu werden. Außerdem können sie problemlos mit neuen Services kombiniert werden, was es Anwendern leichter macht, neue Dienste auszuprobieren.“

Uwe Härtel, Country Manager Central Europe bei Entersekt

Potenzial des Mobile Banking stärker nutzen

Der mobile Kanal bietet nach Einschätzung von Entersekt Banken die Möglichkeit einer gezielteren Ansprache und Beratung ihrer Kunden. Diese wiederum erhalten eine größere Auswahl an Zahlungsmethoden, Prämiensystemen und mehr. Führende Banken positionieren sich als Berater und Trendscouts, die Bedürfnisse und Bedenken antizipieren und Antworten liefern, bevor sie gefragt werden. „In naher Zukunft werden Banken täglich mehrmals mit ihren Kunden interagieren, um zu beraten, zu warnen, Transaktionen zu bestätigen oder eine aktive Nutzung zu incentivieren. Die Banking-App ist der beste Kanal für die Initiierung und meistens auch für den Abschluss dieser Interaktionen“, sagt Härtel. Voraussetzung für den Erfolg sei jedoch, dass Banken dieselbe intuitive und reibungslose User Experience ermöglichen wie die populären Consumer-Apps – auch wenn sie deutlich strengeren Regularien unterworfen sind.tw

 
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