FINTECH29. August 2018

Der Nächste, bitte! – P2P-Startup Lendstar stellt Insolvenzantrag

Lendstar

Gestern Cringle, heute Lendstar. Dunkle Tage für die deutsche Peer-to-Peer-Payment-Landschaft. Nachdem diese Woche schon das Berliner Startup Cringle Insolvenzantrag gestellt hat, ist jetzt der Münchner Mitbewerber Lendstar dran. Wie es mit der Anwendung weitergehen soll und ob man die App weiter nutzen kann, erfahren Sie bei uns.

Wie Christopher Kampshoff, Gründer und CEO von Lendstar in einem Beitrag im Unternehmensblog mitteilt, hat das Unternehmen gestern ebenfalls einen Insolvenzantrag stellen müssen.

Wir haben in den letzten Wochen mit verschiedenen Parteien sehr gute Gespräche über einen möglichen Verkauf von Lendstar geführt. Leider wurde keines dieser Gespräche ausreichend konkret. Daher haben wir uns gemeinsam mit unseren aktuellen Investoren dazu entschlossen, die Finanzierung von Lendstar nicht weiter fortzusetzen.“

Christopher Kampshoff, Gründer Lendstar

Das Startup hatte sich als soziale Finanz-App zum Chatten und Übertragen von Geld unter Privatpersonen positioniert und es in Staffel 2 der Vox-Startup-Sendung „Höhle der Löwen“ geschafft, den Event-Unternehmer Jochen Schweizer als Investor an Bord zu holen. Immerhin 250.000 Euro hatte Kampshoff für 6,14 Prozent der Unternehmensanteile bekommen – eine durchaus respektable Bewertung des Unternehmens.

Die Anwendung setzt auf dem Girokonto der Nutzer auf und ermöglicht neben dem Geldaustausch unter Privatpersonen via Lendstar Pay auch das Bezahlen von Rechnungen, etwa bei Online-Händlern. Last not least hatte sich das Unternehmen Anfang 2018 auch mit Lendstar Go an eine Lösung für Zahlungsauslösung am POS herangewagt und dabei aufgrund der ohnehin kommunikationsorientierten App gleichzeitig einen Kanal für die Kommunikation mit dem Händler geboten.

Finanziert hat sich Lendstar, ähnlich wie zuletzt Cringle, ausschließlich über Kooperationen mit Banken. Und die haben angesichts von Alternativen wohl nicht mehr die Aussichten auf weiteres größer angelegtes Wachstum geboten.

Lendstar: Großes Anwendungsportfolio, viele Kooperationen

In diesem Kontext schaffte es das Unternehmen unter anderem über Kooperationen mit Amazon und Zalando sowie über den Kauf von Handyguthaben, die Nutzerbasis kontinuierlich zu erweitern und das Anwendungsportfolio zu vergrößern.

Dadurch ist es uns gelungen, unsere Userbasis signifikant zu steigern und auch die Nutzung wuchs in den letzten Monaten erheblich. Gleichzeitig konnten wir unseren operativen Umsatz durch Partnerschaften und attraktive Angebote in den letzten drei Jahren jedes Jahr mindestens verdoppeln. Stand jetzt haben wir bereits das Umsatzniveau von 2017 erreicht.“

Christopher Kampshoff, Gründer Lendstar

Auch wenn Kampshoff es nicht so explizit sagt wie beispielsweise die Cringle-Gründer, dürften auch hier Google Pay und Apple Pay sowie andere große Payment-Provider nicht unschuldig daran sein, dass eine Übernahme, beziehungsweise ein weiterer Wachstums- und Skalierungsprozess nicht vollzogen werden konnte.

Immerhin wolle man auch hier alles Erdenkliche tun, um den Service weiterzuführen und zu erhalten, so der Gründer. Die App, so das Unternehmen in seinem Blogpost, werde zumindest vorerst weiter funktionieren und es spricht auch aus Sicherheitsaspekten nichts dagegen, diese weiterhin zu nutzen, da Lendstar selbst nur den Geldtransfer zwischen den Konten gewährleistet, aber keinen Zugriff auf das Geld hat. tw

 
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