STUDIEN & UMFRAGEN20. Oktober 2021

Traditionsbanken halten sich für “digital exzellenter” als reine Digitalbanken

Sopra Steria
Sopra Steria

Führungskräfte etablierter Banken schätzen ihre digitalen Fähigkeiten im Durchschnitt höher ein als die der digitalen Banken – und das in allen Bereichen. Die Ausnahme bilde die Kreditvergabe: Auf diesem Gebiet geben sich mehr digitale Banken Bestnoten für ihre Prozesse. Das zeige der Digital Banking Experience Report von Sopra Steria und Forrester.

Nach eigener Auffassung bieten 70 % der Traditionsbanken ein gutes bis sehr gutes Kundenerlebnis. Reine Digitalbanken sind da demütiger: Von ihnen halten nur 67 % die sogenannte Customer Experience für ihr Aushängeschild. Dabei sind Digitalbanken eigentlich per Definition durch eine unkomplizierte und User-freundliche Customer Experience gekennzeichnet (mehr hier).

Innovationsfähigkeit hat Priorität, allerdings nicht in Deutschland

Trotz der hohen Selbsteinschätzung steht bei 72 % der Banken die Fähigkeit zur Innovation und die Verbesserung digitaler Produkte und Dienstleistungen an erster Stelle. 85 % planen, in neue Technologien zu investieren. Das Internet der Dinge (85 %), Künstliche Intelligenz (87 %) und Datensicherheit (88 %) werden als DIE großen Investitionsfelder der Zukunft angesehen. Ein Ergebnis, das für digitale und traditionelle Banken gleichermaßen zutreffe.

Nur in Deutschland setzen Entscheider im internationalen Vergleich andere Prioritäten. Bei 82 % der Traditionsinstitute steht das Senken von Kosten ganz oben auf der Agenda – weltweit nur bei 65 %. Ähnlich wichtig sind die Umsetzung regulatorischer Vorgaben sowie Effizienz- und Produktivitätsinitiativen. Anders die sogenannten Herausfordererbanken: Sie setzen voll auf ihre Innovationsfähigkeit. Sie wollen laut dem Bericht Angebote verbessern und ihre Relevanz im lokalen Bankenmarkt steigern.

Sopra Steria
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Die Studie hat gezeigt, dass Banken ihre Fähigkeiten in Bereichen wie dem Kundenerlebnis überschätzen – aber die Herausforderungen unterschätzen, denen sie sich stellen müssen, wenn sich der Markt in Richtung einer ökosystemorientierten Zusammenarbeit verschiebt.”

Martin Stolberg, Leiter Geschäftsbereich Banking bei Sopra Steria

Digitale Ökosysteme: Banken räumen Schwierigkeiten ein

In dem Maße, wie sich Technologien weiterentwickeln, gewinnen Partner und die Zusammenarbeit mit ihnen signifikant an Bedeutung: vom Know-how-Aufbau bis zur Integration neuer Technologien.

Die Bedürfnisse der Banken unterscheiden sich auf diesem Gebiet: Für traditionelle Banken steht die Unterstützung bei Sicherheits- und Compliance-Fragen im Fokus (67 %). Digitale Banken suchen vor allem Partner, die ihnen Komfort in Form sofort einsatzbereiter Lösungen (65 %) bieten, cloudbasierte Dienste (64 %) zur Verfügung stellen und den Zugang zu Open Finance (63 %) öffnen.

Open Banking ist für 72 % der befragten Führungskräfte ein Wachstumstreiber mit Priorität.”

Alle Akteure sind sich einig, dass sie die Erträge auf dem Gebiet nicht im Alleingang erwirtschaften, sondern auf ihr Partner-Ökosystem angewiesen sind. 67 % von ihnen planen, die Open-Finance-APIs für den Entwicklerbedarf ganz oder teilweise auszulagern. Darüber hinaus planen 62 % der Banken, ihre Open-Banking-Compliance-Prozesse an Partner abzugeben.

Zur Methodik der Studie

Für die Studie wurden von Forrester (Website) im Auftrag von Sopra Steria (Website) Interviews mit mehr als 700 Führungskräften von Finanzinstituten in fast 30 Ländern zu aktuellen Prioritäten und zukünftigen Trends in der Branche geführt. Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über den digitalen Reifegrad der Banken und ihre Innovationsagenda für die kommenden Jahre.

Den vollständigen Report können sie nach Angabe der Kontaktdaten hier herunterladen.ft

 
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