STUDIE ZAHLUNGSVERKEHR27. Okt. 2014

Datenmengen explodieren: das DTA-zu-XML-Problem

Die Studie „Exzellenz im Zahlungsverkehr“ von PPI und ibi research erfasst den Status quo im Zahlungsverkehr und will strategische Handlungsoptionen aufzeigen.
Die Studie „Exzellenz im Zahlungsverkehr“ von PPI und ibi research erfasst den Status quo im Zahlungsverkehr und will strategische Handlungsoptionen aufzeigen.

Auf der einen Seite führt bereits SEPA und Basel III dazu, dass immer mehr Daten immer schneller verarbeitet werden müssen. Auf der anderen kommt das XML-Format hinzu, das zum Standard wird. Es ist zwar flexibler – aber leider auch 2-4 mal größer als DTA/DTAZV. So explodieren die Datenmengen. Für 73 Prozent der Banken ist das zwar ein besonders wichtiges Thema – aber nur ein Viertel haben bereits ein Projekt in Planung um das Problem in den Griff zu bekommen. PPI und ibi research zeigen in der 53-seitigen Studie „Exzellenz im Zahlungsverkehr“ (ab 4. November verfügbar), wo es in der Banken-IT brennt.

ibi research & PPI
ibi research & PPI
Mit der Schaffung des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums wird XML zum Standard bei der Datenübertragung wird. Klar: XML ist schick, flexibel, aber nicht gerade sparsam was die Datenmenge und Overhead angeht. XML benötigt wesentlich mehr Volumen als das bisherige DTA-Format. „Durch SEPA steigt die Datenmenge, die von den Banken verarbeitet werden muss, um das Zwei- bis Dreifache“, sagt Dr. Hubertus von Poser, Studienleiter und Zahlungsverkehrsexperte von PPI. Neben dem Handling der steigenden Datenmengen müssen die Banken darüber hinaus künftig in der Lage sein, die Daten noch schneller als bisher zu verarbeiten. Grund dafür sind unter anderem die Anforderungen an das untertägigen Liquiditätsmanagements, Echtzeitzahlungen sowie der Schutz vor Betrug.

Dr. Hubertus von Poser, Studienleiter und Zahlungsverkehrsexperte von PPI PPI
Dr. Hubertus von Poser, Studienleiter und Zahlungsverkehrsexperte von PPI PPI

Wer nicht rechtzeitig in neue Systeme investiert, wird von der steigenden Datenflut, die auf die Banken zukommt, erschlagen“

„Banken haben die Bedeutung des Datenmanagements lange unterschätzt. Dabei hängt der Erfolg im Zahlungsverkehr maßgeblich von der Fähigkeit ab, die Daten schnell und reibungslos verarbeiten zu können“, so von Poser. Kritisch sieht der Zahlungsverkehrsexperte vor allem, dass die meisten Banken an ihren bestehenden IT-Infrastrukturen festhalten. Wie die Studie zeigt, besteht für eine Mehrzahl der Befragten derzeit keine Notwendigkeit, ihre IT-Infrastrukturen zu erneuern. Schon jetzt haben jedoch viele der Kreditinstitute Probleme, die vorhandenen Datenmengen effektiv zu verarbeiten.

Auch PSD2 beschäftigt die Finanzwirtschaft. PPI & ibi research
Auch PSD2 beschäftigt die Finanzwirtschaft. PPI & ibi research

Verzögerungen, Zahlungausfälle, Rereputationsschäden

PPI rät frühzeitig in neue Systeme zu investieren. Wer zögert, laufe Gefahr von der Datenflut erschlagen zu werden. Die Folgen könnten von Verzögerungen bei der Bearbeitung von Überweisungen bis hin zu Unterbrechungen im kompletten Zahlungsverkehr einer Bank reichen. Das hätte dramatische Folgen. „Der Zahlungsverkehr ist der häufigste, in vielen Fällen sogar der einzige Kontakt zwischen Kunde und Bank. Das gilt sowohl für Privat- als auch für Firmenkunden, die auf zügige und termingenaue Erledigung von Zahlungsaufträgen angewiesen sind. Es drohen immense Reputationsschäden“, sagt von Poser. Banken müssen den Zahlungsverkehr daher dringend als strategische Aufgabe begreifen und ihm die Aufmerksamkeit schenken, die er verdient: als Drehscheibe für die Kundenbeziehung.

Zah­lungs­ver­kehrs ist ein stra­te­gi­sches Instru­ment

PPI & ibi research
Im Rahmen einer Gesamtprozesssicht besteht der höchste Handlungsdruck bei SEPA-KartenzahlungenPPI & ibi research

In vielen Fällen liegt der Fokus der Banken auf operativen Umsetzungsthemen oder der reinen Implementierung regulatorischer Vorgaben. Die Nutzung des Zahlungsverkehrs als strategisches Instrument und das Nachdenken über die bestmögliche strategische Nutzung von originär regulatorischen Themen treten dahinter oft zurück. Die Studie „Exzellenz im Zahlungsverkehr“ von PPI und ibi research erfasst den Status quo im Zahlungsverkehr und deckt strategische Handlungsoptionen auf. Dafür wurden 15 große und mittelgroße Kreditinstitute befragt, die zusammengenommen rund 50 Prozent der Transaktionen des deutschen Zahlungsverkehrs abwickeln.

Die Studie kann ab dem 4. November 2014 bei der PPI AG und ibi research angefordert werden und soll ebenfalls hier zum kostenlosen Download bereit stehen.

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=5361
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