STUDIEN & UMFRAGEN5. Juli 2021

So stellen Banken und Sparkassen ihre Risikoprozesse auf dem Prüfstand

KPMG

Die Unternehmensberatung KPMG hat im Rahmen einer Studie analysiert, wie Risikoprozesse abgebildet und beherrscht werden können. Denn Krisen wie die aktuelle Pandemie haben gezeigt, dass es für Banken und Sparkassen immer schwieriger wird, anstehende regulatorische Herausforderungen zu meistern und eine flexible Risikoüberwachung sicherzustellen. Das zeigen auch die Ergebnisse der weltweiten KPMG-Studie unter knapp 80 Banken aus 20 Ländern. Das Whitepaper „Risikosteuerung 2025“ skizziert hierzu eine Transformationsagenda für die Risikosteuerung in Banken.

Die Chief Risk Officer (CROs) deutscher Banken stehen unter Druck. Seit der Finanzkrise müssen sie regulatorische Herausforderungen meistern, deren Ende noch nicht abzusehen ist: Dazu setzt die Bankenaufsicht fortlaufend neue Schwerpunkte – derzeit beispielsweise auf IT- und Nachhaltigkeitsrisiken. Dies führt unweigerlich dazu, dass das Aufgabenfeld von Risikomanagern erweitert und ihr Bereich personell aufgestockt werden muss. Auch die Anforderungen interner Stakeholder steigen. Vor allem in Krisen wie der aktuellen Pandemie wird deutlich, dass flexible Risikoüberwachung wichtiger denn je ist.

Dazu kommt der Kostendruck, dem die Banken durch die anhaltende Niedrigzinsphase und den wachsenden Wettbewerb ausgesetzt sind. Für CROs bedeutet dies in der Regel, dass sich hohe laufende Kosten oder Personalaufbau selbst durch klar formulierte regulatorische Anforderungen nicht mehr begründen lassen. „Um in diesem Spannungsfeld zwischen regulatorischen Vorgaben und Kostendruck agieren zu können, ist es in den meisten Fällen ratsam, das Risikomanagement radikal umzustrukturieren“, sagt Stefano Hartl, Partner bei KPMG im Bereich Financial Services.

KPMG-Whitepaper unterstützt Risikomanagement-Transformation

Mit dem aktuellen Whitepaper „Risikosteuerung 2025“ will der Banking-Zweig der KPMG Banken Wege für eine flexible und jederzeit handlungsfähige Risikoüberwachung aufzeigen. Dabei basieren die Empfehlungen auf den Ergebnissen einer weltweiten KPMG-Studie, an der CROs von rund 80 Banken aus 20 Ländern teilgenommen haben. Mit dem Papier wolle man dazu beitragen, dass Risikomanager auf künftige Herausforderungen schnell und angemessen reagieren können, erklärt Stefano Hartl.

Vier zentrale Thesen haben die Experten der KPMG aus der Studie abgeleitet und zu einer Transformationsagenda für die Risikosteuerung in Banken zusammengefasst.

Strategische Entscheidungen sind jetzt notwendig: Die Aufgaben von Risikomanagern werden immer komplexer und umfangreicher. Strategische Entscheidungen sollten daher so schnell wie möglich getroffen werden. Die KPMG-Marktumfrage zeigt: Vor allem große Banken steigern bereits ihre Effizienz, indem sie in Informationstechnologien investieren, ihr Datenmanagement verbessern und Prozesse optimieren.

Nutzen Banken diese Programme, um ihre Ressourcen von einfachen Aufgaben hin zu anspruchsvollen, neuen Tätigkeiten umzuverteilen, kann auch die Kostenbasis des Risikomanagements profitieren – etwa wenn nach der Umstrukturierung ein größeres Aufgabenspektrum mit geringerem Personalaufwand bewältigt werden kann.”

Stefano Hartl, Partner bei KPMG im Bereich Financial Services

Die Empfehlung des KPMG-Experten, der den Kompetenzbereich Finance, Risk & Compliance Services leitet: CROs sollten jetzt den Standort ihrer Bank bestimmen, konkrete Ziele für Effektivität und Effizienz festlegen und künftige Investitionen in eine klare Reihenfolge bringen. Vorrang haben dabei Investitionen, die finanzielle Spielräume schaffen.

​​​​Risikomanagement muss die Wertschöpfungskette beachten: Die Organisation entlang der wesentlichen Risikoarten ist markttypisch – und erschwert oft die Zusammenarbeit der verschiedenen Risikomanagementbereiche. Eine Neuausrichtung entlang der Wertschöpfungskette – von der Datenbeschaffung bis hin zum analytischen Risiko-Controlling – kann hier helfen. Auch die Bündelung ähnlicher Aufgaben in den einzelnen Risikoarten und das kritische Hinterfragen der Verteilung von Rollen und Verantwortlichkeiten im Risikomanagement kann dazu beitragen, Mitarbeiterkapazitäten für Risiko-Controlling-Aufgaben freizusetzen. Die Studie belegt: Viele große, internationale Banken richten ihr Risikomanagement bereits klar an ihrer Wertschöpfungskette aus und steigern auf diese Weise ihren Erfolg.

Technologische Trends helfen bei der Transformation der Risikosteuerung: Die CROs großer Banken haben es laut Umfrage erkannt: Eine flexible und skalierbare IT-Architektur macht Risikomanagement konkurrenzfähig. Zu den wichtigsten Trends in der Branche gehört der Einsatz von Cloud-Lösungen, die beispielsweise Risikorechnungen bis zu einem Faktor von 50 beschleunigen können. Zudem verzeichnet die Studie einen starken Trend hin zu Vendor-Systemen, die bei der Risikomodellierung unterstützen. Besonders gefragt sind auch Advanced Analytics und Machine Learning, die die Analyse und das Reporting von Risikodaten erleichtern und durch aussagekräftige Vorhersagen ergänzen.

Eine Optimierung der Risikoprozesse schafft notwendige Freiräume: Die Studie zeigt hier, dass rund drei von vier der großen und mittleren Banken Programme ins Leben gerufen haben, um ihre Risikoprozesse zu verbessern – laut Hartl ein wichtiger Schritt: „Zusammen mit der Transformation von Organisationsstruktur und IT-Architektur kann dies Kapazitäten für weitere wertschöpfende Tätigkeiten freisetzen.“ Vor allem das Risiko-Reporting, das Operational-Risk-Management sowie Compliance- und Kreditprozesse stehen laut KPMG-Studie dabei im Fokus. CROs sollten jetzt ihre eigene Optimierungs- und Automatisierungsstrategie anstoßen und aktiv gestalten“, so Stefano Hartl, der sich mit Lösungen von regulatorischen, technologischen und organisatorischen Herausforderungen beschäftigt. Die KPMG unterstütze dabei mit Branchenexpertise und begleite die Banken von der strategischen Standortbestimmung und Reifegradanalyse bis zur Umsetzung.

Die KPMG bietet das genannte Whitepaper zum kostenlosen Download gegen Angabe der persönlichen/beruflichen Kontaktdaten an.tw

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