STUDIEN & UMFRAGEN5. August 2020

Entscheiderstudie: Datenmanagement für jedes dritte Finanzinstitut zu komplex

Uniserv Studie
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Banken und Finanzdienstleister agieren in einem hochregulierten Marktumfeld. Sie müssen umfangreiche Compliance- und Berichtspflichten erfüllen, für die es höchste Datenqualität braucht. Die Bedeutung eines optimierten Geschäfts­partner­daten­managements scheint in diesem Zusammenhang überwiegend bekannt zu sein, denn 95 Prozent der Manager aus der Finanz- und Versicherungsbranche ist es wichtig, eine Rundumsicht auf ihre Kunden und Geschäftspartner zu haben. Dies ergab eine aktuelle Umfrage von Uniserv, Experte für Customer Data Management, zusammen mit YouGov, in der Entscheider von Banken, Finanzdienstleistern und Versicherungen zu ihren Herausforderungen im Umgang mit Geschäftspartnerdaten und ihren Wünschen für den künftigen Umgang mit diesen befragt wurden.

von Christian Bernius, Head of Sales CDH-Solutions, Uniserv GmbH

Allerdings gab fast ein Drittel der Befragten (30 Prozent) an, dass ihr Unternehmen aktuell an der Komplexität der Aufgabe scheitert. Damit steht jedes dritte Finanz- oder Versicherungsunternehmen immer noch vor der Herausforderung, (Stamm-)Daten von Geschäftspartnern zu pflegen, effizient zu verwalten und zu Profilen zu konsolidieren. Die Daten dienen dabei als Fundament für die Digitalisierung ihrer Prozesse. Die Finanzbranche hat als eine der ersten die Konkurrenz neuer Marktteilnehmer wie FinTechs oder Neobanken erlebt und steht daher unter Druck, ihre Geschäftsmodelle zu digitalisieren und die Wertschöpfung stärker als bisher im Privat- und Geschäftskundengeschäft zu erzielen.

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Der un­zu­rei­chen­de Um­gang mit Ge­schäfts­part­ner­da­ten hat da­bei Kon­se­quen­zen für al­le Be­rei­che. So ga­ben bei­spiels­wei­se 20 Pro­zent der be­frag­ten Ent­schei­der an, die vor­han­de­nen Ge­schäfts­part­ner­da­ten nicht nut­zen zu kön­nen, um da­mit ei­ne lü­cken­lo­se Cust­o­m­er Jour­ney ab­zu­bil­den. Wei­te­re 20 Pro­zent konn­ten zu die­ser zen­tra­len Auf­ga­be von Mar­ke­ting und Ver­trieb nicht ein­mal ei­ne Ein­schät­zung ab­ge­ben. Da­mit las­sen Ban­ken und Fi­nanz­dienst­leis­ter bis zu 40 Pro­zent des Sa­les-Po­ten­zi­als lie­gen, weil ih­nen die Da­ten­grund­la­ge oder das Know-How in Sa­chen Ge­schäfts­part­ner­da­ten­ma­nage­ment fehlt. Die­ses Er­geb­nis ist an­ge­sichts der zu­neh­men­den di­gi­ta­len Kon­kur­renz alarmierend.

Welche Rolle Datenmanagement bei der Digitalisierung spielt

Um mit den digitalen Marktteilnehmern mithalten zu können, brauchen Banken und Versicherungen eine genaue Kenntnis des Marktes und ihrer Geschäftspartner. Die Analyse und das richtige Management von Daten sind dabei die Grundlage für ein erfolgreiches Vorgehen.

In der Praxis gibt es dabei aber noch zu viele Hürden, wie etwa komplexe und veraltete IT-Landschaften, in denen die verschiedenen genutzten Systeme häufig nicht gut miteinander kommunizieren oder verbunden werden können.“

Dies erschwert eine Zusammenführung der Geschäftspartnerdaten zu einer einheitlichen, validierten und qualitätsgesicherten Sicht enorm. Das bemängelten auch die befragten Manager: 20 Prozent der Entscheider gab als Herausforderung im Umgang mit Geschäftspartnerdaten an, dass die Daten in Silos – also in unterschiedlichen Systemen, Abteilungen oder Unternehmensbereichen verteilt – vorliegen.

