IT PRAXIS22. Juli 2022

Bitte Real-Time! APIs bei Versicherern und Banken – Interview mit Michael Kiefer, Unit4

Interview mit Michael Kiefer, Senior Solution Consultant bei Unit4
Interview mit Michael Kiefer, Senior Solution Consultant bei Unit4Unit4

“Schnittstellen” sind bei Banken und Versicherern schon lange Tagesgeschäft. Aber es werden dicke Fehler gemacht, meint Michael Kiefer, Senior Solution Consultant bei Unit4. Textdateien zum Beispiel – oder fehlende Echtzeit-Verarbeitung. Im Interview spannt er den Bogen aus der IT-Praxis von JSON bis zur Generation-Y.

Herr Kiefer, welche Fehler machen Banken am häufigsten bei der Anbindung von Schnittstellen?

Mit der professionellen Anbindung von Schnittstellen ans Web ist es nicht mehr sinnvoll, an Schnittstellen festzuhalten, die Textdateien wie CSV-Dateien übertragen.

Datenübertragungen sollten ereignis- statt zeitgesteuert durchgeführt werden, um zu gewährleisten, dass die Daten in „Near Real Time“ zur Verfügung stehen. Damit können auch Massendatenübertragungen entfallen und nächtliche fehleranfällige Datenladungen vermieden werden.

Welchen Trick gibt es, um verschiedene Systeme zuverlässig miteinander zu verbinden?

Um Systeme zuverlässig miteinander zu verbinden, sind Schnittstellenwerkzeuge geeignet, mit denen Abläufe grafisch erzeugt und dargestellt werden können. Dazu eignen sich die
Standardschnittstellen des Herstellers.

Gleichzeitig sollten die Anbindungen möglichst mit loser Koppelung als sogenannte Microservices und, soweit möglich, asynchron stattfinden.”

Wie bereits erwähnt, sollten die Verbindungen zwischen Systemen ereignisgesteuert und damit per Einzeldatenübertragungen erfolgen. Das kommt dem heutigen Quasi-Standard Web-API mit Übergabeformat JSON-Datei entgegen.

Die Kundenschnittstelle ist umkämpft. Wird das Wettrennen mit harter Bandage
ausgetragen?

Wir gehen davon aus, dass derjenige Anbieter das Rennen macht, der die meisten Standardschnittstellen zu CRM-Systemen „out of the box“ bietet.”

Heute im Markt unerlässlich sind CRM-Schnittstellen und eine verlässliche Synchronisation zwischen einem CRM- und einem ERP-System. Wir sehen daher die Kundenschnittstellen eher als Chance, weniger als Wettkampf.

Generationsfrage: Wie können FinTechs, Banken und Versicherer die „Generation Mobile“ und die „Generation 50+“ gleichermaßen zufriedenstellen? Es gibt da doch riesige Erwartungs-Unterschiede.

Über Michael Kiefer, Unit4
Michael Kiefer ist Senior Solution Consultant für das Produkt Unit4 (Webseite) ERP. Seine fachlichen Schwerpunkte sind Projekt- und Servicemanagement, Dash Board, Berichts- und Controlling-Themen sowie Budgetierung und Planung mit Unit ERP. Dabei hat er jedoch auch die Planungslösung Unit4 FP&A im Blick. Gleichzeitig ist er als sogenannter Cloud Champion der Spezialist für alle Fragen rund um Unit4 SaaS und Cloud in D/A/CH. Als Projektleiter elektronische Rechnung betreut er das Entwicklungsprojekt elektronische Rechnung für D/A/CH in Zusammenarbeit mit unserem Konvertierungspartner GISA GmbH.

Das würde ich unterschreiben, denn tatsächlich sind große Erwartungsunterschiede in der Nutzung von Systemen für „Finanzen“ festzustellen. Während meine Generation (50+) noch stärker in einem Web-Frontend am PC/ Laptop verhaftet ist, arbeitet die Generation „Y“ viel mehr mit mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets. Entsprechend sind hier auch höhere Anforderungen an Finanzdienstleistungen zu verzeichnen, um diese mit Smartphones zu bedienen. Traditionelle Finanzunternehmen haben hier noch einen großen Nachholbedarf.

Was muss bei der Anbindung von Salesforce und bei Diensten, die die Kreditwürdigkeiten prüfen, beachtet werden?

Grundsätzlich stellt sich immer die Frage, ob diese Abfragen DSGVO-konform sind oder nicht, denn eine Prüfung kann nur bei einem berechtigten Interesse stattfinden. Um die Mitarbeiter optimal zu unterstützen, empfehlen wir eine automatisierte Durchführung, wie sie mit dem Industry Mesh von Unit4 möglich sind.

Wie unterscheiden sich die Lösungen von kleinen und größeren Unternehmen?

Grundsätzlich sehe ich keinen Unterschied. Vielleicht, je kleiner desto mehr Automatisierung.

BI-Systeme ermöglichen konkrete Aussagen zu Umsätzen und Highlight-Produkten. Gibt es sinnvolle System-Ergänzungen?

Sinnvolle Ergänzungen können Systeme sein, mit denen Lieferantenbewertungen und -rankings durchgeführt werden können und die die automatisierte Beantwortung von Ausschreibungen (semi-)automatisch unterstützen.”

Dazu gehört auch die Volltextsuche über alle angebundenen Systeme, Verknüpfungen mit Kollaborationsplattformen wie Outlook, Slack, Atlassian Confluence, Microsoft Teams oder Sharepoint.

Wenn Sie sich Gedanken über BI-Systeme der Zukunft Gedanken machen: Was wird in 5 Jahren wichtig werden?

Schon heute sehen wir, dass es immer wichtiger wird, Erkenntnisse für die Zukunft aus unstrukturierten Daten zu gewinnen. Das ist sicher kein neues Thema, früher nannten wir das Data Mining oder Text Mining, heute heißt es Deep Learning oder Künstliche Intelligenz.

In den kommenden fünf Jahren wird es immer wichtiger, die Ergebnisse aus Prognosen, Datenergebnissen und Deep Learning für die operativen Einheiten zu nutzen.”

In der Praxis lassen sich die Ergebnisse direkt für Verbesserungen in der Organisation, auch in sogenannten „Closed Loop BI“, wie bei Blue Yonder zu sehen, nutzen. Entsprechend wird sich die Disziplin Business Intelligence in Richtung Data Science verschieben, um auch unstrukturierte Daten in sogenannten Data Lakes auswerten und künstliche Intelligenz nutzen zu können. Business Intelligence wird damit immer mehr mit Data Science verschmelzen, um dieser technologischen Herausforderung zu begegnen.

Herr Kiefer, vielen Dank für das Interview.aj

 
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