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Weitere Problemfelder im Geschäftspartnerdatenmanagement sehen sie sowohl in einem vergleichsweisen hohen Aufwand, die Daten manuell nacharbeiten zu müssen (40 Prozent) als auch – teilweise dadurch bedingt – in der schlechten Datenqualität (30 Prozent). Hier klafft also eine Lücke zwischen Anspruch – fast alle Befragten wissen um die Wichtigkeit von Geschäftspartnerdaten – und (eingestandener) Wirklichkeit.

Um künftig die Qualität von und den Umgang mit Geschäftspartnerdaten zu verbessern, wünschen sich 70 Prozent der Entscheider, dass eine einheitliche Data-Governance-Strategie aufgesetzt und eingeführt wird, um zu klären, wie im Unternehmen mit Geschäftspartnerdaten umgegangen werden soll. Ebenfalls 70 Prozent wünschen sich, die Daten automatisiert verwalten und als Basis für eine Digitalstrategie oder die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle nutzen zu können. Auch regulatorische Anforderungen wie beispielsweise die Bekämpfung von Geldwäsche oder das Fraud Management lassen sich mit konsolidierten Daten effizient umsetzen.

Autor Christian Bernius, Uniserv GmbH
Dipl.-Wirtsch.-Inf. Christian Bernius ist Head of Sales CDH-Solutions bei der Uniserv GmbH (Website) und verantwortet den weltweiten Vertrieb und das Marketing für den Customer Data Hub. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker und Software-Experte blickt auf über 10 Jahre Erfahrung in der Beratung und im Vertrieb von Individualsoftware zurück.

Auswirkungen auf digitale Angebote von Finanzinstituten

Nicht erst in den letz­ten Mo­na­ten ha­ben di­gi­ta­le An­ge­bo­te wie Fern­be­ra­tung oder di­gi­ta­ler Kun­den­ser­vice an Be­liebt­heit und Be­deu­tung für Ban­ken und Fi­nanz­dienst­leis­ter ge­won­nen. Je mehr das Ge­schäft von Un­ter­neh­men ana­log und di­gi­tal statt­fin­det so­wie sich auf ver­schie­de­ne Ka­nä­le aus­wei­tet, des­to mehr Da­ten über Kun­den, Lie­fe­ran­ten und Dienst­leis­ter wer­den au­to­ma­tisch ge­ne­riert. Da­mit wird es für Un­ter­neh­men im­mer schwie­ri­ger, oh­ne die pas­sen­de Tech­no­lo­gie für ein­heit­li­che, ak­tu­el­le und voll­stän­di­ge Ge­schäfts­part­ner­da­ten zu sor­gen.

Je­doch ist es ge­ra­de bei di­gi­ta­len Ser­vices wich­tig, dass die­se kor­rekt aus­ge­spielt wer­den kön­nen und bei­spiels­wei­se die Fern­be­ra­tung fach­lich und ju­ris­tisch auf ei­nem so­li­den Fun­da­ment steht. Da­für müs­sen Da­ten ab­so­lut kor­rekt und ver­läss­lich sein, wenn es zum Bei­spiel um Know-Your-Cust­o­m­er, Sank­ti­ons­lis­ten­ab­gleich oder die ein­deu­ti­ge Iden­ti­fi­zie­rung ei­nes Kun­den geht. Ge­ra­de bei Fern­be­ra­tung und di­gi­ta­len Ser­vices wan­dert die Kun­den­schnitt­stel­le in ei­ne an­ony­me Zo­ne. Da­mit sind die Da­ten das bin­den­de Ele­ment und dem Da­ten­ab­gleich so­wie dem pro­fes­sio­nel­len Ma­nage­ment von Ge­schäfts­part­ner­da­ten kom­men ei­ne noch hö­he­re Be­deu­tung zu.

Über die Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 204 Personen aus den Bereichen Marketing, Vertrieb/Sales, IT/Technologie ab Manager Level zwischen dem 22.05. und dem 02.06.2020 teilnahmen. Die Führungskräfte wurden zur Qualität sowie Bedeutung von Geschäftspartnerdaten für ihr Unternehmen befragt. Außerdem wurden sie um Einschätzungen zu den Herausforderungen im Umgang mit diesen Daten heute und zukünftig gebeten. Die Umfrage finden sie hier. Christian Bernius, Uniserv GmbH

Customer Data Hub (CDH) Standard
Um die­sem Pro­blem ent­ge­genzuwir­ken, bietet Uni­serv mit dem Cust­o­m­er Da­ta Hub (CDH) Stan­dard ei­ne cloud­ba­sier­te Lö­sung für Ge­schäfts­part­ner­da­ten­ma­nage­ment. Auf die­ser zen­tra­len Platt­form kön­nen Ge­schäfts­part­ner­da­ten über al­le Ka­nä­le und Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­rei­che hin­weg aus ver­schie­dens­ten Da­ten­quel­len und Sys­te­men zu­sam­men­ge­führt, va­li­diert, kon­so­li­diert und an­ge­rei­chert wer­den, so­dass ei­ne 360-Grad-Sicht auf je­den Ge­schäfts­part­ner ent­steht. Dies ist un­ter an­de­rem mit Hil­fe der Ma­ri­ni Hu­b­En­gi­ne mög­lich, die hier­für 250+ Kon­nek­to­ren im No-Code-An­satz bereitstellt. Im CDH-Standard wird der qua­li­täts­ge­si­cher­te Gol­den Re­cord ge­bil­det und mit Zu­satz­in­for­ma­tio­nen er­gänzt. Die­se Gol­den Re­cor­ds kön­nen dann den an­ge­bun­de­nen Sys­te­men zu­rück­ge­lie­fert wer­den.
Work­flow­ma­nage­ment und Da­sh­boards er­mög­li­chen die rei­bungs­lo­se Zu­tei­lung und Be­ar­bei­tung von Da­ten und Auf­ga­ben. Im CDH-Stan­dard wer­den alle Ak­tio­nen his­to­ri­siert, da­mit je­der­zeit ein Über­blick über Än­de­run­gen vor­liegt. Um ent­spre­chen­de Da­ten­schutz- und Com­p­li­an­ce-Richt­li­ni­en ein­zu­hal­ten, kön­nen An­wen­der sämt­li­che im CDH-Stan­dard hin­ter­leg­ten Ge­schäfts­part­ner­da­ten auf Knopf­druck lö­schen. Dies er­mög­licht wie­der­um den Quell­sys­te­men, die dort eben­falls vor­han­de­nen Da­ten zu ent­fer­nen. Die teil­mo­du­la­re Ar­chi­tek­tur des CDH-Stan­dard ga­ran­tiert kur­ze Ein­füh­rungs­zei­ten und ei­ne ho­he In­ves­ti­ti­ons- und War­tungs­si­cher­heit. Ei­ne suk­zes­si­ve Er­wei­te­rung ist pro­blem­los mög­lich.
Ein­stei­gen kön­nen (po­ten­zi­el­le) Kun­den ent­we­der mit ei­nem Pro­of of Va­lue (PoV), bei dem Da­ten be­reits kon­so­li­diert und be­rei­nigt wer­den, oder über den eben­falls neu­en Smart Da­ta Check. Er bie­tet ei­ne de­tail­lier­te Ana­ly­se und be­last­ba­re Aus­sa­gen zu Zu­stand und Qua­li­tät der Ge­schäfts­part­ner­da­ten. Hier­aus las­sen sich kon­kre­te Ak­tio­nen und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen ab­lei­ten, als Ba­sis für wei­te­re Schrit­te hin zu ei­nem pro­fes­sio­nel­len Ge­schäfts­part­ner­da­ten­ma­nage­ment.
 
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